“Felsschmelz”: Wie RockMelt soziale Netzwerke im Browser bündeln will

Um es vorweg zu nehmen: ganz neu ist die Idee nicht, soziale Netzwerke in einen Webbrowser einzubinden. Das macht Flock bereits seit über 5 Jahren. Bisher auf der Basis von Mozilla Firefox, demnächst auf Chromium. Letzeres benutzen auch die Entwickler von Rockmelt als Unterbau.

RockMelt will es dem Benutzer einfacher machen, seine sozialen Netzwerke aus dem Browser heraus aktiv zu nutzen. So können geöffnete Websites an Twitter-Follower oder die Facebook-Pinnwand geschickt werden. Auch RockMelt soll ein eigenes soziales Netzwerk mitbringen, das natürlich voll in den Browser integriert wurde.
Am linken Rand befinden sich die Kontakte des “RockMelt”-Netzwerks, auf der gegenüber liegenden Seite die Verknüpfungen zu anderen sozialen Netzwerken.

Erste Eindrücke kann man derzeit nur aus dem Promo-Video der Entwickler gewinnen.

Wer einer der ersten RockMelt-Benutzer werden will, kann sich per Facebook auf der RockMelt-Website anmelden.

Browseranteile in Deutschland: Firefox überholt Internet Explorer

Diese Nachricht haben wir im Stillen schon erwartet, wahrscheinlich haben aber die meisten damit gerechnet, dass es länger dauern würde: nach 10 Jahren der Herrschaft hat der freie und quelloffene Webbrowser von Mozilla mit dem Namen “Firefox” den Internet Explorer in Deutschland überholt. 45,4 Prozent der Internetnutzer verwenden den IE-Rivalen laut einer von Fittkau & Maaß Consulting durchgeführten Umfrage. Damit hat Firefox den Erzkonkurrenten erstmals überholt. Die drei letzten Versionen des Internet Explorers haben laut Umfrage einen Marktanteil von insgesamt 44,5 Prozent, die sich auf 7,2 (Version 6), 11,8 (Version 7) und 25,5 Prozent (Version 8 ) verteilen.

Internet Explorer 6 immer noch stark vertreten

Dabei wird wieder einmal deutlich, wie viele Nutzer immer noch mit der veralteten Version 6 des Browsers ins Netz gehen. Weil Internet Explorer 6 sowohl im Hinblick auf Sicherheit als auch bei der Unterstützung von Webstandards hinterher ist, haben sich einige Kampagnen gebildet, die sich zum Ziel gemacht haben, den Browser zu verdrängen – und dabei geht es nur selten darum, Benutzer komplett zu einem anderen Browser zu bewegen, sondern einfach nur dazu, einen aktuellen zu verwenden. Zahlreiche Anbieter von Online-Angeboten haben inzwischen angekündigt, diese zur Jahreswende nicht mehr für ältere Browser zugänglich zu machen.

Chrome, Safari, Opera bleiben weit zurück

Mit weitem Abstand liegen die Alternativbrowser von Google, Opera Software und Apple bei Anteilen von 2,3 (Chrome), 2,7 (Opera) und 4,4 Prozent (Safari). Dem inzwischen 13 Jahre alten und seit 4 Jahren kostenlos erhältlichen Opera ist es immer noch nicht gelungen, mehr Nutzer zu gewinnen. Ein Softwareentwickler beschrieb die Nutzer einmal als Freaks, die sich mit dem komplizierten Programm anfreunden können.

Google Chrome dürften besonders die kurz nach seiner Vorstellung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik herausgegebenen Warnungen einen Hieb versetzt haben, warnte die davor, dass der Browser Nutzungsdaten an Google senden könne und der Nutzer eindeutig identifizierbar sei.

Dunkelziffer

An der letzten Umfrage haben 126’000 Befragte teilgenommen, sie kann damit als repräsentativ angesehen werden. Man kann aber auch von einer Dunkelziffer für den Internet Explorer ausgehen: wie in den Umfragen zuvor hat sich gezeigt, dass insbesondere erfahrene Nutzer den Browser wechseln; Einsteiger und Gelegenheitssurfer bleiben oft beim mitgelieferten Internet Explorer – und die sind es auch, die erfahrungsgemäß nicht an Umfragen teilnehmen.

Chrome vorinstalliert

Der Suchmaschinenbetreiber, Internetdienstanbieter und seit einem Jahr auch Browserhersteller Google sorgt jetzt für eine erhöhte Verbreitung des hauseigenen Webbrowsers Chrome.

Dabei verfolgt man eine ähnliche “Taktik” wie Microsoft: Der Browser wird auf Google Chrome-Logofertig eingerichteten Computern vorinstalliert und als Standardwebbrowser festgelegt.

Betroffen von diesem Schritt sind nur in den USA erhältliche Notebooks von Sony aus der Vaio-Serie.

Mit dem Vorgehen erhofft sich Google, dem Internet Explorer von Microsoft Marktanteile abzwacken zu können. Chrome hat mit einem Prozent Anteil inzwischen eine gewisse Relevanz erlangt.

Solange die Laptops mit vorinstalliertem Google Chrome nur von einem Hersteller und nur innerhalb eine Produktreihe und nur innerhalb der USA verkauft werden, dürfte das die Marktanteile kaum erschüttern.

Denkbar ist natürlich, dass Sony und Google weitere Schritte einleiten und nach einer Testphase auch andere Computer mit vorinstalliertem Chrome ausliefern.

Vaio Sobald sich abzeichnet, wie erfolgreich die beiden Unternehmen damit sind, werden sicherlich andere Browserhersteller Verträge mit Hardwareherstellern abschließen.

Links: Vaio wird verchromt. (Bild von “ahhyeah”, flickr.)

Nach meinem Tipp ganz vorne mit dabei: Opera Software. Der norwegische Browserhersteller ist für sein aggressives Marketing bekannt, bislang war er aber weniger erfolgreich. Die Anteile des Browsers bewegen sich ähnlich wie bei Chrome im 1-Prozent-Bereich, dürften durch die heutige Veröffentlichung der Version 10 aber einen kleinen Schub erfahren.

Gelingt es Opera, einen Vertrag mit einem Computerhersteller oder Ausstatter zu schließen, könnten dies sprungartig für mehr Relevanz sorgen.