Canonical bringt Ubuntu aufs Smartphone – als App – und macht Smartphones zu PCs


Auf dem Mobile World Congress plant Canonical (Ubuntu-Entwickler) die Präsentation eines Ubuntu-Linux fürs Smartphone. Nicht als eigenständiges Betriebssystem, sondern als App für Android.

Doch Ubuntu geht noch einen Schritt weiter. Ubuntu bleibt nicht ans kleine Display des Smartphones gefesselt, sondern bringt das Desktop-Betriebssystem mithilfe einer Docking-Station auf PC-Bildschirme.


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Für PCs mit schwacher Hardware: Jetzt auch Windows 7?

Windows Vista hatte lange mit einem schlechten Ruf zu kämpfen, weil es viel Arbeitsspeicher und Festplattenplatz benötigte: Trotz der knapp 4 Gigabytes auf der DVD wuchs die Installation auf der Festplatte auf über 20 Gigabytes heran, 512 Megabytes RAM waren das Mindeste, um Windows Vista gerade so verwenden zu können – ein Gigabytes sollte es schon sein und wer noch mehr drauflegte, konnte eigentlich nicht klagen.

Ungünstig für Vista war die Tatsache, dass Arbeitsspeicher (RAM) zur Markteinführung des Betriebssystems recht teuer war. Ein Gigabyte konnte zeitweise um die 180 Euro kosten, die Investitionen für das neue Betriebssystem wäre also schnell in die Höhe geschossen – und letzteres wollte ja auch noch bezahlt werden.

XP oder Debian für lahme Rechner

Wer das nicht wollte und zudem mit geringer Leistung auskam, verwendete die alte Hardware mit einem Betriebssystem, das schnell und komfortabel lief: bei der Markteinführung von Vista war das der Vorgänger, nämlich Windows XP. Wer diesem etwas mehr als 256 MiB RAM gab, konnte damit gut arbeiten; gängig war zu der Zeit eine Arbeitsspeicherkapazität von 512 MiB.

Wer hingegen heute betagte Hardware verwenden möchte und das nötige Fachwissen hat, der verwendet oft Linux. Ein Windows, das älter als XP ist, stellt fast immer ein Sicherheitsrisiko dar, wenn damit in irgendeiner Form im Netzwerk oder sogar mit dem Internet gearbeitet werden soll. Die Vorgänger von XP werden nämlich nicht mehr mit Updates versorgt, was bei der Ausnutzung von neu entdeckten Sicherheitslücken gefährlich werden kann. Ein Vorteil von Linux liegt jetzt klar auf der Hand: es ist wird von der Entwicklergemeinde gepflegt und regelmäßig mit Updates versorgt oder der Distributor stellt eine neue Version zur Verfügung. Ein großer Unterschied zu Windows: Linux ist in der Regel kostenlos.


image Ein Grund für die gute Arbeitsgeschwindigkeit von Debian auf älterer Hardware: die einfach gehaltene grafische Oberfläche.

Der andere Vorteil: es ist schlanker als Windows. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein, ein wichtiger ist, dass etwa GNU/Linux Debian von den Entwicklern das Gnome-Desktop mitgeliefert bekommt. Gnome verzichtet auf grafisch aufwendige Themes und beschränkt sich auf das Wesentliche. Andere Gründe sind fehlende in Windows meistens aktive Hintergrunddienste wie etwa der “Search Indexer”.

Die alte Hardware

Mit diesem Wissen über aufwendige Desktopgrafiken und Hintergrunddienste kommen wir später zu den wichtigen Methoden, mit denen es einigen “Geeks” und Bastlern gelungen sein soll, Windows 7 auf älterer Hardware zu verwenden. Zuerst bleibt aber zu klären, worauf Windows 7 überhaupt betrieben werden soll. Mit älterer Hardware meinen wir in der Regel solche, die vor etwa zehn Jahren hergestellt wurde, also Kombinationen mit Pentium III-Prozessoren und den Mengen an SD-RAM, die wir finden und verbauen können. Bremsend wirken sich auch die damals gängigen IDE-Festplatten aus. Da sich bei den Bastlern in der Zwischenzeit einige halbwegs moderne IDE-Platten angesammelt haben dürfen, verwendet man eben die.

Und aus solchen gesammelten Teilen wurde mein Test-PC zusammengebaut, der die alte Hardware noch einmal ausnutzen soll:

  • Pentium III-Prozessor, der mit 700 MHz läuft
  • 384 MiB RAM (mehr unterstützt das Mainboard nicht)
  • 80 GiB-Festplatte, Hergestellt 2004, verbunden über ein 80poliges IDE-Kabel
  • Eigenständige PCI-Grafikkarte

Dass ich die Grafikkarte erwähne, hat einen Grund. Man könnte ja auch einfach die vorhandene Onboard-Grafikkarte verwenden. Das wäre zwar billiger und weniger aufwendig, jedoch bedient die sich des eingebauten Arbeitsspeichers und nimmt dem System wertvolle Megabytes weg.

Die Festplatte wird deshalb über ein 80-poliges Kabel angebunden, weil hier die Störanfälligkeit des IDE-Busses geringer ist. Wie hingegen das optische Laufwerk angeschlossen wird, ist für den Betrieb letztendlich egal.

Vista mit 180 MiB RAMIn einem Versuch lief Windows Vista mit gerade einmal 256 MiB RAM.

Der Test-PC lief bereits mit Windows XP (natürlich) Debian 5 (siehe oben) und ganz kurz mit Windows Vista. Die Experimente mit Windows Vista wurden unter brutaler Beschneidung des Arbeitsspeichers zunächst in einer virtuellen Maschine simuliert. Auf echter Hardware verhielt es sich übrigens noch langsamer, weil die im Hintergrund arbeitende schnelle CPU fehlte.

Theorie

Über den oben verlinkten Artikel finden Sie auch die relevanten Änderungen, die das Verwenden von Windows Vista mit extrem wenig Arbeitsspeicher ermöglicht haben.

  • Da wären zum einen natürlich die Reduzierung der grafischen Effekte des Desktops nötig.
  • Alle selbststartenden Programme werden deaktiviert.
  • Alle für das System nicht benötigten Dienste werden deaktiviert.

Gerade das Anhalten oder Deaktivieren der Dienste bewirkt oft einen großen Leistungsgewinn und macht erst die Reduzierung auf so wenig RAM möglich.

Am Wochenende folgt der zweite Teil, der die Frage klären soll, ob man Windows 7 wirklich auf einem PC mit 700 MHz und weniger als 512 MiB RAM verwenden kann.