Mehr als tausend geht nicht


In den vergangenen Wochen haben mich mehrere Bekannte gefragt, ob ich ihnen Computersysteme zusammenstellen könnte. Die meisten waren bereit, bis oder sogar mehr als 1000 Euro dafür auszugeben. Da ich mir zu Weihnachten selbst einen neuen Computer geschenkt habe, nahm ich dessen Plattform als Basis für meine bisherigen Vorschläge.

In diesem Beitrag:

  • Arbeitsspeicher
  • Prozessor
  • Mainboard
  • Festplatten
  • Optische Laufwerke
  • Energieversorgung
  • Gehäuse
  • Grafikkarten und andere Zusatzkarten
  • RAID oder nicht RAID
  • Lüfter, Kleinteile und Nachgeworfenes
  • Vorschläge und Gesamtkosten

Arbeitsspeicher

Einer der wichtigsten Grundsätze ist meiner Meinung nach derzeit: auf DDR3 zu verzichten. DDR3 rechtfertigt den Mehrwert an Leistung durch seinen hohen Preis nicht. In einzelnen Fällen kann der fast doppelt so hoch wie der von qualitativ hochwertigem und schnellem DDR2-RAM liegen. Mainboards für DDR3-Arbeitsspeicher erfordern auch CPUs wie etwa Intels i7-Serie, die preislich ebenfalls sehr hoch angesiedelt sind (Tendenz allerdings fallend). Bei DDR3-Speicher dürften die Preise hingegen nicht so schnell fallen.

DDR2-Speicher gibt es in der Standardausführung mit bis zu 800 MHz Taktrate, außerhalb des Standards erlauben spezielle Module Taktraten von bis zu 1066 MHz und überragen damit das eigentlich schnellere DDR3. Um diese hohen Taktfrequenzen erreichen zu können, müssen sowohl die Module als auch das Mainboard dafür geeignet sein. In einigen Fällen ist ein BIOS-Update des Mainboards von Nöten.

Für ein System, das für Office-Arbeiten gedacht ist, genügen eigentlich 512 MiB Arbeitsspeicher, ab einem Gigabyte macht es aber so richtig Spaß und Windows Vista kann Superfetch verwenden, um Daten schon vorab ins RAM zu laden. 4 Gigabytes haben sich als sinnvolle Obergrenze erwiesen, da erstens mit 32-Bit-Systemen maximal 3,5 bis 3,8 GiB genutzt werden können und erst 64-Bit-Systeme mehr als 4 GiB nutzen können – und die kann man zurzeit kaum auslasten, selbst mit aktuellen Spielen nicht. Wer mehr braucht, soll sich mehr kaufen, meines Erachtens ist das aber nicht nötig, weshalb die Empfehlung hier lautet: 4 GiB reichen.

Prozessor

Die meisten, die einen neuen Computer wollten, wollten damit so weitermachen wie bisher: Windows XP oder Vista darauf installieren und vielleicht ein paar etwas betagte Spiele spielen. Man sollte aber bedenken, dass nach dem PC-Kauf der Griff ins Spiele-Regal schnell getan sein kann, wenn jemand die neue Konfiguration ausprobieren will oder doch Lust auf ein neues Spiel hat.

Wer seinen Computer konsequent für Office-Arbeiten nutzen wird und aus dem Alter raus ist, in dem man noch spielt – wir wissen, dass es diese Altersgrenze nicht gibt – oder noch nie Interesse an Spielen hat, ist heutzutage streng genommen ein guter Kandidat für ein Single-Core-System. Da einkernige CPUs aber gerade immer weniger werden und etwas schwächere Dual-Core-CPUs auch günstig zu haben sind, sollte man diesen Systemen einen solchen Prozessor spendieren. Schließlich geht es hier auch um einen stationären PC und nicht um einen Mobilcomputer, bei dem das Energiesparen besonders wichtig wäre. Eine zweikernige CPU darf es sowohl für Office-Schreibtischtäter als auch für Gelegenheitsspieler werden – dann muss man das System aber an anderen Stellen anpassen.

