Kleine Hunde kläffen – Opera Software ASA gegen Microsoft im Browserkrieg 2008/9


Erneut versucht der norwegische Softwarehersteller Opera Software ASA und Entwickler des Opera-Webbrowsers, sich Gehör zu verschaffen. Am 16. Januar hat sich die EU-Kommission einer Beschwerde des Herstellers angenommen, nach der Microsoft seine marktbeherrschende Stellung ausnutze, um den eigenen Webbrowser Internet Explorer zu verbreiten und Konkurrenten, darunter eben jener Opera-Webbrowser, aus dem Markt zu verdrängen.

In bisherigen Verfahren wurde Microsoft zu Gesamtbußgeldern von über 1,6 Milliarden Euro verurteilt, jetzt wolle man das Geschäft so führen, dass es mit dem europäischen Recht in Einklang stehe.


Aus einer von EurActiv veröffentlichten Meldung geht hervor, dass der Zwang zum Browserauswahldialog oder etwas Ähnlichem bereits beschlossene Sache sei. Eine teilweise schon umgesetzte Alternativlösung wäre die Vorauswahl durch den Distributor: Firmen wie Dell, HP oder Acer, die Windows in der Regel auf ihren Computern installieren, könnten einen alternativen Browser integrieren und als Standardbrowser festlegen.

Gestern abend wurde auch noch bekannt, dass sich Google auf die Seite von Opera ASA stellt. Im Google Blog erläutert man seine (altbekannten) Gründe: Durch die Bündelung von Windows mit dem Internet Explorer sei der Browsermarkt nahezu frei von Wettbewerb und Technologien wie Registerbrowsen, Schutz der Privatsphäre oder schnellere JavaScript-Engines sowie die bereits von Microsoft und später auch von Google realisierte Trennung in Einzelprozesse seien Ergebnisse dieses Wettbewerbs.


Mozilla: “Die Behauptung ist untragbar”

Ganz anders als Opera ASA und Google ist die Sicht der Dinge bei Mozilla: Die Behauptung, die Bündelung sei die Ursache für die hohen Anteile des Internet Explorers, sei untragbar. Auch ohne eine solche Bündelung sei der Mozilla-Browser Firefox inzwischen mit mehr als 20% auf dem Browsermarkt vertreten. Operas Problem läge vielmehr in der komplizierteren Bedienung des Browsers, so Mike Connor, Opera sei ein funktionsüberfüllter Browser für “Geeks”.


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