SWR3 (wieder mal),

Marketing ist eine Wissenschaft für sich, aber das weißt du ja. Oder doch nicht? Den Eindruck könnte man in diesen Tagen haben, da Gunter Sachs für dich ein gerade-noch-so jugendfreies Plakat für das alljährliche New Pop Festival entworfen hat.

Wie viel Zeit hast du Herrn Sachs dafür gegeben? 2 Stunden? 90 Minuten? Wurden das Foto und und der Rest des Plakats gar zur gleichen Zeit erstellt?

Aus Urheberrechtlichen Gründen zeige ich das Plakat nicht, wer es sehen will, der lache klicke jetzt bitte hier.

Dank Kunst-“Leistungskurs” (es heißt offiziell nicht mehr so) fühle ich mich in der Lage, ein Schema von diesem Bild anzufertigen:


1. Hintergrund. Es gelingt deinem Grafik-Profi, dafür drei Farben zu verwenden, die auf einer nahezu Horizontalen keinerlei Bewegung aufweisen. Da Profis nicht einfach GIMP herannehmen können, zollt dieser Leistung schon großer Respekt.

2. Motive. Über den aus einer Fläche bestehenden Hintergrund werden eine entblößte Blondine und Notenlinien mit wuchtigem Violinschlüssel gelegt. Die Dame dürfte schon für Ungunst gesorgt haben. Assoziationen:

  • Notenlinien = Musik = Gut gemacht.
  • Nackte Blondine = Softporno = Ziel verfehlt.

3. Schrift als Motiv. Links oben schwebend, in den beiden dominierenden Farben “blassrosaorange” und schwarz" platziert der Profi die Schrift. Das letzte Bild der Analyse zeigt bei unscharfem Betrachten, wie mies die Bildaufteilung durchgeführt wurde.

  • Aufteilung des Farbgewichts: Mist.
  • Hervorhebung wichtiger Objekte: nö.
  • Schrift als wichtigstes Objekt: Mist.
  • Gesamteindruck: unruhiger, ablenkender Rahmen, kein Objekt im Zentrum, bzw. Zentrum fehlt.

4. Vor allem aber will ich wissen: Wer? Wo? (Steht ja nicht drauf)

5. Und aus Neugier: Was hat Gunter Sachs für dieses Kunstwerk verlangt?