Wie bitte? ICANN diskutiert über religiöse Top Level Domains


Bis vorgestern tagte in Mexico die ICANN und beriet über neue Top Level Domains wie .catholic, .buddhist oder .islam.

Der Vatikan hat der ICANN gegenüber seine Bedenken geäußert, solche Domains könnten zu Streitigkeiten zwischen religiösen Traditionen führen. Die Organisation könnte durch die Einführung solcher Domains ihre “weise Politik der Neutralität” verlieren, so Carlo Maria Polvani.

Bei der Zuteilung von Top Level Domains folgt die ICANN normalerweise neutralen Wegen zur Namensfindung, wie etwa geografischen Gegebenheiten (bei Länderdomains) oder den Diensten nahekommende Endungen wie etwa .info, .com, .biz oder .gov.

Sollte man sich trotz der Kritik dazu entschließen, religiöse Domainendungen zu verteilen, muss man damit rechnen, dass viele religiöse Gruppierungen, die vielleicht weniger relevant als das Christentum, der Islam oder der Buddhismus sind, eigene Endungen verlangen werden. Streitereien mit kleineren Gemeinschaften oder Sekten sind dann nicht zu vermeiden (gerade weil letztere oft extremere Ansichten haben).


Hier weitere Vorschläge für religiöse Domainendungen:


  • .christ – Christentum allgemein
  • .orth – Orthodox
  • .protestant – Protestanten
  • .hindu – Hinduismus
  • .dao – Daoismus
  • .sikh – Sikhismus
  • .jew – Judentum
  • .konf/.konfuz – Konfuzianismus
  • .shinto – Shintō
  • .wto – Zeugen Jehovas
  • .ptpl – Volkstempler
  • .ots – Sonnentempler
  • .amish – Amische
  • .ktm – Kanal Telemedial

Und nicht zu vergessen: Fliegendes Spaghettimonster FSM

  • .fsm – Pastafarismus
  • und 10 000 Domains für die Naturreligionen der Ureinwohner Südamerikas, Nordamerikas, Australiens, Afrikas, Asiens und der Völker des alten Europas und Asiens

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