Realsatire: Über Xenu, den Herrscher der galaktischen Konföderation aus 26 Sternen und 76 Planeten


Bei Heise Online erschien heute eine Meldung über die Wikipedia, die Editwars an Artikeln zum Thema der Scientology-Kirche durch bekannte IP-Adressen künftig erschweren will.

Wie erwartet löste der Artikel einen beachtlichen Zulauf im User-Forum (ebenfalls bei Heise) aus, in dem sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Blogbeitrags genau 600 Beiträge befinden.

Viele Nutzer des Forums setzen die Edit-Sperre (die nur das bearbeiten innerhalb der Wikipedia verhindern soll) mit Zensur gleich und lösten damit eine weitere Diskussion innerhalb der eigentlichen Debatte aus.

Um etwas von der Stimmung im Forum hierher zu bringen, ein paar der Kommentare:

“Konsequenterweise auch andere Religionen und Überzeugungstäter.”

“Juden, Christen und Moslems gleich mit … und Buddhisten sind mir auch Suspekt”

“Jetzt machen die Faschos von der Scientology genau das, was das
Heise-Forum mit der Stoppschildaktion gemacht hat: sich als
Demokratieschützer aufspielen, vor dem Faschismus warnen, sich als
’die neuen Juden’ ausgeben – kurz scheinheilig rumheulen.”

“Bald sind Scientologen die neuen Juden…
Hatten wir doch schon mal, oder?”

vvnv: “Wow, die von Wiki sperren also heute Scientologen und morgen Christen aus… Auch wenn es einem nicht passt: Die Scientologen sind in den USA eine
anerkannte Religionsgemeinschaft. Aufgrund der Religionszugehörigkeit
jemanden derart zu mobben schreit ja schon fast nach der Verfassung!
Vielleicht kommt ja einer beim Schiedsgericht auf die Idee, das die
meisten Edit-Wars von Protestanten angezettelt werden. Dann geht der
Aufschrei um!!!”

Und nun stellen Sie sich vor, möchte man mal bei Wikipedia schauen, was da so über die “Kirche” steht – und landet bei diesem Artikel. Dort heißt es – ich beginne wieder mit einem Zitat – wie folgt:

“Xenu ist nach der Lehre von Scientology ein galaktischer Herrscher, dessen 75 Millionen Jahre zurückliegenden Taten das heutige Leben auf der Erde maßgeblich beeinflussen. Die Geschichte von Xenu ist Teil des Glaubens von Scientologen an außerirdische Zivilisationen und Eingriffe fremder Wesen in die Ereignisse auf der Erde.”

Aha. Wir haben es hier also mit einer Religionsgemeinschaft aus Verrückten zu tun. Aber wussten wir das nicht schon?

Die Ultrakurzfassung: Das Universum, in dem Xenu regierte, war überbevölkert und die Bewohner der Planeten mussten mit einer List entsorgt werden.


“Mit der Hilfe von Psychiatern ließ er Millionen von Menschen unter dem Vorwand einer „Einkommensteuer-Inspektion“ vorladen, um sie mit Injektionen von Alkohol und Glykol zu lähmen.”

Die Gelähmten ließ Xenu dann mit einem der rechts abgebildeten Douglas DC- Xenus Raumschiff - aus der Wikipedia, GPL8 Raumschiffe zum Planeten Teegeeack transportieren, den wir heute als Erde kennen.

Dort angekommen, wurden sie an Vulkanen abgeladen und mit der synchronen Sprengung von Wasserstoffbomben mindestens 14 Vulkanen vernichtet – zumindest größtenteils.

Die entkörperten Seelen der Menschen lud Xenu in ein Kino ein und ließ sie 36 Tage lang einen Film gucken. Der Film “pflanzte” sich mitsamt neuer Glaubensinhalte (unter anderem an das Christentum) in die Seelen ein und weckt in uns bis heute Erinnerungen, die unter anderem dazu führen, dass alle Kinos einander von innen so ähnlich sehen.

Xenu bei South Park - copyrighted und zur Dokumentation freigegeben Überleben konnten die geschundenen Seelen jedenfalls, weil sie sich zu tausenden in den Körpern einiger Überlebender gesammelt haben und fortan in jedem Menschen (negativ) wirkten. Um sie wieder loszuwerden, muss man ganz viele teure Auditings bei Scientology besuchen.

Und so machte L. Ron Hubbard aus schlechter Science Fiction eine heute (fast) anerkannte Religion.

Vielleicht finden sich in seinem Nachlass ja noch eines Tages Schriften die in etwa besagen: Das war nur Satire.

Ich wünsche einen schönen Freitag!