Für diejenigen, die gerne und oft und vor allem neuere Titel spielen, braucht man schon wieder eine andere Konfiguration. Als Prozessor kommt hier entweder ein schneller Dual-Core-Prozessor in Frage oder ein Quadcore – in letzterem Fall muss man aber sicherstellen, dass dessen etwas niedrigere Taktfrequenz für die Spiele ausreicht. Viele Spiele erfordern immer noch schnelle CPUs statt vieler derer. Der Trend geht inzwischen aber klar zur Unterstützung mehrerer Prozessoren (beziehungsweise Prozessorkerne).

Mainboard

Das Mainboard ist die Basis für alle Aufbauten des neuen Systems. Es sollte danach gewählt werden, für welchen Speichertyp und welche CPU man sich entschieden hat. Für ein Intel-System würde ich ein Mainboard mit P45-Chipsatz als Basis empfehlen, für eins mit AMD-CPU mit GeForce 8300-Chipsatz — solange man bei DDR2-Speicher bleibt und natürlich auch die CPU passt.

Weitere Entscheidungskriterien für die Wahl des Mainboards sind vorhandene Steckplätze (PCI und PCI Express), manchmal die Anzahl der Plätze für Arbeitsspeichermodule (in der Regel 4), vorhandene Schnittstellen und Onboard-Geräte wie Grafikkarten, Netzwerkkarten, Soundkarten und die Anschlussmöglichkeiten für Laufwerke: da man IDE inzwischen getrost als veraltet vernachlässigen kann, kommt es nur noch auf genügend S-ATA-Anschlüsse an. Wer ältere Laufwerke weiterverwenden möchte, muss aber darauf achten, dass etwa IDE und Floppy unterstützt werden. Wer Disketten nur noch selten verwendet, kann aber schon für 8 Euro ein USB-Diskettenlaufwerk bekommen.

Festplatten

Den meisten genügt weniger als ein Terabyte als Speicher, um hier gleich einigen den Gedanken an Terabyte-Festplatten auszuschlagen – in der Regel ist es unnötig. Wer aber Videos speichern will oder eine große Musiksammlung hat, darf sich den Griff zur Terabyte-Festplatte überlegen.

Meistens empfehle ich Festplatten mit wenigstens 500 Gigabytes, da ist genug Platz für ein Betriebssystem, viele Programme, platzraubende Spiele und vor allem persönliche Dateien. Wenn jemand Wert auf Sicherheit legt, würde ich unbedingt zum Kauf einer zweiten Festplatte raten, auf die regelmäßig (gleich mehr dazu)gesichert wird. Geeignet sind sowohl interne Festplatten als auch externe – letztere sind allerdings etwas langsamer. Eine inkrementelle Sicherung dauert nach einer Woche intensiver Arbeit am PC höchstens eine Stunde.

Bestens geeignet für solche Sicherungsaufgaben ist das in den höheren Ausgaben von Windows Vista enthaltene Sicherungsprogramm “Sicherungsstatus und –konfiguration”, das täglich, wöchentlich oder monatlich auf einen festgelegten Zieldatenträger sichern kann.

Externe Festplatten, die fürs Backup vorgesehen waren sollten nicht zweckentfremdet werden – sonst wundert man sich etwa nach dem Aufspielen von Videos, die man zu Freunden mitnehmen wollte, warum die automatische Sicherung nicht mehr funktioniert und wenn mal alle Stricke reißen und die eingebaute sowie die externe Festplatte nicht mehr funktionieren, hat man seine Daten wohl verloren.

Eine Sicherungsfestplatte muss nicht ganz so viel Kapazität aufweisen wie die fest eingebaute – wenn man aber mehrere Sicherungsstände behalten will und vielleicht noch eine komplette Computersicherung erstellen will (im Vista-eigenen Programm heißt sie “Complete PC-Sicherung”) sollte für die Sicherungsfestplatte mehr Kapazität einplanen. Wer sich für eine externe Sicherungsfestplatte entscheidet, muss übrigens keine schlanke und gut designte 2,5″-Platte kaufen, sondern kann eine der etwas größeren 3,5″-Modelle kaufen.

Wer übrigens glaubt, Solid State Disks (SSDs) seien erschwinglich und schnell, muss an dieser Stelle auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Mit Kapazitäten von bestenfalls 60 Gigabytes und derzeit noch hohen Latenzzeiten sind SSDs höchstens in mehreren RAID 0-Verbünden zum Einsatz geeignet, ihre Preise dürften die Träumer aber schnell abschrecken. Auch wenn die Entwicklung rasend vorangeht und die ersten Tests berauschend sind, wird es diesen April nichts nichts mit der SSD im PC.

Optische Laufwerke

Blue Ray hin oder her, da ich weder ein großer Filmegucker bin noch überhaupt solche Medien besitze, habe ich mir selbst kein Laufwerk gekauft, das Blue Ray unterstützt. Wer Blue Ray-Medien lesen will, muss mit Preisen von mindestens 100 Euro rechnen, eher mehr; Brenner kosten sogar um die 250 Euro.

Einfache DVD-Brenner kann man für Preise zwischen 20 und 40 Euro bekommen, je nach Aktion; Double-Layer-Brenner haben sich für mich als sinnvoll erwiesen und kosten etwa 50 Euro; aber auch hier sind bessere Preise durchaus möglich. Entscheidungskriterien sind dann oft die Affinität zu bestimmten Marken oder Laufruhe und der gute Ruf.

Wer noch ein älteres IDE-Laufwerk hat, kann es eigentlich weiter verwenden, solange es die Anforderungen erfüllt. Wichtig ist dann darauf zu achten, dass das Mainboard einen IDE-Kanal besitzt. In aller Regel tun sie das auch, dann haben sie jedoch nur den langsameren IDE-Kanal, der für IDE-Festplatten nur bedingt geeignet ist. (früher hätte dieser Anschluss “Secondary IDE” entsprochen.) Für optische Laufwerke ist der Anschluss aber ausreichend.

Energieversorgung

Entgegen der Meinung, ein Netzteil müsse bei 500 Watt Leistungsreserven beginnen, genügen 300 Watt für Office-Systeme und 420 für Spielecomputer. Wer neben einer CPU auch eine Grafikkarte der Oberklasse verwendet, sollte allerdings tatsächlich auf ein Netzteil mit 500 Watt Reserven zurückgreifen. Man wird es nicht ausreizen können, aber das ist bei Netzteilen sowieso eher sinnfrei. Aus eigener Erfahrung empfehle ich aber dringend zum Kauf eines Netzteils mit ruhigem Lüfter, am besten einem in den Boden eingefassten. Wer an der falschen Stelle spart ärgert sich nach wenigen Monaten, dass das günstige Netzteil regelrecht zu rauschen beginnt. Gute Netzteile mit Reserven von mehr als 480 Watt und leisem Lüfter kann man ab 50 Euro bekommen; ihre Preise können sich bis an die 90 Euro erstrecken.

Gehäuse

Bei Gehäusen beginnen wahrscheinlich nach der Debatte “Intel oder AMD” die Geschmacksfragen, natürlich sollte man es in Absprache mit dem eigentlichen Käufer des Systems wählen, sofern man es nicht für sich selbst zusammenbaut. Andere Kriterien sind genügend Volumen und freie Plätze für Lüfter, damit die Luft gut zirkulieren kann. Micro ATX-Gehäuse würde ich nicht mehr nehmen, es sei denn der PC muss keine hohe Leistung erbringen und produziert nur wenig Abwärme.

Genauso muss genügend Platz für die gewünschten Laufwerke vorhanden sein. Dazu werfen wir mal einen Blick in mein Gehäuse:

Gehäuse

Das Gehäuse hat oben Platz für vier 3,5″-Laufwerke, der oberste wird von einem solchen belegt. Darunter befinden sich zwei Festplatten in Entkoppelungsrahmen, die in der Breite so viel Platz brauchen, dass sie nur in 4,25″-Schächte passen. Ganz unten befinden sich die vom Hersteller für Festplatten vorgesehenen Einschübe für Festplatten; dazwischen ist in der Regel Platz für ein Diskettenlaufwerk. Da auch ich mich als einer der letzten entschieden habe, auf diese Laufwerke zu verzichten, habe auch ich seit etwa drei Monaten keins mehr und weiche notfalls auf das USB-Diskettenlaufwerk aus.

ATX2 oder BTX haben sie immer noch nicht durchgesetzt (obwohl teilweise sinnvoll). Die meisten Gehäuse, die man im Versandhandel finden kann, sind ATX-Gehäuse – ebenso entsprechen fast alle Mainboards dem ATX-Standard. Hier kann man also wenig falsch machen; sollte sich vor dem Kauf aber noch einmal versichern, dass diese wichtigen Teile zusammen passen.

Grafikkarten und andere Zusatzkarten

Wenn ich PCs zusammenstellen soll, überlasse ich die Entscheidung über die Grafikkarte fast immer denjenigen, die das System später verwenden sollen. Abhängig davon, was und wie oft sie spielen, sollte die Grafikkarte gut auf die Bedürfnisse abgestimmt sein. Hilfreich sind dabei Testberichte von Spielemagazinen und auch Beiträge aus spezialisierten Foren, in denen die Nutzer ihre Erfahrungen mit verschiedenen Grafikkarten schildern können. Generell gilt aber: AGP ist endgültig gestorben und damit sollten es – in Anbetracht der Tatsache, dass es kaum noch neue Mainboards mit AGP-Steckplatz gibt, Karten für PCI Express sein. SLI (Nvidia) und Crossfire (AMD/ATI) sind meiner Meinung nach unnötig, da sie eher eine Redundanzlösung sind als eine leistungsorientierte. Es gibt sicherlich Bereiche, in denen der Einsatz zweier Grafikkarten im Verbund sinnvoll sein mag; Spiele gehören aber eher selten dazu. Sollte es für einen Titel ausdrücklich Unterstützung für die Kombinierung zweier Karten und einen deutlichen Mehrwert geben, darf man SLI oder Crossfire. Meistens ist der Aufbau eines kombinierten Systems zu 300 Euro aufwärts viel teuer als der Kauf einer höher eingestuften Grafikkarte, die den Verbund in seiner Leistung übertreffen kann. Deshalb gilt: lieber gleich eine Grafikkarte der Oberklasse kaufen als zwei aus der Mittelklasse und sich über den hohen Preis, Stromverbrauch und Lärm (der Lüfter) zu ärgern.

Sehr paradox erschein mir vor ein paar Jahren die Debatte mit LAN-Party-Spielern, ob denn der Kauf einer HD-Soundkarte sinnvoll sei oder nicht. Das waren Leute, die bestenfalls Schlagzeug spielen konnten und kein musikalisches Gehör hatten, ergo auch keine Empfindung um hohe oder niedrigere Bitrate in abgespielter Musik oder die Tonwiedergabe auf 16-Bit-Soundkarten. So ergeht es aber nicht nur den LAN-Party-Gängern, sondern fast jedem, der einen neuen PC will (um diese Gruppe geht es ja heute). Knapp über der 16-Bit-Grenze ist nämlich eine Schwelle erreicht, an der die meisten Menschen nicht mehr von gutem und schlechtem Klang einer Soundkarte unterscheiden können. Da der AC’97-Audio-Standard (16 Bit!) auf fast allen neuen Mainboards durch HD-Audio mit 20 Bit Auflösung abgelöst wurde, darf man sich freuen und auf die Anschaffung einer eigenständigen Grafikkarte verzichten – der Klang ist selbst für Musikliebhaber ausreichend, gute Lautsprecher tun ihr übriges, minderwertige oder alte sind fast immer der eigentliche Grund für schlechten Klang. Wenn aber ausgeprägter Raumklang, Stereo-Aufnahme, digitale Ausgänge, eine besonders hohe Bitrate (wegen der Weiterverarbeitung) und besondere Klangrekonstruktionsverfahren erforderlich sind, muss eine zusätzliche Soundkarte her und deren Preis fängt bei fast 100 Euro an.


