Yahoo: Bartz fliegt raus


Carol Bartz, die bei Yahoo Anfang 2009 das Steuer übernahm, muss gehen. Das hat der Verwaltungsrat des Internet-Konzerns beschlossen und ihr über Roy Bostock telefonisch mitteilen lassen.

"Ich rief ihn um 18:06 Uhr an." Bostock habe gleich angefangen, ein von Anwälten vorbereitetes Schreiben vorzulesen.

Sie habe ihn unterbrochen: "Roy, ich denke, das ist eine Vorlage." Dann habe sie gesagt: "Warum hast Du nicht die Eier, es mir selbst zu sagen?" Nachdem Bostock fertig mit Vorlesen gewesen sei, habe sie gesagt: "Ich hab’s kapiert." Nur um ihm dann entgegenzuschleudern: "Ich dachte, Du hättest mehr Klasse."


von Heise.de: Gefeuerte Yahoo-Chefin: "Diese Leute haben mich verarscht"

Bartz selbst gab später mit viel Wut im Bauch Interviews, deren Abdrucke bei den US-amerikanischen Zeitungen oft als Lückentexte erschienen sind – wegen zu vieler böser Wörter.

Die Anleger haben übrigens positiv auf den Rauswurf reagiert. Zwar ist es Bartz in den vergangenen zwei Jahren durch Stellenabbau gelungen, Kosten zu senken, der Konzern verlor aber weiterhin Kunden an Konkurrenten wie Google. Zuletzt setzte Yahoo eine schrumpfende Nachfrage von Werbeflächen für grafische Anzeigen zu – einer “der” Stärken des alten Konzerns.

Im ersten Jahr in ihrem Amt gelang es Bartz zwar nicht, die Übernahme durch Microsoft in die Wege zu leiten, jedoch eine Suchallianz mit Microsoft einzugehen.