Google schließt klassische Youtube-Konten


Ab heute müssen bestehende Konten mit Google verknüpft werden, um weiter genutzt werden zu können.

Google, das die Videoplattform Youtube bereits ende 2006 übernommen hat, ermöglicht seit heute nicht mehr das Anmelden mit klassischen Youtube-Konten. Den Nutzern schlägt Youtube bereits seit längerer Zeit vor, das bestehende Youtube-Konto mit einem bestehenden oder neuen Google-Konto zu verknüpfen. Bislang konnten sich die Nutzer dennoch mit einem bestehenden Youtube-Konto an der Plattform anmelden.

Seit heute ist die Nutzung eines Google-Kontos zwingend erforderlich. Youtube sperrt seit wenigen Minuten Nutzer aus, die ihr Konto bislang nicht mit einem Google-Konto verknüpft haben. Ab heute gibt es nur noch zwei Möglichkeiten:

Von Youtube abmelden oder das bestehende Konto “retten”, indem man es mit einem Google-Konto verknüpft.


Googles Entscheidung könnte bei einigen Nutzern Ungemach auslösen, weil viele Youtube und Google gerne getrennt haben möchten. Insbesondere die, die Google für geschäftliche Zwecke nutzen, Youtube aber nur privat, sind wahrscheinlich besser damit beraten, sich ein privates Google-Konto zu erstellen und somit Geschäftliches und Privates zu trennen.


AOL prüft möglichen Zusammenschluss mit Yahoo

Der nach der Trennung von Time Warner zum Medienanbieter umgebaute ehemalige Internet-Zugangsanbieter AOL lässt derzeit Optionen prüfen, die dem Unternehmen zu einem schnelleren Wachstum verhelfen können.

Dazu hat der Konzern mehrere Finanzexperten beauftragt, einen möglichen Zusammenschluss mit dem Internet-Riesen Yahoo zu prüfen.


Erste Gespräche zu diesem Zusammenschluss soll es bereits vor drei Jahren gegeben haben. Jetzt werden Investoren wieder lauter und wünschen sich sogar den AOL-CEO Tim Armstrong an die Spitze von “AOL Yahoo”.

Yahoo und AOL sind beides typische Beispiele für Internet-Unternehmen der 90er Jahre. Beide haben ein ähnliches Geschäftsfeld. Heute leben sie davon, Inhalt zu produzieren. Auf zahlreichen ihrer Nachrichtenseiten blenden sie ihre Werbung ein, beide Unternehmen bieten ihren Kunden E-Mail-, Instant-Messaging-Kartendienste und Suchmaschinen.

Im Moment sind AOL und Yahoo Konkurrenten. Nach einem Zusammenschluss könnten sie mit einer nahezu unveränderten Produktpalette viel mehr Nutzer erreichen und Erfahrungen zusammentragen. Der Markt ist gut besetzt: ähnliche Angebote gibt es ja auch von Google und Microsoft, gegen die man sich behaupten muss.

Die Kombination

Es gibt Dienste, da ist eine Kombination unnötig; dagegen gibt es solche, bei denen sie sinnvoll wäre. Beispiel Nachrichtenseiten. Inhaltlich wird sich da nicht viel ändern. Man kann zwar dieselben Inhalte unter zwei Namen anbieten, aber bedeutend höher wird der Aufwand dadurch nicht. AOL Mail hat in der Vergangenheit viele Nutzer an die Konkurrenz, insbesondere Google Mail und Microsoft (Live) verloren. Yahoo Mail steht zwar noch da, aber auch diesem Dienst bröckeln seine Nutzer mit. Ein Zusammenschluss der beiden Maildienste würde “AOL Yahoo” zahlreiche mailende Nutzer verschaffen, die regelmäßig die Websites aufsuchen würden und Interesse an redaktionellen Inhalten (und Werbung) finden könnten. Der AOL-eigene Mail-Dienst wird sich vermutlich nicht mehr lange halten können. Ähnliches gilt übrigens auch für die Instant-Messaging-Dienste der beiden Unternehmen.

Die Sache mit der Werbung

Ein großes Werbenetzwerk erreicht viele Menschen. Das hat Google so erfolgreich gemacht. Durch die Kombination ihrer Werbedienste haben AOL und Yahoo eine Chance, sich in diesem Markt zu festigen und mehr Kunden zu gewinnen. Denn: die Anzahl der Impressionen würde nach einem Zusammenschluss ansteigen.

Und der Wert?

Das Unternehmen AOL hat derzeit einen Wert von geschätzten 2,4 Milliarden US-Dollar; Yahoo einen von 16 Milliarden. Man geht davon aus, dass Yahoo AOL für höchstens 3,5 Milliarden US-Dollar übernehmen kann. (Man sagt sich sogar, Yahoo wüsste nicht, wohin mit dem Geld.)