Tausende Phishing-Attacken richten sich gegen Nutzer von Hotmail, Gmail, Yahoo und AOL

Über 30 000 Anmeldedaten für E-Mail-Dienste und Messenger im Netz

Ein Nutzer des “Debugging Tools” Pastebin.com hat dort am vergangenen Donnerstag eine Liste mit Benutzerkonten für Microsofts kostenlosem E-Mail-Dienst Hotmail hinterlassen. Die Liste vom 1. Oktober enthielt laut Winfuture über 10 000 Datensätze. Die gephishten Nutzer stammen überwiegend aus dem europäischen Raum. Die erste Liste enthielt nur Sätze mit Adressen, die mit a… oder b… beginnen und auf @hotmail, @msn.com oder @live.com enden.

Das Fatale: Die Mailadressen des Microsoft-Dienstes Hotmail sind zugleich auch Windows Live IDs. Mit dieser ID haben die Nutzer auch Zugang zum beliebten Windows Live Messenger (früher “MSN Messenger”), zu Blogs, den Foren und natürlich zur “Verwaltungszentrale” Windows Live.

Nicht nur Hotmail-Nutzer betroffen

Für einen Blogeintrag lieferte BasicThinking heute ein Update nach, laut dem auch Nutzer anderer Mailanbieter betroffen sein sollen: Anmeldedaten von Nutzern der Dienste Gmail (Google), Yahoo! und AOL-Nutzer sind jetzt ebenfalls im Netz “erhältlich”.

Die Methode

Im Groben funktioniert Phishing immer so: Das Opfer wird durch Werbung oder verschickte Links auf eine Seite gelockt, auf der es seine Anmeldedaten eingeben soll: also etwa einen Anmeldename (wie die Windows Live-ID) und natürlich das zugehörige Kennwort.

Gelegentlich geben sich die Betreiber die Mühe und lassen ihre falschen Websites wenigstens ansatzweise so wie die echten aussehen. Die Betreiber der unten abgebildeten Seiten haben sich diese Mühe aber nicht gemacht – trotzdem waren sie mit ihren Angeboten erfolgreich genug, um weitere Opfer anzulocken.

Klicken Sie auf dieses Bild, um es zu öffnen. (Grafik 2008-09-19-1)

“Blockiertede”, vor etwas mehr als einem Jahr aufgetaucht. Der Betreiber übernahm die Benutzerkonten gephishter Nutzer und verschickte seine Links an deren Kontakte (mit Windows Live Messenger).

imageAuf dieser Seite funktioniert nur das Formular. Die scheinbaren Links am linken Rand sind genauso falsch wie die Grafik rechts.

Besondere Bekanntheit erlangte die Methode, als die Websites von Banken gefälscht wurden und die Kunden zur Angabe von Name und Kontonummer sowie vertraulicher Informationen wie Transaktionsnummern aufgefordert wurden.

Empfehlung: Kennwörter ändern

Den Nutzern der betroffenen Dienste wird empfohlen, ihr Kennwort zu ändern. Ferner ist bei der Aufforderung, die Anmeldedaten auf fremden Seiten einzugeben, große Vorsicht geboten. Wenn die Adresse der Seite nicht mit https:// beginnt und auch vom Domainname her nicht dem Dienst zugeordnet werden kann, sind das Warnzeichen!

Klopfzeilen am 2. September

Windows 7 wird verkauft. Ab sofort ist Windows 7 für Firmen erhältlich. Die können das neue Redmonder Betriebssystem seit heute mit Volumenlizenzen erwerben und einsetzen.
Da man gezielt Firmen anspricht, stehen nur die Ausgaben Professional und Enterprise zur Verfügung.
Kunden, die noch Windows XP oder Vista einsetzen, können bis Ende Februar 2010 günstiger upgraden: 15 Prozent Nachlass gewährt Microsoft.
Am 22. Oktober soll Windows 7 auch für Privatpersonen erhältlich sein.

Yahoo startet einen eigenen Dienst, der ein Verschnitt aus Microblogging-, Bilderdienst und Sozialnetzwerk ist. Meme als Konkurrent für Twitter?

In den USA werden immerhin vorläufig keine Softwarepatente mehr erteilt. Dies teilte das dortige Patentamt mit. Es setzt damit ein Urteil des US-Berufungsgerichts um und richtet sich nach der entsprechenden Norm des Europäischen Patentabkommens.

Google Mail war unerreichbar. Aufgrund von Wartungsarbeiten liefen gestern nur ein Teil der Google Mail-Server. Die konnten mit der Last nicht umgehen und verweigerten für fast zwei Stunden den Dienst.

Das Schweizer Boulevardmagazin Blick bezichtigte einen von Google Street View fotografierten Restaurantbesitzer des Drogenhandels – obwohl der nur beim Verteilen von Gutscheinen “erwischt” wurde. Nach dem Bekanntwerden polizeilicher Ermittlungen und einem drohenden Imageverlust räumt der Blick jetzt ein, “nicht recherchiert” zu haben.

Wolfgang Schäuble kämpft heute Abend in Waldshut-Tiengen im “Kommunikationszentrum” der Sparkasse um die Gunst der Wähler.

PR-GAU: Das Vorgehen des Sportbekleidungsherstellers JAKO gegen den Blogger Frank Baade löst Negativschlagzeilen für die Firma aus. Die Kritik an JAKO erscheint bei den Suchmaschinen derzeit weit oben.

Yahoo Meme – Verschnitt aus Twitter, Flickr und Forum

“Meme” nennt Yahoo seinen neuen Dienst. Es ist die erste echte Neuschöpfung seit der großen Krise, den Übernahmeversuchen von Microsoft und dem kürzlich geschlossenen Vertrag mit dem Softwareriesen.

Meme bedeutet soviel wie “Phänomen”, im englischen Sprachraum dürfte man sich an “Internet Meme” erinnert fühlen, was soviel bedeutet wie “Internet-Phänomen”.

Und ein solches “Meme” wäre Yahoo Meme, wenn es nicht ein Jahr zu spät gekommen wäre.

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Meme ahmt Twitter nicht nur in Funktion, sondern auch im Aussehen nach: Web 2.0-typische blasse Hintergründe stehen stellvertretend für Modernes aber schlicht gehaltenes Design, Textfelder, wie etwa die Nachrichten schweben in weißen Rechtecken darüber. Genau so kennt man das von Twitter. Auch die Anordnung der Benutzeravatare und die der Schaltflächen ist kaum anders: da gibt es den groß hervorgehobenen Benutzername, den Follow-Knopf (sogar mit Pluszeichen), die Anzahl der “Follower” – Gleiches kennt man vom großen Vorbild – und natürlich die Tweets, pardon, Nachrichten.

Originell hat Yahoo immerhin eins gelöst: das Kalenderblatt vor dem Beitrag. Allerdings sorgen die bei vielen Beiträgen am selben Tag auch nicht gerade für eine bessere Übersicht.

Meme ist aber nicht nur ein für Kurznachrichten geeigneter Dienst, sondern einer, der es erlaubt, Bilder und lange Nachrichten bekanntzumachen: Mit der Bilderfunktion erinnert Meme stark an die sogenannten Imageboards wie 4chan oder Ni-channeru.

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Yahoo selbst teilte mit, dass sich Meme von anderen Diensten insbesondere durch Offenheit unterscheiden soll: Meme soll sich mit anderen sozialen Netzwerken verbinden lassen.

Rein kommt übrigens nur, wer eingeladen wurde. Auf meme.yahoo.com kann man sich mit seiner E-Mail-Adresse eintragen, um benachrichtigt zu werden.