Tipps zum Sprit sparen


Nach mehrtägiger Zwangspause melde ich mich mit einem Thema zurück, das rein gar nichts mit der IT zu tun hat. Heute geht es einmal um etwas, das (fast) alle Autobesitzer interessieren dürfte.

Vor etwa drei Wochen habe ich bei Twitter behauptet, mein Passat sei die letzten 100 Kilometer mit einem Verbrauch von 4,7 Litern Benzin gefahren. So ganz hat das aber nicht gestimmt. Wer mich kennt, weiß, dass ich Bedienungsanleitungen aus Prinzip nicht lese. So hat es eine Weile gedauert, bis mir klar war, dass die Multifunktionsanzeige immer nur den Durchschnittsverbrauch der letzten Fahrt anzeigt. Lässt man das Auto eine Weile stehen und startet es wieder, wird der Durchschnittsverbrauch komplett neu berechnet.

Mein Unwissen von damals führte zu eben dieser Annahme – 4,7 Liter für eine Strecke von 35 Kilometern durch eine Bergige Landschaft klingen schon utopisch, allerdings führt gut die Hälfte davon über einen Abschnitt der B500, der bis nach Waldshut nur bergab führt. Da nur 80 Stundenkilometer erlaubt sind, lege ich den dritten Ganz ein und “fahre” mit einem Verbrauch von 0 Litern nach Waldshut. Streckenabschnitte wie diese tragen enorm dazu bei, den Kraftstoffverbrauch zu senken – wenn man das Auto richtig bedient.

Aber zu den bisherigen Erkenntnissen: Nachdem mir klar war, was die MFA da eigentlich anzeigt, war es schon leichter, den durchschnittlichen (und eher realistischen) Spritverbrauch zu berechnen: Für die Strecke Waldshut-Grafenhausen zeigt die MFA nach der Hinfahrt (bergaufwärts) einen durchschnittlichen Verbrauch von ca. 7,8 Litern an – manchmal mehr oder weniger, das hängt davon ab, ob wieder unüberholbare Traktoren oder LKW auf der kurvigen Strecke schleichen. Im Durchschnitt ergibt sich daraus jedenfalls ein Spritverbrauch von 6,25 Litern, bei 70 Kilometern sind das also 4,375 Liter (um es rechnerisch genau zu halten).

Zum Spritsparen ist die Strecke, da kurvig und bergig, nicht gerade optimal, aber wenn ich das Auto trete, komme ich schnell auf einen Liter mehr im Durchschnittsverbrauch.

Zum Vergleich kann ich eine andere Strecke, nämlich Waldshut-Spreitenbach und zurück anbieten. Die hat insgesamt ebenfalls 70 Kilometer, aber keine Berge und wenig Kurven – dafür viel Stop and Go. Hier erreichte ich einen Gesamtverbrauch von fast 4 Litern (auf 70 km). Für mein Auto gibt VW übrigens einen Durchschnittsverbrauch (auf 100 km!) von 7 Litern an.

Worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist eine kleine Zusammenstellung von Tipps zum Spritsparen:

Theorie

1. Das passive Medium: YouTube. In “Quarks & Co.” lernt Kaya Yanar, wie man mit 6 Litern durch die Stadt fährt.

2. Ähnlich erging es auch Jan Abele von Utopia, der ebenfalls wieder in die Fahrschule geschickt wurde – wieder zum Angucken:

3. Seit 2007 wird am Artikel “Energiesparende Fahrweise” in der Wikipedia fleißig über den Spritverbrauch beim Start, während und am Ende der Fahrt geschrieben.

4. Von Geldseligkeiten stammen gleich zwei Links zum Mindern der Spritkosten und als Bestandteil davon “Untertourig Spritsparen”.

Dass das Fahren mit Untertouren für den Motor pauschal schädlich ist, stimmt übrigens nicht; im Gegenteil: die niedrigere Rotationsgeschwindigkeit führt zu einer geringeren Belastung der Mechanik und lässt die Teile länger leben.


Die Gerüchte, die das Gegenteil behaupten, stammen eventuell aus alten Zeiten, als moderne Materialien noch nicht bekannt waren und vielleicht auch von der Automobilindustrie, die  zum Spritsaufen einladen wollte.

