Chinesische Regierung angeblich im Besitz von Windows-Quellcodes


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Bei Auf der Whistleblower-Plattform Wikileaks sind Dokumente aufgetaucht, aus denen hervorgeht, dass sich die chinesische Regierung Zugang zu den Quellcodes des Betriebssystems Windows und möglicherweise andere Microsoft-Produkte verschafft haben soll. Urheber dieser Dokumente soll das US State Department sein.

Microsoft hat zwei chinesischen Sicherheitsdienstleistern im Rahmen eines Lizenzprogramms Zugriff auf die Quellcodes gewährt. Die Dienstleister sollen den Code an die chinesischen Behörden weitergeleitet haben.

Die Firmen, namentlich CINTSEC und TOPSEC wurden mithilfe von Regierungsgeldern gegründet und hätten laut Stellungnahme von Microsoft nur in einem “eng gesteckten Rahmen” Zugang zu den Codes gehabt.

Jetzt steht die Befürchtung im Raum, die Chinesen könnten ihr Wissen über Windows ausnutzen, um einen Cyber-War anzufangen. Von CINTSEC soll bekannt sein, dass sie ausgebildete Hacker an die Regierung abstellen, um sich an Cyberwarfare-Programmen beteiligen.

Bild: dcmaster, flickr.


Google für Chinesen unverzichtbar – zumindest bei den Wissenschaftlern

Nach all dem Zoff zwischen den USA, Google und China hat das Magazin “Nature” Umfrageergebnisse veröffentlicht, die verdeutlichen, wie wichtig die Suchmaschine Google und ihre ergänzenden Dienste für drei Viertel der chinesischen Wissenschaftler für Recherchearbeiten ist.

Fast die Hälfte der 784 befragten chinesischen Wissenschaftler befürchtet den Wegfall wichtiger Suchergebnisse durch, würde Google den Betrieb in China einstellen. Weitere 36 Prozent erwarten zwar Einschränkungen durch die fehlenden Recherchemöglichkeiten, hoffen aber auch auf Alternativen.

“Recherche ohne Google ist wie ein Leben ohne Elektrizität”,

sagte der Ökonom Xiong Zhengin zum Magazin Nature. Er und seine Kollegen haben durch Google einen Zugang zu wissenschaftlichen Dokumenten und können Informationen über mögliche Kooperationspartner sammeln.

Dabei nutzen sie nicht nur die Websuche von Google, sondern auch Dienste wie Google Scholar (in Deutschland noch kaum bekannt) und Google Books. Seltener verwendet, aber ebenfalls unverzichtbar, ist der sehr Fachbereich-gebundene Kartendienst “Maps”.

Den Markt überlassen

Packt Google die Koffer und verzieht sich aus China, überlässt der anderswo so erfolgreiche Internetgigant dem chinesischen Konkurrenten Baidu sein vergleichsweise kleines aber in sicheren Händen gehaltenes Territorium.

Von allen Chinesen nutzen über 60 Prozent den landeseigenen Dienst Baidu, den Rest teilt sich Google mit Yahoo. Unter den Wissenschaftlern sieht die Aufteilung ganz anders aus: hier nutzen über 92 Prozent Google, 60 gelegentlich Baidu und 13 sind Yahoo-Nutzer. Die meisten von ihnen würden nach einem Wegfall von Google übrigens auf Yahoo umsteigen.


Sehr wahrscheinlich wird Baidu, wie bereits von Analysten vermutet, von Googles Abzug profitieren.

Google, China und die Zensurpolitik

Mit dem Start eines China-basierten Suchdienstes erklärte der Google-Konzern, sich an die Zensuranweisungen der Regierung zu halten – ganz im Widerspruch zum Motto “Don’t be evil”, das sich Google auf die Flaggen geschrieben hat. Zuvor hatten die Chinesen keinen Zugang zu google.com, und genau diese verlorenen potentiellen Nutzer wollte Google für sich gewinnen. Deshalb eröffnete man 2006 einen eigenen Ableger innerhalb der “Firewall”.

Nach dem Abschalten der Google-Dienste in China befürchtet man nun, dass die Regierung wieder eine Sperre der .com-Domain veranlassen würde – genau das ist im vergangenen Juli geschehen. Die Sperre dauerte bis Ende 2009 an.