Neppseiten als Werbefläche


Langwierige Nutzer von Instant-Messagern, Leser von Foren oder Gästebüchern kennen sie, die Links, die mit http://blablabla beginnen und meistens auf ?ref=[Zahlenkolonne] enden: Sogenannte “Refer”-Links, die die Nutzer mehr oder weniger Fraglicher Online-Angebote verteilen, in der Hoffnung, dass dann irgendwas passiere.

Ein recht neues Beispiel ist die Website “StudiVZ-Spy”. Eine ihrer insgesamt drei (!!) Unterseiten sieht so aus:

Neppseite StudiVZ Spy


Wenn Sie die Seite finden oder den Link kennen (ich werde die Betreiber bestimmt nicht unterstützen), schauen Sie doch mal rein und finden Sie heraus: Wie viel Fläche der Website wird mit Werbung bedeckt? Ich komme auf zwei Drittel. Das ist eine ganze Menge und besonders viel, weil die Seite bis auf mit schlechter Musik unterlegte Fake-Videos nichts zu bieten hat.

Jetzt sollte auch dem unerfahrenen Internetnutzer klar sein, was solche Seiten sind: Geldmaschinen. Der Betreiber macht ein tolles Versprechen (hier: fremde Profile bearbeiten, Nachrichten lesen und verschicken)…

Neppseite StudiVZ Spy

… und lockt die Massen auf seine Seite. Mit jeder Einblendung eines sogenannten “Layers” (der großflächigen Werbung) oder mit Klicks auf diese und andere Werbeblöcke verdient der Betreiber Geld – indem er Leute veralbert.

Das Ganze geht in dem Moment weiter, da Besucher auf die Versprechen reinfallen und den Link weiterschicken – man lockt so immer mehr auf die Seite.

Seiten wie diese sind vermutlich die Marketingmethoden Gescheiterter Schul- oder Ausbildungsabbrecher oder Abzocker im ersten Lehrjahr: An irgendwelchen Stellen haben Seiten wie diese immer orthographische Fehler wie etwa “vorraus”:

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(und das auch noch ganz gut sichtbar im Kopfbereich), Deppenleerzeichen:

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Noch mehr Deppenleerzeichen und keine Ahnung von Zeichencodierung:

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In der Anleitung vergisst der Autor, etwas zu sagen oder den Ton aus dem Video zu nehmen – “Ich bin tight” ist mit Sicherheit nicht der richtige Text für eine Anleitung.

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Oder der Text hier:

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Ach, ich fang schon wieder an zu lästern…

Ein Impressum hat diese Seite (und fast alle ihrer Art) übrigens nicht. Die Whois-Abfrage gibt ebenfalls keine Auskunft, da die betroffenen Domains in diesem Fall über Firmen registriert wurden und diese als Halter eingetragen sind. Früher waren auch die Third-Level-Domains (etwa name.de.vu) beliebt, weil sie kostenlos erhältlich sind und eine Whois-Abfrage gar nicht möglich ist.


2 Gedanken zu „Neppseiten als Werbefläche

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