Twitter mit Facebook


Aus einem Gerücht wurde (zumindest teilweise) Wirklichkeit. Vorletzte Woche schrieb ich darüber, dass Facebook und Skype angeblich eine Kooperation planen. Gestern erschien dann die neue Skype-Version 5 für Windows, die es jetzt erlaubt, Adressbücher von anderen Netzwerken zu importieren und die dort angegebenen Kontaktdaten von Freunden nach Skype-Konten zu durchsuchen.

Konzentrieren wir uns jetzt doch nur auf Facebook:

Die Einrichtung von Facebook in Skype beginnt mit einer Rückfrage, ob Skype

  • auf die “allgemeinen Daten” zugreifen
  • an die Pinnwand schreiben
  • auf Neuigkeiten zugreifen
  • auf “meine Daten” zugreifen

darf. Ja wirklich, in einer einzigen Nachfrage. Bei diesem Vorgang war ich noch gar nicht bei Facebook angemeldet. Ich habe Skype also schon im Voraus Dinge erlaubt, die ich vielleicht gar nicht will. Man kann Skype zunächst auch nicht verbieten, einzelne Aktionen (etwa das Schreiben an die Pinnwand) zu unterlassen: alles oder nichts.

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Über die Privatsphäre-Einstellungen lassen sich die vergebenen Berechtigungen aber detaillierter aktivieren und deaktivieren (gleich mehr dazu).

Im folgenden Schritt möchte Skype den Facebook-Namen oder die E-Mail-Adresse erfahren und natürlich das zugehörige Kennwort.

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Jetzt werden die Kontakte durchstöbert und nach Skype-Konten durchsucht. Das funktioniert über die bei Facebook hinterlegten E-Mail-Adressen. Skype prüft nun, ob mit diesen Adressen Skype-Konten betrieben werden und zeigt das in den Resultaten an.

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So schlecht fand ich das persönlich gar nicht: Jetzt kann ich Personen in Skype hinzufügen, die ich bisher nur in Facebook hatte. Viele Leute aus meiner alten Klasse gehören dazu.

Ein wenig unverschämt aber im Web 2.0 inzwischen obligatorisch ist die Mail an diejenigen, die scheinbar kein Skype-Konto besitzen. Ihnen soll ich jetzt eine in nicht ganz korrektem Deutsch verfasste Mail schicken, damit sie sich auch ein Skype-Konto einrichten, überspringe diesen Schritt aber.

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Damit ist die Einrichtung von Facebook in Skype abgeschlossen.

Realisiert wird die “Integration” durch ein Register im Skype-Hauptfenster, auf dem die Inhalte von facebook.com nachgeladen werden. Es sieht mehr oder weniger so wie die echte Facebook-Seite aus, nur ohne Kopf und Seitenleisten – also auch ohne Werbung.


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Leider lahmt Skype in diesem Modus extrem. Beim Aufrufen des “Facebook”-Registers reagiert Skype für einige Sekunden gar nicht und Windows bleicht das Hauptfenster aus. Es fängt sich aber immer wieder. Störend ist es trotzdem.

Zugriff für Skype einschränken

Auch Skype wird von Facebook nur als Anwendung eingestuft und erlaubt damit eine genauere Anpassung der Richtlinie, wie Daten zwischen den Diensten ausgetauscht werden dürfen.

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Auf der Facebook-Seite sind unter Konto, Privatsphäre-Einstellungen, Anwendungen und Webseiten alle Anwendungen zu finden, die Zugriff auf das Facebook-Konto haben. Hier kann man den jeweiligen Dienst auswählen (also zum Beispiel Skype) und für die einzelnen gewünschten Richtlinien Erlaubnisse oder Verbote erteilen.

Fazit

Einen echten Zusammenschluss der beiden Netzwerke hat es noch nicht gegeben – aber einen geschickt angestellten Import von Daten, die Freunde bei Facebook hinterlegt haben. Über den Menüeintrag “Kontakte”, “Kontakte importieren” lassen sich übrigens Kontakte von weitere Netzwerken importieren: Hotmail, Gmail, MSN (Windows Live), rediff, mail.ru, WEB.DE und einigen hierzulande weniger bekannten Diensten “versteht” Skype bereits.

Seitens Facebook ist ein Import von Facebook-Kontakten noch nicht möglich.


Microsoft stellt “Social Phone” “Kin” vor

Microsoft Kin von jheon.lee,flickr, cc-lizenziert

Man hat damit gerechnet, dann nicht mehr und dann doch wieder. Spätestens seit Informationen über das Projekt “Pink”, so der Codename für das Smartphone “Kin”, an die Öffentlichkeit traten, war klar: Microsoft arbeitet jetzt doch an einem eigenen Smartphone – oder wie es der Konzern selber nennt: einem “Social Phone”.

