Südwind: Aldi-Lieferanten lassen unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren


ALDI-Logo In einem mehrteiligen Bericht in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung bezieht man sich auf eine von dem christlichen Verein “Südwind” unternommene Studie zu den Arbeitsbedingungen Fabriken in Südchina, die für Aldi-Lieferanten produzieren. Untersucht wurden sechs Firmen, darunter zwei IT-Firmen, eine, die Haushaltsartikel herstellt und eine andere, die Kosmetikartikel herstellt.

In nur einer der Firmen gibt es eine Fünf-Tage-Woche, in vieren eine Sechs-Tage-Woche und in der Kosmetikfirma müssen die Arbeiter sogar jeden Tag zur Arbeit erscheinen. In vier der Firmen gebe es laut Vertrag eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden, nur in einer IT-Firma werde diese Arbeitszeit nicht überschritten, da die Auftragslage schlecht sei. In anderen Firmen müssen die Arbeiter Überstunden leisten, weil sie ihnen aufgetragen werden, oder weil das Geld sonst nicht reicht – der Höchstlohn liegt bei umgerechnet gerade einmal 87 Euro.

In besagter Kosmetikfirma betragen die Wochenarbeitszeiten bis zu 91 Stunden, so der Verein. Aufgrund des niedrigen Lohns sind die Arbeiterinnen zu diesen Arbeitszeiten gezwungen, um ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Beschäftigt werden übrigens überwiegend Frauen, weil man von denen weniger erwartet, dass sie sich für ihre Rechte einsetzen, als Männer es tun würden; in einer der IT-Firmen seien sogar nur Frauen beschäftigt.


Die Befragungen wurden von chinesischen Wanderarbeitern unter 80 Arbeitern in fünf Fabriken durchgeführt, in der sechsten Fabrik konnten keine Befragungen durchgeführt werden, weshalb sich Interviewer als Bewerber Zugang zu den Fabriken beschaffen haben.