Bei der Wikipedia gehen morgen die Lichter aus


Aus Protest gegen die geplanten (derzeit aber auf Eis gelegten) Gesetzesentwürfe zur Sperre von Webinhalten mit urheberrechtlich bedenklichen Inhalten (SOPA und PIPA) werden bei der Wikipedia morgen in den englischsprachigen Versionen der Enzyklopädie per Stylesheet „die Lichter ausgehen“. Außerdem plane man die Einblendung eines Banners, der Besucher auf die Ursachen aufmerksam macht.

In dem Gesetzesentwurf „PIPA“, Protect IP Act, oder noch länger: Preventing Real Online Threats to Economic Creativity and Theft of Intellectual Property Act of 2011, sehen Internetnutzer ein Werkzeug der US-Regierung, das das Aussperren ausländischer Websites erlaubt. Im Falle einer Urheberrechtsverletzung sollen Netzbetreiber gezwungen werden, Websites auf DNS-Ebene zu blockieren.

In einer vorgestern veröffentlichten Stellungnahme der US-Regierung spricht man sich überraschend gegen Eingriffe in das DNS aus. Begründung: „Gesetzesvorschläge dürfen nicht an der technischen Architektur des Internet rütteln, indem sie das Domain Name System manipulieren […] Wir müssen eine Gesetzgebung vermeiden, die Anwender auf gefährliche, unzuverlässige DNS-Server schickt und zukünftige Sicherheitsmaßnahmen wie DNSSEC gefährdet.“ (wie bei heise.de) Da auch der Entwurf des SOPA („Stop Online Piracy Act“) auf DNS-Sperren setzt, wurde dieser Entwurf ebenfalls ausgesetzt.

Kritiker rufen aber weiterhin zu Widerstand auf: die beiden Entwürfe lägen nur auf Eis und solange sie nicht endgültig abgewiesen wurden, bestehen immer noch Möglichkeiten, sie anderweitig zu realisieren


 


DNS-Probleme bei Auflösung von .de- und .info-Adressen

Die Denic sowie einige Webhoster bestätigten, dass es seit einigen Minuten Probleme mit dem Domain Name Service gibt.

Aus diesem Grund ist es nicht möglich, einige Websites mit .de- und .net-Domains zu erreichen und E-Mails an Empfänger mit ebendiesen Adressen zu senden.

Erste Meldungen über die Probleme tauchten bereits um 13:30 auf Twitter auf. Weil die DNS-Server untereinander kommunizieren, waren zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich viele Internetnutzer von dem Problem betroffen.

Laut Domainfactory liefern derzeit 4 von 6 der Denic-Rootserver Antworten aus, laut denen Domains gar nicht existieren.


Die Denic arbeitet an der Fehlerbehebung.

Vorübergehend kann man in den Verbindungseinstellungen des Betriebssystems den DNS-Server von Google eintragen: der hat die IP 8.8.8.8.

[Update 1]

Inzwischen sind alle 6 Root-Server der Denic ausgefallen.

[Update 2]

Die Denic arbeitet derzeit an der Lösung des Problems. Mittlerweile sollen vier der sechs Server wieder ordnungsgemäß arbeiten.

Wer dennoch einen alternativen DNS-Server eintragen möchte, der kann auch folgende IP-Adressen verwenden:

  • 208.67.222.222
  • 81.89.98.6
  • 217.79.186.148
  • 8.8.4.4

Bei aktuellen Betriebssystemen ist übrigens kein Neustart erforderlich.

[Update 3, 15:14 uhr]

Alle DNS-Server der Denic sind nun wieder erreichbar.

Siehe auch: