Mehr Aufmerksamkeit für diese Kinder!

Becki und Torben

Seit etwa sieben Monaten versuchen diese redlichen Kinder, Gottlose, Heiden, Protestanten, Materialisten, Ungläubige und Atheisten zu bekehren.

In 16 mühevoll aufgemachten Videos haben Becki und Torben in ihrem professionell eingerichteten Studio ihren Vlog verwirklicht und über sehr wichtige Themen diskutiert. All das geschieht getreu dem Motto “Be Christ? – Be cool!”

Kritisch analysieren Becki und Torben das, was die Jugendkultur bewegt: Musik von Oomph! oder von Sido (sie selbst äußern sich gewagt als Tokio Hotel-Fans), reden über Mobbing, Religionsunterricht und Gottesdienste. Zur Weihnachtszeit gab es gleich drei Videos in ihrem “Vlog”.

Aus aktuellem Anlass stellten Becki und Torben zuletzt das Video “Karneval ist ein heidnisches Fest” ein, in dem sich sich gegen das Fest derer, die an Wintergeister glauben, aussprechen. Sehr löblich!

Ich fordere: Schenkt diesen redlichen Vorzeigekindern mehr Beachtung, hört (und seht,) was sie euch zu sagen haben. Bald gibt es mit Sicherheit wieder neue Videos, aber erst, wenn Becki wieder aus dem Keller gelassen wird und Torben seine Strafarbeiten erledigt hat (der kleine Unhold wagte es doch, Pickel zu bekommen!) – aber trotz alledem: einfach mehr beten und auch mal montags in die Kirche gehen, dann wird euch schon verziehen.

Wie bitte? ICANN diskutiert über religiöse Top Level Domains

Bis vorgestern tagte in Mexico die ICANN und beriet über neue Top Level Domains wie .catholic, .buddhist oder .islam.

Der Vatikan hat der ICANN gegenüber seine Bedenken geäußert, solche Domains könnten zu Streitigkeiten zwischen religiösen Traditionen führen. Die Organisation könnte durch die Einführung solcher Domains ihre “weise Politik der Neutralität” verlieren, so Carlo Maria Polvani.

Bei der Zuteilung von Top Level Domains folgt die ICANN normalerweise neutralen Wegen zur Namensfindung, wie etwa geografischen Gegebenheiten (bei Länderdomains) oder den Diensten nahekommende Endungen wie etwa .info, .com, .biz oder .gov.

Sollte man sich trotz der Kritik dazu entschließen, religiöse Domainendungen zu verteilen, muss man damit rechnen, dass viele religiöse Gruppierungen, die vielleicht weniger relevant als das Christentum, der Islam oder der Buddhismus sind, eigene Endungen verlangen werden. Streitereien mit kleineren Gemeinschaften oder Sekten sind dann nicht zu vermeiden (gerade weil letztere oft extremere Ansichten haben).

Hier weitere Vorschläge für religiöse Domainendungen:

  • .christ – Christentum allgemein
  • .orth – Orthodox
  • .protestant – Protestanten
  • .hindu – Hinduismus
  • .dao – Daoismus
  • .sikh – Sikhismus
  • .jew – Judentum
  • .konf/.konfuz – Konfuzianismus
  • .shinto – Shintō
  • .wto – Zeugen Jehovas
  • .ptpl – Volkstempler
  • .ots – Sonnentempler
  • .amish – Amische
  • .ktm – Kanal Telemedial

Und nicht zu vergessen: Fliegendes Spaghettimonster FSM

  • .fsm – Pastafarismus
  • und 10 000 Domains für die Naturreligionen der Ureinwohner Südamerikas, Nordamerikas, Australiens, Afrikas, Asiens und der Völker des alten Europas und Asiens

Das Tier der Apokalypse ist der Computer

Heise veröffentlichte heute ein Abbild der Broschüre der ultrakonservativen “Anti-Computer-Sekte” Marienkinder. 30 Mitglieder der Sekte wurden schon im November 2008 durch den Bischof Mixa in die Katholische Kirche “zurückgeholt”.

Computer - Tier der Apokalypse

Und so berechnet man, dass Computer böse sind:

Computer = 3+15+13+16+21+20+5+18
= 111

777 – 111 = Satan = pöhse

Die Gruppierung Sekte fiel auch durch Äußerungen wie “Die Demokratie ist das Prinzip des Teufels” und “Bischöfe sind Knechte Luzifers” auf.

Na dann, Herr Mixa… viel Glück noch.

Ob das Bild wohl an einem Computer entstanden ist?

„Sein Geist durchdringt die Materie des Computers ebenso wie den Bereich der Dateninformation. So sitzt Ihnen das Tier als persönlicher Ansprechpartner in jedem PC gegenüber.”

heißt es in der Broschüre.

In der Zukunft wird es Sekten geben, die in folgendem den “Teufel” sehen:

  • Musikkonserven-Aufbewahrungsmaschinen, ääh, MP3-Playern
  • Mobilen Funkfernsprechern, ääh, Handys
  • Automatisierte Kutschen, ääh, Autos
  • andere Bewegtbild-Anzeige- und Gottesfeindliche Kästen alias Fernseher

Wie gut, dass da einer ein Gesetzt plant, das die Überwachung der Bestie “Computer” erleichtern soll. Und über dieses Gesetz muss noch nicht einmal demokratisch abgestimmt werden.