700 MHz und 384 MiB RAM für Windows 7


Heute beginnen wie versprochen die Versuche mit dem frisch erschienenen Windows 7 auf einem betagten Computer mit folgender Ausstattung:

  • Pentium III-CPU @ 700 MHz
  • 384 MiB RAM
  • 37 GiB Festplatte
  • ATI Rage-Grafikkarte mit 32 MiB RAM (für den PCI-Bus)
  • Netzwerkkarte

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Am Kühlkörper deutlich zu erkennen: eine echte Pentium III-CPU, rechts daneben drei Speichermodule zu jeweils 128 MiB. Rechts unten im Bild: die Festplatte und das DVD-Laufwerk, beide hochkant “gelagert”.

Da Aero (transparente Fenster und Desktopeffekte) funktionieren sollte, mussten geringe Änderungen vorgenommen werden. Die Grafik- und die Netzwerkkarten wurde, da keine passenden Treiber verfügbar waren.

Zum Einsatz kamen jetzt:

  • ATI Radeon 9250, ebenfalls für PCI
  • Realtek-Netzwerkkarte (RTL8139D)

Wie sich nach langer Treibersuche herausstellte, konnte auch die Austauschgrafikkarte nicht richtig in Betrieb genommen werden. 3D-Funktionen waren nicht verfügbar, weshalb ich auf Aero verzichten musste.

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Problemgeräte (links) und Vertretung (rechts). Die neue Netzwerkkarte funktionierte, die neue Grafikkarte hätte mehr RAM gehabt, allerdings gibt es dafür keine Treiber.

Da ein deutschsprachiges Windows 7 im MSDN bisher nicht verfügbar war, musste das englische erst noch mit einem Language Pack übersetzt werden. Um meine Behauptungen zu untermauern, werden Sie an den Screenshots verfolgen können, wie die deutsche Sprache hinzukommt.

Systemeigenschaften 

Das deutschsprachige Windows 7 soll in wenigen Stunden im MSDN erscheinen, aber meine Versuche beginnen bereits um 14:00.

Und so fühlt sich Windows 7 auf alter Hardware an

Es geht eigentlich. Oder kräftiger ausgedrückt: Ich bin überrascht. Windows 7 benötigte zwar mehr als zwei Minuten zum Starten, sobald aber Programme gestartet wurden, waren deren Fenster binnen weniger Sekunden sichtbar. Und das trotz voller CPU-Auslastung, die durch einen laufenden Leistungstest (damit später Aero funktionieren würde) und der Installation des Sprachpakets verursacht wurde, startete Internet Explorer in 10 Sekunden.

Sprachen ATI

Links: Installation der deutschen Anzeigesprache und des Grafikkartentreibers von ATI-AMD. Letzteres hat leider nicht funktioniert. AMD pflegt die Treiber für ältere Radeon-Modelle seit der ATI-Übernahme nicht mehr. Verfügbar war nur noch ein Treiber für Windows XP.

Basisfunktionen von Windows, etwa Desktopaktionen wie das Öffnen des Startmenüs, das Zeigen des Desktops oder das Minimieren von Fenstern gehen sofort vonstatten – keine Verzögerungen, keine Ruckler. Genauso schnell reagiert Windows auf Tastenkombinationen wie etwa WINDOWS+PAUSE oder WINDOWS+R. Trotz der alten Hardware darf man sagen: Windows 7 fühlt sich, sind nur wenige Programme geöffnet, relativ flüssig an.

PIII-Auslastung

Noch einmal Systemeigenschaften, mit geöffnetem Windows Explorer, Internet Explorer und Task-Manager. Die erhöhte CPU-Auslastung wurde durch den Start des IE ausgelöst. Bleibt der Browser passiv, fällt sie wieder. Zum Vergleich: Windows Vista mit 256 MiB RAM.

Zur Leistungssteigerung wurde auch hier wie damals beim Vista-Experiment gespart, wo es möglich war: Die Desktopoberfläche wurde auf “klassisch” eingestellt und nicht benötigte Dienste deaktiviert.

