eBooks von der Telekom: cloudbasiert und Plattformunabhängig


Bereits auf der CeBIT stellte die Telekom ihren eigenen virtuellen Kiosk vor. Mit PagePlace baut die Firma mit dem magentafarbenen T eine eigene Plattform auf, die sich gegenüber der Konkurrenz von Apple und Amazon in einem Punkt erheblich unterscheidet: der Nutzer ist plattformunabhängig. Im Klartext: Mit der PagePlace-App kann der Nutzer mit bis zu fünf Endgeräten auf erworbene Inhalte in seinem persönlichen Bücherregal zugreifen. Die App ist für Windows-PCs, Macs, das iPad, Android-Geräte (also Handys und Tablets) und anderen Adobe-ARM-fähigen Geräten lauffähig.

Inhalte, also neue Bücher und Zeitschriften sowie Markierungen und Lesezeichen darin werden nach der Anmeldung in der PagePlace-App auf dem jeweiligen Gerät synchronisiert und lokal gespeichert. Es ist also keine (teilweise kostspielige) Internetverbindung nötig, um etwa während einer Bahnfahrt ein eBook lesen zu können. Die Bücher, Zeitschriften und Zeitungen werden übrigens als PDFs gespichert.


Über PagePlace können neben Büchern auch  Zeitungen sowie Zeitschriften erworben werden. Trotz der 150 Verlage, mit denen man zusammenarbeitet, zeigt sich in einigen Bereichen eine begrenzte Auswahl an Material: derzeit (Stand: Oktober 2011) beinhaltet die Kategorie „Tageszeitungen“ 20 Zeitungen, davon handelt es sich bei dreien um überregionale Ausgaben. Bei den Magazinen sieht es ähnlich aus: bekannte Zeitschriften wie etwa die „c’t“ (Computermagazin) oder die „auto motor und sport“ sucht man vergebens – noch. Dafür stößt man beim Stöbern man auch auf einige Kuriositäten, wie etwa Zeitschriften für Bus- und Taxifahrer.

Fazit

Neben der lobenswerten Plattformunabhängigkeit der App und der verwendung des gängigen PDF-Formats fällt PagepLace noch mit etwas anderem auf: Freitags ist „Gratis-eBook-Tag“. Jede Woche verschenkt man ein eBook. In den nächsten Wochen will man Bücher aus einer Serie mit PC-Tipps verschenken, zuvor wurden verschiedene Ausgaben des „Reiseknigge“ verteilt.
Leider schade: trotz des guten Ansatzes enttäuscht PagePlace noch ein wenig mit der begrenzten Auswahl. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass sich einige Verlage, wie etwa Bertelsmann, dem eBook-Thema verschließen und lieber auf eigene Vertriebsplattformen für digitale Inhalte setzen.


Gerichtsurteil: “Bis-zu”-Klausel bei DSL-Verträgen unwirksam

Eine zu geringe Bandbreite ist ein Grund, den Vertrag mit dem DSL-Anbieter fristlos zu kündigen. So urteilte das Amtsgericht Fürth im Mai dieses Jahres (Aktenzeichen 340 C 3088/08), berichtete gestern Tom’s Hardware DE.

Die Klausel, auf die die DSL-Anbieter bei Reklamationen immer wieder verweisen, das mit dem Vertrag höchstens die genannte Bandbreite geliefert würde, ist ungültig.

Geklagt hatte ein Kunde, der von seinem Anbieter bis zu 6’000 kBit/s bekommen sollte und diese Leitung für DSL und VoiP nutzte. Nachdem der Anbieter ihm mitteilte, dass an seinem Standort maximal etwa 3’072 kBit/s geliefert werden können und er zusätzlich einen Vertrag mit der Telekom für die Schaltung des analogen Anschlusses abschließen musste, der ihn zusätzlich rund 17 Euro im Monat kosten würde, kündigte er fristlos und forderte zudem die Rückerstattung der für die Schaltung des Anschlusses angefallenen Kosten in Höhe von rund 100 Euro.

