Joachim Herrmann (CSU) tritt zurück


Bayerns Staatsminister des Inneren, Joachim Herrmann, tritt mit dem heutigen Tage von seinen Ämtern als Minister und Landtagsabgeordneter zurück, berichtet Der Tag.

Herrmann zieht daraus die Konsequenz aus seinen stark kritisierten Äußerungen über Computerspieler. In einer Presseerklärung verglich er die seiner Meinung nach wissenschaftlich belegten Auswirkungen von Computerspielen mit

“Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stelle.”

Herrmanns Äußerungen fielen auf der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises 2009, die von Anfang an mit Kritiken an der “Spieleindustrie” durchzogen war. Gegen die Stigmatisierung der Spiele sprach sich hingegen Monika Griefahn (SPD) aus, die mit ihren Kindern über die von ihnen gespielten Titel rede und das Wort “Killerspiel” für unangemessen halte.

“Wir hoffen, die Preisverleihung in München trägt dazu bei, dass auch bei der CSU die Medienkompetenz in diesem Bereich wächst.”

 

Joachim Herrmann (CC-by-sa)

Joachim Herrmann,
Bild: Manfred E. Fritsche, 5/2006,
mef-presseservice, cc-by-sa

Joachim Herrmann lobte auf der Preisverleihung zwar die Entwicklung “kulturell und pädagogisch wertvoller Spielkonzepte, forderte die Entwickler aber auch auf, freiwillig auf die Entwicklung von Killerspielen zu verzichten.


Mit seiner Äußerung über die vermeintlichen Auswirkungen des Spielekonsums und damit auch indirekt über die “Killerspiele” hat Herrmann derart massive Kritik auf sich gezogen, dass er selbst aus den eigenen Reihen zum Rücktritt von seinem Amt als Minister des Inneren aufgefordert wurde. Am Mittag gab er den Rücktritt von seinen beiden Ämtern bekannt.

Joachim Herrmann war bis heute seit 1994 Landtagsabgeordneter und seit 2007 Staatsminister des Inneren.