Verwendungsmöglichkeiten

Ich wollte wissen, wie gut der PC als “Surfstation” geeignet wäre. Viele Programme, und seien es nur Office-Anwendungen, wären sicherlich etwas problematisch, zum Surfen könnte der PC aber geeignet sein.

Als erstes habe ich dem Internet Explorer auf den Zahn gefühlt. Der ist schließlich dabei und wird immer noch recht häufig genutzt. Später werde ich einen Konkurrenten hinzuziehen.

Die Verwendung einer einzelnen Website klappt ganz normal, leider scheint die CPU-Leistung für die Wiedergabe von Flashobjekten nicht ausreichend zu sein, das war besonders beim Besuch bei YouTube ärgerlich. Hier ruckelten die Videos im Sekundentakt, zum Glück habe ich nichts gehört, denn es gab ja keinen Treiber für die Soundkarte.

Sehr gut und flott klappte das Aufrufen von Websites, die auf Flash verzichteten, die Verwendung vieler Grafiken war nicht problematisch.

Sechs Registerkarten mit Artikeln aus der Wikipedia oder der Made on a PC.-Website (die Zahl dürfte sehr durchschnittlich sein) verkraftete die alte Kiste sehr gut. Das Wechseln zwischen den Registern ging mit einer Sekunde Verzögerung noch erträglich schnell.

Kam zu den sechs Seiten die werbebeladene Computerworld-Website, die auch viele Flash-Objekte verwendet, hinzu, ging zunächst schlagartig alles langsamer: beim Wechseln zwischen Registerkarten wurde das Bild von oben nach unten aufgebaut, flüssiges Scrollen war auch nicht mehr möglich. Nach etwa 20 Sekunden deutlich längerer Ladezeit war der Spuk vorüber und man konnte den Browser wieder relativ komfortabel verwenden.

Internet Explorer

Vielleicht macht es die Konkurrenz besser?


In der Vergangenheit hat ja keiner mehr mit seiner Geschwindigkeit geprahlt als Google mit Chrome. Mit zweifelhafter Installationsmethode kam der IE-Konkurrent schnell auf den PC.

Anfangs fühlte sich Chrome sogar schneller an: Drückt man STRG+T, kann man, anders als beim Internet Explorer, sofort die Adresse zur gewünschten Seite eingeben. Dafür tat sich eine ganze Weile gar nichts. In allen sechs Tabs stand fast 20 Sekunden nur “Neuer Tab”. Das Wechseln zwischen ihnen klappte zuerst nicht wie gewollt. Durch die langsame Arbeitsgeschwindigkeit interpretierte Chrome das Anklicken der Tabs als Versuch, ihre Position zu verändern und schubste sie, statt sie aufzurufen, erst einmal im Fenster herum – oder heraus.

Das Anklicken mit dem Ziel die Tabs zu öffnen, wollte mir einfach nicht gelingen. Immer wieder tauchten neue Chrome-Fenster unerwartet am Bildschirmrand auf, und das obwohl ich schon längst am Blättern der gewünschten Seite war. STRG+[Zahl] half, und Chrome wurde verwendbar.

ChromeWo kommst du denn her? Beim wechsel zwischen den Tabs passierte es immer wieder, dass ich sie unbemerkt und unsichtbar aus dem Fenster zog. Das neue Fenster wurde erst kurz nach dem Versuch, zwischen den Tabs zu wechseln, sichtbar.

Welcher der beiden Browser am Ende schneller war, ist schwer zu sagen. Was die Bedienung angeht, lief das beim Internet Explorer deutlich besser, an Chrome auf einem langsamen Computer müsste man sich erst gewöhnen. Beim Seitenaufruf wirkt Chrome einen Tick schneller, was aber auch damit zusammenhängt, dass er zuerst das CSS und die Schrift und am Ende die Grafiken Lädt – Internet Explorer wartet, bis er alles geladen hat und zeigt es dann an.

Das war der erste Leistungstest mit Windows 7 auf einem Pentium III-Computer. Wer Ideen hat, kann mir gern Vorschläge schicken, ich probiere bestimmt fast alles aus 😉

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Es geht noch langsamer: Die Ergebnisse einer Umgestaltung des Versuchaufbaus sehen Sie auf den folgenden Seiten: