Das China-Tablet-Experiment


Ich habe es gewagt. Ich habe mir im China-Urlaub in Beijing einen Tablet-Computer gekauft, den ich zuvor aggressiv runtergehandelt habe. Für 75 Euro oder 599 Yuan (dieser sehr europäische Preisvorschlag stammt von mir) ging das Tablet von einer Firma namens 驰为 (chí-wèi), die sich latinisiert kurioserweise “Chuwi” nennt über den Ladentisch.

Der Gatte der Verkäuferin arbeitet angeblich bei dieser Firma, deshalb bekämen wir diesen guten Preis angeblich nur hier. Nach 20 Minuten Preisverhandlung war ich mir sicher, dass man nicht weiter runter könne. Es gab sogar noch etwas Zubehör dazu.

Das Tablet im 7-Zoll-Format sieht mit seinem schwarzen Displayrahmen und der silbernen Gehäuseeinfassung ein bisschen wie ein großes iPhone aus. Das stolze Gewicht von ca. 250 Gramm führte die Verkäuferin auf den “Metallrahmen” zurück, der allerdings aus Kunststoff besteht. (Nach dem Öffnen mehr dazu.) Bei einem Gerät dieser Preisklasse muss man natürlich damit rechnen, dass das Downsizing nicht auf alle Komponenten angewandt wurde.


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Technische Daten

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Die Kehrseite: „Billiger Schrott“ auf der CES in L. A.

Die Ausstellerflächen sind voll von „billigem Müll“ und „Imitaten“. Das klingt schon ganz anders als das, worüber in den vergangenen Tagen so fleißig berichtet wurde. Neben den großen Marken wie Samsung, Intel, Microsoft, Sony und ein paar anderen Bekannten tummeln sich auf den kleineren Flächen zwischen den Großen zahllose kleinere Firmen die durch ihre Platzierung versuchen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Klappt das nicht, gibt’s ja immer noch die Hostessen.

Angepriesen werden Hüllen für Smartphones, billiges Bluetooth-Zubehör und Fernseher, die sich vermutlich nicht in die Reihe der „Smart TVs“ stellen lassen, Fitnessgeräte.


Auffällig ist auch das Überangebot an Gadgets. So gibt es zum Beispiel eine kleine Fernbedienung mit Controller, der ins Auto verbaut werden kann. Die Fernbedienung wird am Band einer Armbanduhr platziert, das ganze als „007 Remote Alarm“ vorgeführt. Alarm zum Selbstauslösen? Wer’s mag, kann die Fernbedienung auch mit Touchscreen bekommen.

Ladestationen für bis zu vier iPads, Silikon(?)schalltrichter fürs iPhone, Hüllen für Apple-Geräte… die überwiegend chinesischen Anbieter solcher Gadgets scheinen sich in Apple-Produkte verschossen zu haben.

Alles in allem scheinen die Billiganbieter die Flächen nutzen zu wollen, um Abnehmer für ihre Waren zu finden. Solche „Gadget-Händler“ kennen wir auch in Deutschland. Auch bei denen scheint die Vorliebe für iPhone und iPad groß zu sein. Warum Besitzer dieser Geräte (die ja nicht billig sind) auf billiges Zubehör zurückgreifen wollen? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass Spielinstinkte geweckt werden, für die man nicht viel ausgeben will.

Und wer genug von dem Lärm um Smartphones hat, der kann doch mal „Hau den Lukas“ in der Variante „Hau das Smartphone“ spielen – mit echten Smartphones und einem Gummihammer.