Verpackungskünste


Mein Kommentar zu dem vor drei Tagen bei BasicThinking veröffentlichten Beitrag “Online bestellt? Der Verpackungswahn hat ein Gesicht” wurde etwas länger, weshalb ich beschlossen habe, ihn zu etwas bebildern und hier zu veröffentlichen.

Wer zu Weihnachten seine Geschenke (vor allem die für sich selbst 😉 ) im Internet bestellt hat, ist bestimmt Empfänger von kuriosen Verpackungen geworden. Da wird an Verpackungsmaterial gespart oder zu viel verwendet. Für Kabel werden große Kartons verwendet, dann fehlt es bei empfindlichen Teilen wieder an Polstermaterial.

Letztes Jahr habe ich mein Laptop bekommen, das schon vom Hersteller nach der Methode „Schachtel-in-Schachtel“ verpackt wurde. Zwar sehr kompakt aber nach der Meinung des Versandhändlers Notebooksb*ll*ger nicht sicher genug. Der steckte es in einen Karton, in den die Herstellerverpackung mindestens drei mal gepasst hätte. Die entstandenen Leerräume wurden mit kleineren Kartons und zerschnittener Blisterfolie zugestopft.

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Etwas kleinere Verpackung nach der Reparatur.

Nachdem das Gerät wegen komischen Verhaltens zur Reparatur zum Hersteller ging, kam es in fast genauso großen Verpackung zurück. Den Hinweg überstand das Laptop doch auch in der Originalverpackung, also warum, Asus?

Re*chelt schickte mir mal ein Ersatz für einen defekten Handy-Kopfhörer-Adapter, eigentlich nicht mehr als ein spezielles Kabel. Die Schachtel drumherum musste aber Dimensionen aufweisen, die die Post nur für EUR 6,90 befördert. Ein Brief hätt’s auch getan.

Nicht überdimensional aber ungewöhnlich war die Verpackung eines auf eBay gefundenen Versandhändlers, bei dem ich einen Fliesenschneider bestellte. Der kam auch unversehrt an und das trotz der viel zu kleinen Verpackung, die mit einer kleinen aufgestülpten Schachtel auch genug Platz (und offensichtlich auch Schutz)  für ein herausstehendes Teil bot.

Schief gehen kann’s auch mal. Diese Sendung wurde bemerkenswerter Weise nicht bis zur Haustür gebracht (so wie ein anderes Paket an diesem Tag) sondern wollte von mir am “Poststützpunkt” abgeholt werden. Dort musste ich ein Formular ausfüllen und durfte das Päckchen mitnehmen.


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Enthalten waren übrigens eine Festplatte und zwei RAM-Riegel. Der eine war kaputt und wurde natürlich getauscht.

Die gerade einmal 5 cm hohe Schachtel war einfach zu dünn, da konnten auch die Luftpolsterumschläge, in die die Speicherriegel gesteckt wurden, keinen Schutz mehr bieten.

Da überrascht es doch, wie ein anderer großer Hardware-Händler seine Teile noch fahrlässiger einpacken kann. Das hier enthielt eine Festplatte:

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Dieses Verpackungskunstwerk wiederum befand sich in einer etwas größeren Schachtel ohne Polstermaterial. Immerhin kam die Festplatte unversehrt an.

Beide Händler verzichteten übrigens auf die antistatische Folie, die man normalerweise für empfindliche Bauteile verwendet.


Ich bin auf jeden fall schon gespannt auf die Sendungen, die in den nächsten Tagen ankommen müssten und folgendes enthalten werden:

  • zwei Fernbedienungen von unterschiedlichen Händlern (also zwei Postsendungen)
  • RAM
  • Eine PC-Maus

3 Gedanken zu „Verpackungskünste

  1. Über die Verpackungskünste so mancher Lieferanten kann man sich nur noch wundern. Ich werde das Gefühl nicht los dass die auf diese Art und Weise nur ihre Verpackungen entsorgen wollen.

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