Kenne ich doch irgendwoher

Die geschilderten Probleme des Klägers kommen mir bekannt vor. In meinem DSL-Vertrag, der vor 22 Monaten abgeschlossen wurde, steht, dass ich 16’000 kBit/s bekommen soll. Am Router kamen dann tatsächlich fast 3’000 kBit/s an. 1und1, mein jetziger DSL- und VoiP-Anbieter, bot eine Erstattung von monatlich 5 Euro an.

Festgestellt wurde das Problem wenige Tage nach der Umstellung. 1und1 vertröstete mich, dass die volle Leistung wahrscheinlich erst “in ein paar Tagen” verfügbar wäre, was aber nie eintrat.

Dann kam der Umzug nach Waldshut. Der alte Anschluss von der Telekom sollte gekündigt werden und der neue direkt von 1und1 gestellt werden. Den Auftrag dazu lehnte 1und1 ab: ich müsse zuerst einen Anschluss von der Telekom legen lassen, damit 1und1 diesen “übernehmen” könne.

Da mir keine andere Wahl blieb und ich an den DSL-Vertrag mit 1und1 gebunden war, musste ich die Telekom beauftragen. Und deren Vertragslaufzeit beträgt auch mindestens 24 Monate. Also wieder Vertragsbindung.

Die Schaltung des DSL verzögerte sich aufgrund eines Fehlers eines Mitarbeiters bei 1und1 erheblich. Der hatte eine falsche Rufnummer für die Schaltung des DSL-Signals angegeben. Als der Fehler gefunden war, funktionierte zwar das DSL, aber nicht das VoiP, weil an dieser Stelle immer noch die falsche Nummer hinterlegt war und von mir nicht geändert werden konnte – telefonieren war nur zu den etwas höheren Kosten der Telekom möglich, der Vertrag mit 1und1 bot während dieser Zeit also kaum Vorzüge.

Als ich feststellte, dass statt der von 1und1 einst bestätigten 6’000 kBit/s nur 1’700 (!!) ankommen forderte ich mehrfach einen weiteren Preisnachlass von insgesamt 10 Euro. Damit würde mich der Vertrag mit 1und1 im Monat rund 20 Euro kosten – genauso viel wie ein DSL 2000-Vertrag.

Erst nach dem zweiten Brief antwortete 1und1. Ich könne zur Kostenreduktion den Vertrag mit der Telekom kündigen und den analogen Anschluss in den Vertrag mit 1und1 hinzunehmen. Monatliche Einsparung: etwa 7 Euro. Möglichkeit: unmöglich. 1und1 erklärte auf telefonische Nachfrage, das man den analogen Anschluss in meinem Wohngebiet nicht bereitstellen könne.

Auf meine Forderung mit dem doppelten Preisnachlass in Höhe von insgesamt 10 Euro ging 1und1 nicht ein.


Kündigung? Vorerst ausgeschlossen!

Durch das Urteil des AG Fürth fühle ich mich zwar bestärkt, den Vertrag mit 1und1 einseitig aufzulösen, aber dann stehe ich ohne DSL da. Und das ist für mich aus beruflichen und privaten Gründen undenkbar.

Andere Anbieter teilen immer wieder mit, dass sie in meinem Wohngebiet keine Kunden mit DSL versorgen können. Ursache ist, dass ein paar Straßen weiter eine Vermittlungsstelle steht, die den daran angeschlossenen Kunden nach meinen bisherigen Erkenntnissen (Nachfragen bei Nachbarn) höchstens 2’000 kBit/s liefern kann. An diese Vermittlungsstelle sind schon zu viele Kunden angeschlossen. Würde ich den Vertrag mit 1und1 kündigen, würde den freigewordenen Platz wahrscheinlich derjenige bekommen, der bereits einen Vertrag abgeschlossen hat oder die darüber agierenden Anbieter teilen die frei gewordene Bandbreite auf.

Ich wohne übrigens in einem Neubaugebiet oberhalb der Stadt, das seit höchstens drei Jahren bebaut wird – aber bereits gut besiedelt ist. Warum es die Telekom oder ihre Mitbewerber bis heute nicht geschafft haben, eine weitere Vermittlungsstelle einzurichten, ist mir immer noch unklar.