Dell-PC mit 192 GiB RAM


Dell hat einen neuen PC für sein Sortiment angekündigt, der 192 Gigabytes RAM unterstützen soll – und zwar nicht irgendeinen RAM-Typ, sondern das besonders schnelle DDR 3-RAM mit 1333 MHz Taktfrequenz.

Das Mainboard des neuen T7500, so nennt Dell den Computer, soll bis zu 12 DIMMs zu jeweils 16 GiB fassen können und soll den Bedürfnissen von Spiele- und Softwareentwicklern sowie Animationsgrafikern gerecht werden.

Betriebssysteme, die diese Speichermassen nutzen können, gibt es bereits seit einigen Jahren. Mit 64-Bit-Betriebssystemen wie Windows 2003 und seiner Retail-Version “XP x64” sowie Windows 2008 und Vista ist es theoretisch möglich, theoretisch bis zu zwei (2) Terabytes. In der Praxis wird dies aber eingeschränkt, um den Einsatz billigerer Windows-Versionen auf Server-Hardware reizlos zu machen; die “höheren” Windows-Vista-Ausgaben (Business, Enterprise, Ultimate) unterstützen “nur” 128 Gigabytes, Windows Server 2003 bis zu ein Terabyte und Windows Server 2008 nutzt volle 2 Terabytes.

Viel Arbeitsspeicher ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein performantes Computersystem. Während bei Rechnern mit wenig Speicher ständig Daten von der langsamen Festplatte nachgeladen werden müssen und die gerade nicht benötigten auf selbige ausgelagert werden, können sich bei Systemen mit viel Speicher alle ständig verwendeten Daten im RAM aufhalten – dieses arbeitet nahezu mit Lichtgeschwindigkeit und ist damit (nach einigen älteren Behauptungen einiger Zeitschriften) mehr als tausendmal so schnell wie eine gute Festplatte.


Microsoft verpasste Windows Vista einen Mechanismus namens “Superfetch”, der Programme, die eventuell benötigt werden könnten ins RAM lädt. Schaut man auf einem Vista-Computer in den Task-Manager, mag man sich über den Speicherhunger des Betriebssystems wundern – jedoch zu unrecht, weil Vista mit dem RAM genau das macht, wofür es da ist: es nutzen. Denn RAM ist kein Verbrauchsspeicher, der auf die Dauer voll wird, sondern ein Arbeitsspeicher, der eben zum Arbeiten da ist.

Mit den neuen Speichermonstern wollen die PC-Hersteller Zielgruppen erreichen, für die sich der Einsatz von viel RAM wirklich lohnt: Entwickler und Designer. So machen das Testen und Debuggen von Anwendungen nur auf schnellen Rechnern Spaß, genauso die Arbeit mit speicherhungrigen Entwicklungsumgebungen (die bei Spieleentwicklern besonders anspruchsvoll sind) und mehreren virtuellen Maschinen oder technischen Zeichenprogrammen unter Verwendung von viel RAM Sinn.

Jetzt auch auf bestehenden Computern in RAM zu investieren ist sinnvoll: RAM ist – wieder einmal – so günstig wie nie. Das Aufrüsten von Computern mit SD-RAM oder DDR 400-RAM lohnt sich aber nicht mehr. Und solange DDR III seinen vergleichsweise hohen Preis nicht wirklich in Leistung rechtfertigt, darf und sollte man noch beim bis zu 1066 MHz schnellen DDR II bleiben.