Innenministerium sperrt Satire-Website

Kurzmeldung.

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Wie Heise Online und die Zeit meldeten, ließ das Bundesinnenministerium ließ die Satire-Website bmi.pifo.biz von Thorsten F. sperren. Bisher bekannter vom Ministerium vorgeschobener Grund sei die unzulässige Verwendung von Bundesabzeichen.

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Zensur-Gesetz gebilligt

Der in den letzten Monaten aufgekommene Wunsch nach einem Gesetzt, um den Zugriff auf Webseiten mit kinderpornografischem Inhalt zu verbieten, wurde heute vom Bundeskabinett gebilligt.

Wie diverse Onlinemagazine bereits ausgiebig berichteten, soll eine Sperrliste geführt werden, die tagesaktuell an die gängisten Internetprovider in Deutschland übermittelt werden sollen. Die Provider selbst sollen dann mittels des DNS-Service die entsprechenden Seiten sperren, indem sie die Namen nicht mehr den IP-Adressen zuordnen. Die Seite wird dadurch unerreichbar – zumindest für den absoluten Laien. Jener hat aber die Möglichkeit ganz einfach diese Sperre zu umgehen. Entsprechende Videos und Tutorials sind im Netz bereits vermehrt verfügbar und der Laie braucht weniger als eine Minute, um die Methode dahinter zu verstehen.

Kinderporno-Seiten im Internet sollen zukünftig blockiert werden.

Kinderporno-Seiten im Internet sollen zukünftig blockiert werden.

Wollen Benutzer auf gesperrte Seiten zugreifen, werden sie mit einem Stopp-Symbol vor dessen Inhalt gewarnt.
Die Tatsache, dass Kinderpornografie im Netz nichts zu suchen hat, steht wohl außer Frage. Ob eine Sperrliste hierfür aber der rechte Weg ist, scheint fraglich zu sein. Kritiker bemängeln, dass einzig und allein das BKA diese Sperrliste nach gut Dünken verwalkten darf. Eine irrtümlich gesperrte Seite kann nur per gerichtlichem Beschluss wieder freigegeben werden.

Natürlich, und hier liegt das Problem, lassen sich nicht nur Kinderpornoseiten sperren. Sind weitere Inhalte nicht gewollt ist nur eine Anspassung der Sperrliste nötig, um entsprechende Inhalt auszublenden.

Freude am Stopp-Schild: Ursula von der Leyen und BKA Chef Jörg Ziercke

Freude am Stopp-Schild: Ursula von der Leyen und BKA Chef Jörg Ziercke

Auch wenn Familienministerin Ursular von der Leyen darauf pocht, dass “dringender Handlungsbedarf” besteht, so scheint es weiterhin eine Frage der Auslegung der Statistiken zu sein. So mag rein statistisch die Anzahl der Verbreitung von bristanten Bildern und Videos um 111 Prozent zugenommen haben, handelt es sich hier aber nicht, wie dargestellt, um die Menge der Verurteilungen, sondern um die Menge der Ermittlungsverfahren.
Dass gegen Kinderpornografie vorgegangen werden muss, steht fest. Die Frage ist dabei aber, warum es in Deutschland weiterhin bekannte Kinderpornogrfie-Server gibt, die auch noch in Betrieb sind. Bevor man irgendeine andere Aktion macht, gehören solche Server ausgeschaltet.
Desweiteren gibt es weitaus mehr Argumente gegen, als für eine Sperrliste.

Sie verbergen verbrecherischen Inhalt, statt diesen zu eliminieren. Weder Journalisten, noch Verbraucherschützer noch andere Organisationen haben Zugriff zu diesen Liste, da sie geheim bleiben müssen, um effektiv zu sein. Eine geheime Liste wird auf Dauer immer irgendwo auftauchen. Die skandinavischen Listen sind bereits im Umlauf. Und zu guter Letzt untergraben sie Bürgerrechte und üben Zensur.

Sei der Wunsch nach einem “sauberen” Internet auch so groß, so muss der Weg und die Möglichkeit dennoch beachtet werden. Auch wenn man es schafft, einen Weg zu sperren, oder zu blockieren, so wird es – gerade im Internet – auch weiterhin Möglichkeiten geben, verbrecherische Inhalte zu verteilen. Schlussendlich sollte man nicht das Ergebnis sperren, sondern die Ursache elimieren. Da “Konsumenten” immer Mittel und Wege finden werden, ihr Material zu sehen, sollte das Ziel eher drauf gelegt werden, die Produktion jenes Materials zu unterbinden, und nicht nur unter den Teppich kehren.

Wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” heute mitteilte, sollen mit dem Gesetzt bis zu 450.000 Zugriffe auf Kinderporno-Seiten verhindert werden. Im Vorfeld haben Deutsche Telekom, Vodafone/ Arcor, Alice, Kabel Deutschland und Telefonica O2 Verträge mit dem BKA unterzeichnet. Damit seien 75% des Marktes abgedeckt.

Gegen Gewaltvideos

Das Thema Zensur scheint in Deutschland zur Zeit wieder Hochkonjunktur zu haben. Neben der Vertrag zwischen dem BKA und den Internetprovidern zum Schutz der Benutzer vor Kinderpornografie hat sich auch die Junge Union zum Ziel gesetzt, Gewaltvideos im Internet einzudämmen. Ausnahmsweise sind hierbei aber nicht die Internetprovider gefragt, sondern die Videoportale, wie Youtube oder MyVideo, wo sich Benutzer in Zukunft mit voller Anschrift und vollständiger Personalausweisnummer registrieren müssen. Dies soll das verbreiten und anschauen von gewaltverherrlichenden Videos erschweren, so die Junge Union.
Grundlage für diesen Ansatz sind die zu verzeichnenden Anstiege der Gewaltdelikte von Jugendlichen gerade in problematischen Stadtteilen. Angeblich sollen sich hier Jugendgangs, welche wieder mehr Popularität haben, sich gegenseitig mit Hass- und Gewaltvideos putschen und sich dann zu Straftaten verabreden.
Ein entsprechender Antrag an den Landesparteitag der NRW-CDU liegt vor und wurde zustimmend angenommen.
Wieder einmal will man nun mit Zensur verhindern, dass Gewaltaten geschehen. Ob dies der richtige Weg ist und ob Ordnungsämter und Jugendschutzeinrichtungen eher das Internet und dessen Videos im Auge behalten, statt ihren Bezirk, ist fraglich. Immerhin wird mit der Zensur eine Art Möglichkeit genommen, anstehende Gewalttaten frühezeitig zu erkennen und zu verhindern.
Oder erwartet die Junge Union, dass sich jene Jugendlliche tatsächlich mit echter Personalausweisnummer anmelden und den Behörden den Zaunpfahl vor die Tür stellen?
Wie eh und je ist fraglich ob Zensur das Problem behebt oder eher nur das – zumindest teilweise – sichtbare Ergebnis.