Chrome vorinstalliert


Der Suchmaschinenbetreiber, Internetdienstanbieter und seit einem Jahr auch Browserhersteller Google sorgt jetzt für eine erhöhte Verbreitung des hauseigenen Webbrowsers Chrome.

Dabei verfolgt man eine ähnliche “Taktik” wie Microsoft: Der Browser wird auf Google Chrome-Logofertig eingerichteten Computern vorinstalliert und als Standardwebbrowser festgelegt.

Betroffen von diesem Schritt sind nur in den USA erhältliche Notebooks von Sony aus der Vaio-Serie.

Mit dem Vorgehen erhofft sich Google, dem Internet Explorer von Microsoft Marktanteile abzwacken zu können. Chrome hat mit einem Prozent Anteil inzwischen eine gewisse Relevanz erlangt.


Solange die Laptops mit vorinstalliertem Google Chrome nur von einem Hersteller und nur innerhalb eine Produktreihe und nur innerhalb der USA verkauft werden, dürfte das die Marktanteile kaum erschüttern.

Denkbar ist natürlich, dass Sony und Google weitere Schritte einleiten und nach einer Testphase auch andere Computer mit vorinstalliertem Chrome ausliefern.

Vaio Sobald sich abzeichnet, wie erfolgreich die beiden Unternehmen damit sind, werden sicherlich andere Browserhersteller Verträge mit Hardwareherstellern abschließen.

Links: Vaio wird verchromt. (Bild von “ahhyeah”, flickr.)

Nach meinem Tipp ganz vorne mit dabei: Opera Software. Der norwegische Browserhersteller ist für sein aggressives Marketing bekannt, bislang war er aber weniger erfolgreich. Die Anteile des Browsers bewegen sich ähnlich wie bei Chrome im 1-Prozent-Bereich, dürften durch die heutige Veröffentlichung der Version 10 aber einen kleinen Schub erfahren.

Gelingt es Opera, einen Vertrag mit einem Computerhersteller oder Ausstatter zu schließen, könnten dies sprungartig für mehr Relevanz sorgen.


Microsoft bereit, Fremdbrowser zu installieren

Im Browserkrieg 2008/9 zeigt sich Microsoft nach zwei Schritten, den Forderungen der EU gerecht zu werden nun bereit, dem Benutzer die Installation von Fremdbrowsern vorzuschlagen.

Schon im März tauchte in den Tauschbörsen eine Betaversion von Windows 7 auf, bei der sich der Internet Explorer deaktivieren ließ.


Zwei Monate später erklärte Opera Software ASA, dass dieser Schritt nicht genug sei und forderte die Installation von Alternativbrowsern per Windows Update.

Mitte Juni gab Microsoft bekannt, Windows 7 für Europa ohne Internet Explorer ausliefern zu wollen. Stattdessen soll der hauseigene Browser auf einer zusätzlichen CD mit dem Namen “Live Essentials” zum Nachinstallieren mitgeliefert werden.

Im Streit zwischen der EU und Microsoft stehen nun neue Lösungen in Aussicht, denen ganz offensichtlich die Forderungen des schwedischen Browserherstellers Opera zugrunde liegen. Überraschend hierbei: Microsoft zeigt sich gesprächsbereit.

Microsoft schlägt vor, ein Update für Windows herauszugeben, das die Nutzer fragt, ob sie den Webbrowser wechseln wollen. Ihnen steht zur Auswahl, den Internet Explorer ganz zu deaktivieren und einen alternativen Browser einzusetzen, oder einen zusätzlichen zu installieren. Wie die Installation durchgeführt werden soll – also ob der Benutzer zur Downloadseite des Browserherstellers geleitet wird oder ob das Update die Installation selbst vornimmt – ist derzeit noch nicht bekannt.