Was das Schalten angeht, kann man festlegen: Auf der Ebenen läuft fast jeder Motor auch noch mit 15 000 Umdrehungen pro Minute, bei Dieselfahrzeugen ist immer etwas weniger drin (sie verhalten sich aber oft zum Nachteil des Fahrers, wenn der Motor zu langsam dreht). Die Tipps aus Wikipedia und die der Fahrlehrer in den Videos besagen: bei 30 Stundenkilometern (auf der Ebenen oder leichten Steigungen) in den dritten Gang, ab 40 km/h in den vierten und spätestens ab 60 km/h in den fünften Gang schalten. Bei Steigungen muss man ausprobieren, was der Motor verträgt. Solange man nicht mit “Kängurugas” fährt läuft eben alles rund.

Wer bergabwärts an Geschwindigkeit gewinnen will, sollte zunächst einen höheren Gang einlegen und zum Halten der Geschwindigkeit runterschalten. Dann wirkt die sogenannte Schubabschaltung. Auf eingangs besagter Strecke fährt mein Auto so mit 80 km/h die Bundesstraße runter (und braucht gar keinen Sprit).

Motor abstellen?

Ob das Abstellen es Motors bei Wartephasen sinnvoll ist, wurde oft ausgerechnet. Unterschiedliche Ergebnisse besagen, dass Wartephasen mit ausgeschaltetem Motor bei Standzeiten von zehn bis 30 Sekunden schon rentabel sind. Jüngere Rechnungen deuten sogar auf die Rentabilität kürzerer Standzeiten hin.

Wer seine Strecke und die Ampeln kennt, kann hier den Dreh schnell rausbekommen. In Staus ist das etwas schwieriger, aber ich komme rechtzeitig vom Fleck, wenn das dritte Auto vor mir anfährt und ich den Motor starte. Wer eine schlechte Sicht auf die Vordermänner (und –frauen) hat, kann sich auch auf einer Spur halten, auf der gut sichtbare LKW fahren 😉

Den Motor während der Fahrt abzustellen ist übrigens sehr leichtsinnig. Nicht nur, dass man im Ernstfall kein Gas geben kann, es bleibt auch die Bremskraftverstärkung aus. Schwere Autos lassen sich durch bloßes Treten der Bremse nur schwer und langsam zum Stehen bringen. Wer verstanden hat, wann die Schubabschaltung wirkt, kann im richtigen Moment auch ohne Spritverbrauch fahren.

Sprit sparen muss nichts mit langsam fahren zu tun haben. Man gibt zwar (wenn man die Theorie befolgt) vor dem Anhalten nicht mehr Gas, bremst dafür aber auch mit Verstand und nutzt Schwung aus. Der Geschwindigkeitsgewinn wird übrigens im ersten Video mit Kaya Yanar erwähnt.

Schäden am, Ballast und Verbraucher im Auto

Ramsch im Kofferraum, Gegenstände, die unnötig spazieren gefahren werden, kosten Geld. Wer darauf verzichten kann, sollte sie aus dem Auto nehmen.

Ebenso können Schäden den Kraftstoffverbrauch in die Höhe treiben, am schlimmsten ist es bei Motorschäden. Selbst kurzgeschlossene Elektrogeräte belasten die Lichtmaschine unnötig und die benötigt vom Motor mehr Kraft, um bewegt zu werden.

Die Lichtmaschine wandelt die Bewegungsenergie des Motors in elektrische um. Wird sie belastet, etwa durch eine Klimaanlage, muss mehr Kraft aufgewendet werden, um sie zum Arbeiten zu bringen. Wenn es nicht besonders heiß ist, kann man die langsame Fahrt auch mit geöffnetem Fenster genießen. Besitzer dunkler Autos haben das hitzige Problem, dass es schon nach einer halben Stunde in der prallen Sonne gut 60°C im Inneren heiß werden kann. Denen schlage ich vor: Vor Fahrtantritt alle Fenster öffnen und die heiße Luft abziehen lassen.

Theoretisch trägt auch dauerhaft eingeschaltetes Licht zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch bei – diese Zusatzkosten sind aber so gering, dass man sie getrost zugunsten der Sicherheit ignorieren darf und soll. Denn wer auch am Tag mit Licht fährt, sieht und wird vor allem gesehen.

Wenn auch ich diese Tipps noch weiter befolgen kann, schaffe ich vielleicht einen Durchschnittsverbrauch von unter 6 Litern. Viel Spaß beim Sparen!