Google Voice nutzen? Mal überlegen…


Hier ein paar Gründe, weshalb man sich vorher überlegen sollte, ob man Google Voice nutzen soll.

Google hat das Telefonieren neu erfunden. Ihre Handys und Festnetztelefone sollen künftig unter einer Rufnummer erreichbar sein und Gespräche kostenlos werden – auch international.

Aller Anfang: Verwirrung um mehrere Nummern

Angenommen, Sie haben Telefone im Büro zuhause, am Arbeitsplatz und mindestens ein Handy und auf allen wollen Sie mit einer Nummer imageerreichbar sein – das ist eine gute Voraussetzung für Google Voice.

Aber Sie müssen allen Kontakten diese Nummer mitteilen, wahrscheinlich massenhaft SMS und E-Mails verschicken und Visitenkarten neu drucken. Letzteres wird wahrscheinlich der kostspieligste Bestandteil nach einer Nummernänderung.

Das Versenden von Mails und das Aktualisieren Ihrer Nummer bei (Internet-)Angeboten, die Sie nutzen, ist eher zeitraubend.

Google hat angekündigt, bestehende Nummern künftig in Google Voice überführen zu wollen. Viele Mobilfunkanbieter bieten jetzt schon an, eine alte Nummer in einen neuen Vertrag mitzunehmen – auch wenn diese einst von einem Fremdanbieter ausgegeben wurde.

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Auch wenn Sie künftig Ihre Google Voice-Nummer einsetzen, sollten Sie wissen, dass bei allen abgehenden Anrufen die Nummer des jeweiligen Telefons oder Handys übermittelt wird – nicht die Google Voice-Nummer. Das kann für Verwirrung sorgen, wenn die weitergegebene Nummer nicht mit der übereinstimmt, die beim Angerufenen auf dem Display erscheint. Genau diese Erscheinung ist schon jetzt für Viele VoiP-Kunden verwirrend, die durch die analoge Telefonleitung und den VoiP-Anbieter mindestens zwei Rufnummern haben.

Über einen Umweg können abgehende Rufe aber mit der Google Voice-Nummer angezeigt werden: Dazu rufe man das Webinterface auf und gebe die anzurufende Nummer ein. Der Anruf wird dann per Callthrough über Voice abgefertigt.

Privatsphäre

Wie immer bei Google ist die Privatsphäre der Nutzer ein heißes Thema, denn oft wird Google vorgeworfen, hier viele gewonnene Informationen zum eigenen Nutzen zu verarbeiten (zuletzt etwa bei Google Chrome). Wer Google Voice einsetzt, um seine Telefone verwalten zu lassen, gibt viele wertvolle Informationen über sich preis: mit wem Sie telefonieren und wann und was Sie in SMS schreiben – all das ist nachvollziehbar und wird auf Googles Servern gespeichert. Und es geht hier noch nicht einmal um die in Deutschland praktizierte Vorratsdatenspeicherung.

Natürlich wird Google all diese Informationen nicht veröffentlichen und auch nicht weitergeben. Das soll auch die Datenschutzerklärung garantieren. Dennoch besitzt jemand fremdes sehr sensible Informationen über Sie – und dem müssen Sie vertrauen können, wenn Sie Google Voice nutzen wollen.

Googles Lieblingsgeschäft: Werbung

Google Voice ist bis jetzt kostenlos und sogar werbefrei. Gerade letzteres ist für Google nicht selbstverständlich, ist der Internet-Gigant doch gerade mit dem Verkauf von Werbung reich geworden.

Der E-Mail-Dienst von Google, Gmail, nutzt den Kontext von Nachrichten, um passende Werbung einzublenden. Etwas Ähnliches ist auch bei SMS denkbar. Die Technik und das Wissen über den Nutzer sind vorhanden.

Zuverlässigkeit

Google lässt uns niemals im Stich – dachten wir immer. Doch dann wurde Google in den vergangenen Jahren gleich zweimal von einem DNS-Problem getroffen und war für die Kunden bestimmter Internetdienstanbieter nicht erreichbar. Stetige Erreichbarkeit ist also nicht garantiert, genauso wenig ein fehlerfreies Arbeiten der Technik hinter Google Voice und natürlich der Google-Mitarbeiter.

Wer wichtige SMS-Nachrichten nicht senden oder Empfangen kann oder nicht telefonieren kann, steht schlimmstenfalls vor einem Problem. Dann muss man wahrscheinlich auf die klassische Methode ausweichen und den Dienst des teuren Mobilfunkanbieters in Anspruch nehmen.

In den letzten Monaten tauchten einige Berichte von Google Voice-Nutzern auf, deren Nummer nach einem Google-internen Problem plötzlich an Fremde vergeben war. Weniger gravierend waren da die Fälle, in denen die Gesprächsaufnahme versagte.

Wenn Sie den Dienst nutzen möchten, müssen Sie sich überlegen, ob Sie diesen noch recht jungen Angebot vertrauen können.


Haben Sie sich entschieden?

Ist Google Voice für Sie interessant? Der Dienst ist derzeit nur für Kunden von GrandCentral, der Kommunikationsfirma, die Google vor zwei Jahren übernommen hat, verfügbar. Google Voice soll aber bald für die Allgemeinheit bereitgestellt werden.

Wer Google Voice (bald) nutzen möchte, kann sich unter voice.google.com anmelden.