Green Dam: Nur beigelegt

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Anfang letzter Woche wurde es bekannt: Chinas PCs sollen nur noch mit einer Zensur bzw. Filtersoftware mit dem Namen Green Dam verkauft werden. Inzwischen hat man die Verpflichtung wieder zurück genommen, so berichtet zumindest die englisch-sprachige Tageszeitung China Daily unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Ministeriums.

Im Gegensatz zu der letzte Woche bekannt gegebene Verpflichtung seien Computer-Hersteller nun nur noch verpflichtet ab dem 1. Juli eine Setup-Datei der Software auf die Festplatte zu übertragen bzw eine CD-ROM beizulegen, so der Mitarbeiter des Ministeriums. Der Nutzer entscheide selber, ob er die Software installieren möchte, oder nicht. Die Rolle der chinesischen Regierung gehe nur noch so weit, dass man die Software kostenlos zur Verfügung stellen muss.

Die Software solle neben pornografischen Inhalten auch politische Inhalte für jugendliche Nutzer im Internet sperren. Auch führten schwere Sicherheitsmängel in der Software zu erheblicher Kritik. US Sicherheitsforscher hatten herausgefunden, dass mit Hilfe dieser Lücken man die Kontrolle über den PC übernehmen kann. Nach Angaben des Ministeriums wurden diese Sicherheitslücken inzwischen behoben.

Der US Software-Herrsteller Solid Oak hatte zudem Plagiatsvorwürfe geäußert, da ein Großteil des in der Blockadesoftware vorkommenden Codes aus dem eigenen Programm CyberSitter entstammen soll. Das US-Urheberrecht kann nach Rechtsexperten hier nicht durchgesetzt werden, da die PCs nur in China verkauft werden.

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Internet besiegt Ahmadinedschads Regierung

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In den vergangenen Tagen versuchte die neu gewählte und alte iranische Regierung unter Ahmadinedschad wiederholt das Land vom Internet zu trennen. Router an Kabelverbindungen wurden abgeschaltet, Satellitenantennen zerstört, Telefonleitungen getrennt.

Der Iran hat dem Internet den Krieg erklärt – und damit sich selbst. Bis jetzt scheint dieser Kampf für den Iran jedoch aussichtslos. Zudem stellt sich das Land selbst ein Bein: Die für Bankgeschäfte erforderlichen Verbindungen zum Internet werden ebenso blockiert wie die Geschäftsmöglichkeiten. Der Iran ist ein technisch relativ gut entwickeltes Land, das diese Geschäfte braucht.

Stephen Spoonamore, Sicherheitsexperte von Global Strategic Partners LLC sagte, dass die Versuche der Regierung, die Netze wegen der heftigen Proteste gegen die Präsidentschaftswahl unerreichbar zu machen in der Hauptstadt Teheran zu Stromausfällen geführt hätten. Durch das Herunterfahren der Router sind möglicherweise Systeme zusammengebrochen, die für die Stromversorgung essenziell waren.

Die Regierung versucht den Informationsfluss zu behindern und erreicht derzeit nur das Gegenteil. Auch wenn immer mehr Bürger vom Internet getrennt werden, gelangen immer mehr Videos, Blog- und Twitterbeiträge ins Netz. Die Urheber versuchen damit auf sich und besonders auf die Krise aufmerksam zu machen.

Neben der Zerstörung von Leitungen, Empfängern und dem Abschalten von Routern versucht die Regierung auch gezielt Adressen zu sperren. Mit Hilfswerkzeugen wie Proxyservern, die im Ausland stehen, können diese Sperren aber leicht umgangen werden. Ein in diesen Tagen häufig genutztes Programm ist TOR. Aktivisten müssen ihre Identität verschleiern, um nicht entdeckt zu werden. Durch das Programm verbinden sie sich mit einem Server, der irgendwo aber nicht im Iran stehen kann und verfassen ihre Blogbeiträge unter einer IP, die zum Beispiel einem Server in den USA gehört. Genauso können Videos an der Zensurmaschinerie vorbeigeschleust werden.

Die Entwickler von TOR und die Betreiber der Proxyserver befürchten bereits, dass die Iranische Regierung nach den IP-Adressen suchen wird und sie blockieren wird. Dann können auch diese behelfsmäßigen Server nicht mehr genutzt werden, um Informationen zu veröffentlichen. Solange aber immer wieder neue Proxys ans Netz gehen, wird die Zensur ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel sein.

Informationen werden immer durchsickern, meinen Beobachter. Allerdings stellen diejenigen, die sich im Internet äußern, nur einen Bruchteil derer da, die sich gegen die Regierung wehren wollen. Nur wenige Menschen im Iran haben das technische Wissen, um die Sperren umgehen zu können.

Bis jetzt steht aber eins fest: Der Kampf des Iran gegen das Internet wird ein schwieriger – und im Moment ist das Internet stärker.

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