Das Kin ist gewiss ein erneuter Angriff Microsofts auf Apples Erfolgs- und Kultprodukt iPhone. Mit dem gelang dem Erzrivalen 2007 nämlich ein großer Erfolg, der, wie sich derzeit abzeichnet, mit dem iPad fortgesetzt werden könnte. Bei Microsoft besteht also dringender Handlungsbedarf, denn mit dem Kerngeschäft, der Softwareentwicklung, sieht man sich offensichtlich unterrepräsentiert.

Mit dem Kin will Microsoft ihr Produkt übrigens nicht im Business- sondern im Consumer-Segment platzieren und die mit der Xbox und besonders Zune aufgebauten Plattformen breiter auslegen: in das Kin wurde nämlich das Zune-Angebot integriert (wie schon im Januar in die Xbox).

Technische Daten

Über Details schweigt Microsoft noch, aber Grundsätzliches ist schon bekannt:

Eine ausschiebbare Tastatur, ein 3G-Modul, ein multitouch-fähiges Display und ein FM-Radio sind beiden Varianten gemein.

  Kin One Kin Two
Größe klein, auf 1-Hand-Bedienung ausgelegt größer, mit 2 Händen bedienbar
Speicher 4 GiB 8 GiB
Kamera 5 MP 8 MP
Videoaufnahmen SD HD

Die Kameras sind übrigens mit einem Bildstabilisator und einem LED-Blitz ausgestattet.

Kin Loop

“Kin Loop” heißt der Startbildschirm auf den neuen Smartphones. Über diese Oberfläche werden aktuelle Benachrichtigungen aus den verbundenen sozialen Netzwerken auf dem Display angezeigt.

Mit “Kin Spot” kann man selbst Statusmeldungen ins Netz schicken.

Schlechtes Wetter steht über der Neuerscheinung

Gleich einen Tag nach der Präsentation wurden mit Preston Grallas Publikation “Fünf Gründe, weshalb Sie kein Microsoft Kin wollen” Kritik am neuen Microsoft Produkt laut:

Gralla bemängelt in erster Linie den Mangel an Apps. Welches Betriebssystem auf dem Kin zum Einsatz kommt, ist noch nicht ganz klar, die Gerüchteküche kocht mit Windows CE aber auch mit einem Windows Mobile 7-Abkömmling. Der Mangel an Apps ist aber auch eine logische Konsequenz: da die Plattform in dieser Auslegung neu sein wird, darf man nicht mit der Masse an Apps rechnen, die es beispielsweise für die Produkte der Konkurrenz gibt.

Wer den portablen Player Zune HD kennen gelernt hat, war vom Design, und der neuen Technik beeindruckt – jetzt enttäuscht Microsoft mit einem aufschiebbaren Handy mit klassischer Miniatur-Tastatur. Ein reine Bedienung über das Touchscreen wäre nach dem Zune HD zu erwarten gewesen, aber vielleicht nimmt es Microsoft mit dem Einstieg eigener Handys in den Markt noch nicht so ernst.

Braucht die Welt überhaupt ein neues Smartphone?,

darf man sich berechtigter Weise fragen.

Microsoft zielt auf Nutzer ab, die mit dem Handy soziale Netzwerke, wie beispielsweise Twitter, Myspace, Facebook und natürlich Windows Live nutzen wollen. Ein Datentarif auf dem Handy ist daher obligatorisch.

Das Kin bringt nach bisherigen Erkenntnissen aber nichts, was es nicht schon gibt – abgesehen vielleicht von der Größe des Kin One; und ob das wirklich so eine gute Idee war, wird sich zeigen.

Eine Konkurrenz für die derzeit auf dem Markt erhältlichen Smartphones könnte allerdings das Kin Two darstellen: durch seine Größe ist es leicht bedienbar und lässt mit der ausziehbaren, wenn auch nicht ganz modernen Tastatur mehr Platz auf dem Display.


Einen Vorteil wird das Kin definitiv haben: es wird billig sein. Zumindest nach bisherigen Einschätzungen. Microsoft verzichtete bei der Entwicklung auf moderne Technologien und setzt sogar ein, wie Gralla es nannte, Betriebssystem von “yesterday’s technology” ein. Immerhin, was die Software anbelangt, kann man, da es von Microsoft ist, einig Zeit mit Verbesserungen in Form von Updates rechnen. Dann dürfte auch die schlecht umgesetzte Unterstützung für Twitter schon bald verbessert werden.

Weiterlesen/Quellen