Opera wieder unzufrieden mit Microsofts Vorschlag – “Keine Logos”


Da erklärte sich Microsoft im Browserkrieg 2008/9 überraschend bereit, dem Benutzer die Installation von Alternativbrowsern vorzuschlagen und brachte kurz darauf einen Vorschlag, wie ein Auswahlmenü aussehen könnte, und beide Seiten schienen mit der Lösung zufrieden.

Bis man bei Opera Software ASA wieder mit dem Murren anfing:

Da wurden vorgestern Gerüchte laut, Opera wünsche sich eine solche Browserauswahl auch auf anderen populären Betriebssystemen, namentlich Mac OS und Ubuntu Linux.

Findet man das eigene Logo so unvorteilhaft?

 

 

 


Microsofts erster Vorschlag zeigt nichts weiter als eine rudimentär formatierte Website, die die derzeit fünf erfolgreichsten Browser vorstellt. Für jeden gibt es ein Logo, eine kurze Beschreibung, einen Link zum Download des Installationsprogramms und einen “Tell me more”-Link (im Deutschen oft mit “Mehr…” übersetzt).

Browserauswahl

An den Logos stört sich nun, wer hätte es gedacht, die Firma, die die Debatte ausgelöst und zum letzten Lösungsvorschlag nicht wenig beigetragen hat.

Bei Opera halte man die Verwendung der Logos nicht für neutral genug, um den Benutzer zu einer für die Browserhersteller unabhängigen Auswahl zu bewegen. Soll Entscheidung über den Standardbrowser nun auch noch zufällig getroffen werden?

Operas CTO Håkon Wium Lie ist der Meinung, das blaue “e” habe sich bei den Windows-Anwendern eingeprägt, sodass sie unbewusst den Erzfeind wählen könnten. Spinnt man die Logik weiter, dürfte man noch nicht einmal die Namen der Browser nennen, da insbesondere unerfahrene Anwender den Internet Explorer seines Namens wegen recht leicht als Programm für das Internet erkennen können, während Opera insbesondere viele englischsprachige Anwender an Musik erinnern dürfte.

Vielleicht ist Opera aber auch nicht vom eigenen Logo überzeugt. Nur ein “O” als Logo, das ist nicht besonders originell (wenngleich das auch für Internet Explorer gilt). Hinzu kommt vielleicht, dass das “O” keinen besonders freundlichen Klang hat, aber damit sollen sich Sprachwissenschaftler beschäftigen.

Vielleicht befürchtet Lie aber auch, gegen ein anderes großes Logo nicht ankommen zu können: das von Google.

Google ist die Startseite von 80 Prozent der deutschen Internetnutzer; international wird das nicht wesentlich anders aussehen. Das dürfte ein zweiter Grund sein, weshalb sich Opera gegen die Verwendung der Logos ausspricht.

Vermutlich ist das Logo von Opera das am wenigsten bekannte unter den derzeit fünf. Firefox hat einen stolzen Marktanteil von rund 20 Prozent, Safari kennen viele vom Mac. Alles schon mal dagewesen, außer Opera? Der Browser hat lediglich einen Marktanteil von 1 Prozent, manchmal schätzt man ihn sogar schwächer ein.


Jetzt geht’s aber los: Opera fordert Browserauswahl nun auch für Mac OS und Ubuntu

Der schwedische Browserhersteller Opera Software ASA verlangt nach Microsofts Einknicken nun auch, dass die Hersteller anderer Betriebssysteme eine Browserauswahl einrichten.

Microsoft hatte am Samstag mitgeteilt, dass man bereit sei, den Anwendern von Windows 7 die Webbrowser von Drittanbietern zu empfehlen. Opera zeigte sich mit dem Nachkommen des Software-Riesen einverstanden. Die EU-Kommission wird demnächst prüfen, ob Microsofts Vorschlag akzeptiert werden kann.

imageKritiker warfen Opera Software ASA schon lange vor, durch die mit Nachdruck erwirkten Auflagen gegen Microsoft eigene Interessen durchsetzen zu wollen und sich nur auf einen der Betriebssystem- und Browserhersteller zu stürzen.

Bei Opera betont man immer wieder, dass es sich dabei um einen Einzelfall handle, da Microsoft eine Monopolstellung innehalte. Opera wirft Microsoft vor, durch das Bündeln von Windows mit Internet Explorer andere Browser an den Rand zu drängen: Opera besitzt gerade mal 1 Prozent Marktanteil. Der stärkste Konkurrent des Internet Explorers, Firefox, schaffte es im Mai übrigens auf etwa 22,5 Prozent.

Opera geht mit einer Aussage von Håkon Wium Lie (CTO) einen unerwarteten Schritt weiter:


Man würde die Integration eines Browserauswahlmenüs, wie es Microsoft jetzt plant, auch in den Betriebssystemen der Hersteller Apple (Mac OS) und Canonical (Ubuntu Linux) begrüßen – diese gehören zu den am weitesten verbreiten Alternativen zu Windows im Anwenderbereich.