U.K. ist nicht UK – Lettischer Folk


Es gestaltet sich schwierig, mehr Informationen über die vermeintliche lettische Band “U.K.” zu finden. Aber zunächst einmal so viel: es geht hier nicht um “United Kingdom” und auch nicht wirklich um eine Band. “U.K.” ist nämlich, hier muss man differenzieren, ein Musikprojekt des Sängers Rolands Ūdris’ und des Gitarristen Egons Kronbergs’*. Die beiden könnten einigen als Mitglieder der Band “The Hobos” seit den Neunzigern ein Begriff geworden sein.

U.K. ist aber nicht zu verwechseln mit der 70er-Jahre-Progressive-Rock-Supergroup “UK”. Zune Market, Last.FM und Musicload unterschieden hier nicht; in anderen Portalen werden U.K. gar nicht gelistet oder ich habe keinen Zugang.

Unter dem Namen “U.K.” spielen Ūdris und Kronbergs an den Folk angelehnte Musik und neigen dazu, Sprachen in Ihren Texten zu vermischen.

Als beliebtester Titel aus ihrem bislang einzigen Album “K.U.” (einfach mal den Namen umgedreht) gilt “Pekinā Ir Auksti (Pekiniešu Suns)”, zu deutsch: Beijing ist kalt.

Pekinā ir auksti
Pekinā snieg sniegs
Pekinieši aizmieg
Kam nāk miegs

Pekinā ir ziema
Pekinā ir tumšs
Peķinieši neguļ
Kam ir pekiniešu suns

Refrain**, ***:
我知道东方红 [Wǒ zhīdào dōngfāng hōng]
我知道太阳升 [Wǒ zhīdào tàiyáng shēng]
但是我不知道 [Dàn shì wǒ bù zhīdao]
为什么 [Wéi shénme]
心里那么冷 [Xīnlǐ nàme lěng]**


Pekinā nāk gaisma
Lec saule sarkana
Pekinieši mostās
Savās istabās

Pekinā ir diena
Un tie kas pavada
Pekiniešu suņi
Dzied tīrā putunhua

-> Refrain

U.K.: “Pekinā Ir Auksti (Pekiniešu Suns)”, erschienen bei Platforma Records

*) Da im Lettischen männliche Vornamen auf –is oder –s enden, wurde das auch hier übernommen. Der Apostroph ist nur ein Stellvertreter für das (deutsche) Genitiv-S.

**) Hier werden chinesische Schriftzeichen verwendet. Wenn Sie nur Fragezeichen oder Kästchen sehen, fehlt ihrem Betriebssystem der Zeichensatz für ostasiatische Sprachen.

***) Übersetzung, etwas frei: “Wenn der Osten rot ist, weiß ich, dass die Sonne aufgeht. Aber ich weiß nicht, warum mein Herz so kalt ist.” Man beachte die vermutlich nicht unabsichtliche Ähnlichkeit zu 东方红 [Dōngfāng Hóng].


Google für Chinesen unverzichtbar – zumindest bei den Wissenschaftlern

Nach all dem Zoff zwischen den USA, Google und China hat das Magazin “Nature” Umfrageergebnisse veröffentlicht, die verdeutlichen, wie wichtig die Suchmaschine Google und ihre ergänzenden Dienste für drei Viertel der chinesischen Wissenschaftler für Recherchearbeiten ist.

Fast die Hälfte der 784 befragten chinesischen Wissenschaftler befürchtet den Wegfall wichtiger Suchergebnisse durch, würde Google den Betrieb in China einstellen. Weitere 36 Prozent erwarten zwar Einschränkungen durch die fehlenden Recherchemöglichkeiten, hoffen aber auch auf Alternativen.

“Recherche ohne Google ist wie ein Leben ohne Elektrizität”,

sagte der Ökonom Xiong Zhengin zum Magazin Nature. Er und seine Kollegen haben durch Google einen Zugang zu wissenschaftlichen Dokumenten und können Informationen über mögliche Kooperationspartner sammeln.

Dabei nutzen sie nicht nur die Websuche von Google, sondern auch Dienste wie Google Scholar (in Deutschland noch kaum bekannt) und Google Books. Seltener verwendet, aber ebenfalls unverzichtbar, ist der sehr Fachbereich-gebundene Kartendienst “Maps”.


Den Markt überlassen

Packt Google die Koffer und verzieht sich aus China, überlässt der anderswo so erfolgreiche Internetgigant dem chinesischen Konkurrenten Baidu sein vergleichsweise kleines aber in sicheren Händen gehaltenes Territorium.

Von allen Chinesen nutzen über 60 Prozent den landeseigenen Dienst Baidu, den Rest teilt sich Google mit Yahoo. Unter den Wissenschaftlern sieht die Aufteilung ganz anders aus: hier nutzen über 92 Prozent Google, 60 gelegentlich Baidu und 13 sind Yahoo-Nutzer. Die meisten von ihnen würden nach einem Wegfall von Google übrigens auf Yahoo umsteigen.

Sehr wahrscheinlich wird Baidu, wie bereits von Analysten vermutet, von Googles Abzug profitieren.

Google, China und die Zensurpolitik

Mit dem Start eines China-basierten Suchdienstes erklärte der Google-Konzern, sich an die Zensuranweisungen der Regierung zu halten – ganz im Widerspruch zum Motto “Don’t be evil”, das sich Google auf die Flaggen geschrieben hat. Zuvor hatten die Chinesen keinen Zugang zu google.com, und genau diese verlorenen potentiellen Nutzer wollte Google für sich gewinnen. Deshalb eröffnete man 2006 einen eigenen Ableger innerhalb der “Firewall”.

Nach dem Abschalten der Google-Dienste in China befürchtet man nun, dass die Regierung wieder eine Sperre der .com-Domain veranlassen würde – genau das ist im vergangenen Juli geschehen. Die Sperre dauerte bis Ende 2009 an.