Google ist in der Stadt


Wie dem Google Blog zu entnehmen ist, soll die Suchmaschine regional angepasste Suchergebnisse liefern, wenn es etwa darum geht, eine Einrichtung, ein Geschäft oder ein Restaurant in der Nähe zu finden.


Bisher musste man etwa “Pizzeria in Waldshut” in die Suchmaschine eingeben, um ein brauchbares Ergebnis zu bekommen; demnächst möchte Google seinen Nutzern die Angabe des Ortes ersparen.

Google-Logo (© Google, Inc.)Zur Feststellung, an welchem Ort sich ein Nutzer befindet, macht sich Google vom Geotargeting Gebrauch: Dabei wird einer IP-Adresse mithilfe einer Datenbank ein Standort zugeordnet. Eine der bekanntesten Seiten, auf der man Geotargeting ausprobieren kann, ist IP-Address. Wenn Sie nicht gerade in einer größeren Stadt wohnen, werden Sie schnell feststellen, dass Geotargeting nicht immer zuverlässig ist. Wenn der Server des Providers, über den man online geht, mehrere hundert Kilometer weg ist, können die Suchergebnisse, die Google liefern möchte, erheblich daneben liegen. Dazu ein konkretes Beispiel: Geotargeting-Anfragen für meine IP-Adresse zeigen regelmäßig auf Schopfheim oder Bad Krotzingen. Beide Orte liegen mindestens eine Autostunde entfernt.

Ob Google seinen Dienst tatsächlich wie angekündigt anpassen wird, bleibt noch abzuwarten. Gerade die Bevölkerung auf dem Land wird aus regional zugeordneten Ergebnissen kaum brauchbare Ergebnisse ziehen können, wenn es darum geht, spontan ein Restaurant in der Nähe zu finden – und genau dieser Bevölkerungsteil ist aufgrund seiner Größe nicht zu verachten und mit schlechteren Suchergebnissen “abzustrafen”.

Man darf sicherlich wieder mit Kritik an Google rechnen: Dass man jemandes Standort anhand seiner IP-Adresse herausfinden kann, ist nichts Neues. Die Mehrheit der Internetnutzer wird aber bis zu weiteren Ankündigungen von Google oder dem Lesen von Nachrichten über das Vorhaben noch nichts davon gewusst haben und Anbetracht der Google so oft vorgeworfenen Datensammelwut und den daraus resultierenden schweren Kritiken werden auch die dieses Mal nicht ausbleiben. Google könnte ja neben Profilen mit den Vorlieben seiner Nutzer auch ihre Standorte und Angaben über ihre Lieblibgs”locations” in ihrer Nähe als wertvolle Daten speichern und für Werbezwecke nutzen. Könnte.