Netzwerkkarten sind inzwischen auf jedem Mainboard enthalten, erreichen 1000 mBit/s und dürften damit völlig ausreichen. Angeblich so gute Netzwerkkarten für Spieler, die die Latenzzeiten (“Ping”) senken sollen und die CPU entlasten kosten rund 100 Euro – für Dinge, die völlig sinnlos sind, da die Latenzzeiten von der Leitung vom Internetdienstanbieter nach Hause abhängig ist und die CPU-Belastung durch die Onboard-Netzwerkkarte minimal ist.

RAID oder nicht RAID

Das ist ein weiterer Gedanke, den ich Neuankömmlingen und Hobbybastlern schnell wieder auszuschlagen versuche: Der Gedanke an einen RAID-Festplattenverbund.

Wer nicht noch einmal rund 120 Euro in einen einigermaßen guten RAID-Controller investieren will, sollte die Finger vom Fake-RAID lassen, das mit aktuellen Mainboards möglich ist. Ich hatte selbst zwei Jahre einen solchen RAID-Verbund in Betrieb (RAID 0), gebracht hat es mir außer deutlich höheren Übertragungsraten der Festplatte(n) wenig: Der Onboard-Controller brauchte so viel Rechenleistung, dass die CPU dauerhaft ausgelastet war. Mit dem Umstieg auf Windows Vista machte die Arbeit an diesem PC kaum noch Spaß, alleine das Booten und Anmelden dauerte fast 5 Minuten, mehrere aktive Anwendungen konnte man auch nicht ohne deutliche Leistungseinbußen geöffnet lassen.


Da “Fake-RAID” keinen echten eigenständigen Controller mit eigenem Prozessor und eigenem Arbeitsspeicher besitzt, muss es auf die vom Mainboard bereitgestellten Ressourcen zurückgreifen. Das Resultat: eine regelrecht lahme CPU.

Wer wirklich RAID braucht, weil etwa die verwendeten Anwendungen ständig Daten von der Festplatte nachladen müssen (die Adobe Creative Suite zählt bei professioneller Nutzung dazu), sollte überlegen, ob die Kosten für einen “echten” RAID-Controller den Leistungsgewinn rechtfertigen.

Lüfter, Kleinteile und Nachgeworfenes

Wer ein neues Gehäuse kauft, bekommt es oft mit einem eingebauten Netzteil und Lüftern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Teile vor allem eins sind: laut. Wer Wert auf einen ruhigen PC legt, und das tun die meisten, sollte sich ein Gehäuse ohne Netzteil aussuchen oder wenn es nicht anders geht, das Netzteil austauschen und gewinnbringend verwerten oder anderweitig einsetzen.

Lüfter sind inzwischen fast immer dabei und sind sogar äußerst selten mit dreipoligen Anschlüssen ausgestattet, also nicht regelbar, noch seltener haben sie diese laufruhigen Kugellager und bringen dadurch nach wenigen Wochen Laufzeit das Gehäuse zum vibrieren. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf besonders große und langsam drehende Lüfter zurückgreifen. Mehr langsame Lüfter haben ein größeres Fördervolumen als zwei schnelle. Wenn sie regelbar sind und das BIOS korrekt eingestellt ist, werden die Lüfter nur bei Bedarf eingeschaltet, wodurch das neue System gleich noch leiser werden kann.

Lüfter gibt es nicht nur fürs PC-Gehäuse, sondern auch für die CPU, meistens in einer Verpackung und als “boxed” verkauft. Leider sind diese Lüfter fast immer lauter als nötig und sie lassen sich nur bedingt regeln. Wer die Möglichkeit hat, sollte eine CPU ohne Lüfter kaufen (da spart man etwa 10 Euro) und den Lüfter extra kaufen (kostet wiederum etwa 20 Euro und teurer geht immer). Die nachgekauften Lüfter müssen zum CPU-Sockel passen. Um Problemen wegen zu hoch gezogener Sockelrahmen auf dem Mainboard aus dem Weg zu gehen, sollte man die Maße genau überprüfen. Wer im Einzelhandel kauft, sollte einen Verkäufer bitten, auszuprobieren, ob die Teile wirklich zusammen passen.

