Windows 7-Werbespots

Fast sechs Wochen vor der geplanten Markteinführung von Windows 7 gibt es jetzt drei Werbespots, mit denen Microsoft auf das neue Betriebssystem aufmerksam machen will.

Funktionen des neuen Betriebssystems werden in den Spots unterschiedlich stark thematisiert. Einer beschränkt sich in 30 Sekunden nur auf Aero Shake und bringt die Funktion mit Witz rüber. Ich habe Aero Shake erst kennen gelernt, als ich den Spot gesehen habe. Es funktioniert denkbar einfach: Das Fenster, das man im Vordergrund behalten möchte, “packt” man beim Rahmen und schüttelt es zweimal hin und her – die anderen Fenster werden minimiert.

Wie das Video erahnen lässt kann man die minimierten Fenster durch erneutes Schütteln auch wieder nach oben holen.

Eine junge Frau mit Laptop Netbook(?) sitzt auf einer Parkbank und klickt sich ihre Umgebung ihr Desktop zurecht. 36 Sekunden hat sie, um sich darauf zu beschränken, wie Windows 7 personalisiert werden kann.

Im längsten Spot der “Serie” darf der Zuschauer ein Ergebnis von Microsofts kürzlich fertig gestelltem Windows Live Movie Maker bewundern. Wenn die Ergebnisse wirklich so überzeugend werden: Respekt. 50 Sekunden für ein Produkt, das eigentlich gar nicht mit Windows 7 geliefert wird.

Mit den Spots distanziert sich Microsoft von der zur Einführung von Windows Vista gestarteten “The Wow starts now”-Kampagne: die wirkte zu vielversprechend und der Eindruck vom misslungenen Vista sowie das Medienecho trugen nur zum Misserfolg bei.

Jetzt will sich Microsoft offensichtlich auf Kleinigkeiten beschränken und mit origineller Werbung glänzen, was bei den beiden kürzeren Spots durchaus als gelungen bewertet werden darf. Der hier letzte, aber eigentlich erste der Serie, glänzt hingegen durch seine Machart und sicherlich auch durch die Musik.

Wie Twitter das Geldverdienen anfängt

Lange fragte man sich, wie ein Unternehmen wie Twitter so wertvoll sein kann, obwohl es ganz offiziell und für jeden ersichtlich keine Einnahmen erzielte. Twitter gibt es derzeit nur in englisch und japanisch – in der japanischen Version verdient man mit Twitter seit einiger Zeit an Werbung, in der englischen vermutlich seit wenigen Stunden:

imageDer von mir vor wenigen Minuten entdeckte Link in der Seitenleiste meiner Twitter-Seite zeigt zu iTunes auf Apples iTunes Store.

Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass Twitter das Geldverdienen anfängt – im Beispiel mit einer gesponserten Definition.

Und warum war Twitter schon vorher so wertvoll? Vielleicht hat man den Wert am Pitenzial gemessen.

Wie überlebt Twitter ohne Werbung?

Der Twitter-Mitbegründer Biz Stone hat die Werbung auf der Microblogging-Plattform abgeschafft – aber wie kann Twitter Inc. ohne Werbeeinnahmen überleben?

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Stone, dass Twitter weiterhin auf Werbefreiheut setze, für die Zukunft aber die Einführung kostenpflichtiger Funktionen und Dienste vorsieht.

Beobachter bemängeln seit langem die Popularität des Online-Dienstes, dem kein Businessplan zugrunde liegt – langfristig müsse Twitter Geld verdienen, um sich halten zu können. Das Potenzial dazu allein reiche nicht aus. Stone entgegnet, dass Twitter einen Produkt-Manager eingestellt hat, der herausfinden soll, wie und wo bezahlte Dienste eingesetzt werden können.

Werbung ist kein Allheilmittel, mit dem Twitter das Geld verdienenimage könnte, das es wert ist, meint der Illuminata-Analyst Gordon Haff. Das eigentliche Geschäftmodell bestünde aus Diensten und Werkzeugen und funktioniert, obwohl es zahlreiche kostenlose Programme wie etwa Clientprogramme gibt. Werbefrei zu bleiben, sei eine gute Entscheidung – aber es stellt sich immer noch die Frage, was man stattdessen zum Geldverdienen verwendet.

Der Computerworld sagte Stone vor wenigen Wochen, dass derzeit kein Businnesplan notwendig sei – man habe genügend Geld angehäuft und könne sich Zeit lassen. Twitter ziele zunächst darauf ab, seine Plattform zu erweitern, mehr Benutzer zu gewinnen und der Plattform neue Funktionen zu verpassen. “Wenn wir jetzt Profit machen wollen, würden unsere Nutzer den Block für die Features verlieren.”

Obwohl es ja angeblich keinen Businessplan gibt, plauderte Stone aus, suchen die Geschäftsführer nach unterschiedlichen Geldquellen, die bis zum Jahresende genutzt werden sollen. Einen konkreten Plan möchte Twitter derzeit übrigens nicht bekanntgeben.

Es ist gilt als sicher, dass Twitter derzeit mit Firmen Geld verdient, die sich selbst zwitschernd präsentieren: zum Beispiel bezahlen Starbucks oder Zappos für die kommerzielle Nutzung.

Twitter ist es möglicherweise gelungen, das Gleichgewicht zwischen Kommerz und freiem Nutzen gefunden: So kann die Plattform ohne Werbung aber dank bezahlter Premium-Dienste überleben, die übrigens höchstens 10, aber eher 5 Prozent der Nutzer in Anspruch nehmen.

Twitter hat das Potenzial, seine Dienste kostenpflichtig anzubieten – etwa als repräsentative Plattform für Unternehmen wie in einem der derzeit bekanntesten Fälle eben Starbucks. An dieser Stelle sollte ein echter Businnesplan ansetzen.

Quellenangaben
Bild: Twitter-Mitgebründer Biz Stone, Bild von “Joi” unter CC-BY-SA
Inhalte: Computerworld und Reuters