Vatikan zieht einstweilige Verfügung gegen Titanic zurück


Gestern, einen Tag vor dem geplanten Beginn der Hauptverhandlung in Sachen Vatikan gegen Titanic-Magazin sagten die Kläger den Termin ab und zogen ihre einstweilige Verfügung zurück.

Am 10. Juli wurde bekannt, dass der Papst, beziehungsweise der Erzbischof Becciu in Vertretung die Titanic-Redaktion per Rechtsanwalt aufgefordert hat, die Verbreitung des Magazins mit einem Cover, das den Papst mit gelb verfärbter Kutte zeigt, zu unterlassen.

Erst diese Meldung führte in den Wochen dazu, dass diese Ausgabe der Titanic besondere Bekanntheit erlangte.

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Juli 2012: Itanliener enttarnen Schwätzer; Titanic reagiert mit diesem Cover.
Nach dem Eintreffen der Post vom Rechtsanwalt zensierte Titanic sich selbst.
© für dieses Bild: natürlich beim TITANIC-Verlag GmbH & Co. KG.

Der angekündigte Prozess wurde von Beobachtern bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Gründe wie Kunstfreiheit, die Kirche dürfe sich nicht in Angelegenheiten der Presse einmischen und “Satire dürfe schließlich alles” wurden angeführt.


Man darf vermuten, dass die Kläger auch deshalb zurückruderten, weil sie ihre Erfolgschancen aus den Augen verloren haben.


Papst verklagt Satiremagazin Titanic

Der Papst Benedikt XVI beziehnungsweise der Erzbischof Angelo Becciu in Vertretung fordert das Satiremagazin Titanic über einen Rechtsanwalt auf, die Verbreitung der aktuellen Ausgabe zu unterlassen. Grund ist das aktuelle Titelbild, das den Papst mit erhobenen Armen und einem großen gelber Fleck auf der Soutane zeigt. Das Bild ist betitelt mit „Die undichte Stelle ist gefunden!“. Die Titanic reagierte damit auf die im Mai bekannt gewordene Maulwurf-Affäre um einen Diener des Papstes.

Der Papst beziekungsweise Becciu sehe die Persönlichkeitsrechte des Papstes verletzt.


Leo Fischer, Chefredakteur der Titanic, erklärt dazu:

„Benedikt muß uns mißverstanden haben […] Der Titel zeigt [zeige] einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre […] feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat […]“

Man hofft auf ein persönliches Gespräch mit dem Papst. Laut Pressemitteilung ist es das erste Mal, dass der Papst gegen das Magazin vorgeht.