Vorschläge und Gesamtkosten

Da die Preise starken Schwankungen unterliegen, werden hier nur Circa-Angaben verwendet. Hier nur Empfehlungen für die Basiskomponenten. Optische Laufwerke, Lüfter und Gehäuse müssen nach Bedarf und Wunsch gewählt werden. Zu allen Vorschlägen empfehle ich den Kauf einer eigenen Sicherungsfestplatte mit genügend Kapazität für mehrere Backups (siehe dazu auch den Abschnitt “Festplatten”).

Alle Vorschläge verstehen sich für den Betrieb mit Windows Vista oder einem aktuellen Linux.

Reines Office-System

  • CPU: Dual-Core, 1,8 GHz — 40 Euro
  • RAM: 1 GiB DDR2 — 15 Euro
  • Festplatte: 500 GiB — 45 Euro
  • Mainboard mit Onboard-Grafik — 40 bis 60 Euro

Office-System (für ältere Spiele geeignet)

  • CPU: Dual-Core, 2 GHz — 50 Euro
  • RAM: 1 oder 2 GiB DDR2 – 15, bzw. 30 Euro
  • Festplatte: 640 GiB — 50 Euro
  • Mainboard — 40 bis 60 Euro
  • Eigenständige Grafikkarte, sofern die Onboardkarte nicht ausreicht oder nicht vorhanden ist

Entwicklersystem

  • CPU: Dual-Core, 2,8 GHz oder Quad-Core, 2,4 GHz – 80 bis 100 Euro
  • RAM: 4 GiB DDR2 – 50 bis 60 Euro
  • Festplatte: 2×500 GiB oder adäquate – 100 Euro
  • Mainboard: nach Bedarf mit oder ohne Onboard-Grafik – 50 bis 70 Euro
  • Controller: nach Bedarf RAID
  • nach Bedarf eigenständige Grafikkarte

Entwickler-/Grafikersystem

  • CPU: Quad-Core, 2,6 bis 2,8 GHz – 90 bis 130 Euro
  • RAM: 4 GiB DDR2 – 50 bis 60 Euro
  • Festplatte: 2×640 GiB oder adäquate – 120 Euro
  • Mainboard: nach Bedarf – 50 bis 70 Euro
  • Controller: RAID
  • eigenständige Grafikkarte

Spieler-System

  • CPU: Dual-Core, 2,8 GHz oder Quad-Core, 2,4 GHz – 80 bis 100 Euro
  • RAM: 4 GiB DDR2 – 50 bis 60 Euro
  • Festplatte: 2×500 GiB oder adequate – 100 Euro
  • Mainboard: oder ohne Onboard-Grafik – 50 bis 70 Euro
  • Controller: nach Bedarf RAID
  • eigenständige Grafikkarte

Spieler-System II

  • CPU: Quad-Core, 2,6 bis 2,8 GHz – 90 bis 130 Euro
  • RAM: 4 GiB DDR2 – 50 bis 60 Euro
  • Festplatte: 2×640 GiB oder adäquate – 100 Euro
  • Mainboard: oder ohne Onboard-Grafik – 50 bis 70 Euro
  • Controller: nach Bedarf RAID
  • eigenständige Grafikkarte

Zuzüglich Gehäuse, Netzteil, Zubehör wie Lüftern, Kabeln und Betriebssystem können sich die Kosten auf 320 bis 350 Euro beim Office-Rechner und bis zu 860 Euro beim Spieler-System II belaufen. Nach oben hin gibt es wie immer fast keine Grenze, wenn man Premium-Gehäuse und –Netzteile oder spezielle optische Laufwerke (wie etwa für Blue Ray) wählt oder Grafikkarten der Oberklasse möchte/braucht. Einen “Tausender” braucht man allerdings nicht mehr, um einen guten PC zusammen zu bauen.