Geht auch ohne Google

Wer denkt, einzig un alleine Google sammele Daten, der täuscht sich. Und wer vermutet, dass Google, wie in aller Munde oft behauptet, aber nie wirklich belegt, diese Daten zu Verhaltensprofilen verknüpfe, der sollte sich folgende Sache anhören:

Einst als Forschungsidee angefangen, hat es sich zu einer kommerziellen Dienstleistung entwickelt. Mit “Reality Mining”, wie der Fachbegriff dafür lautet, werden Bewegungsdaten von Mobilfunknutzern sowie allgemeinen demografischen und ökonomischen Daten erstellen Firmen wie Sense networks aus New York oder Path Intelligence aus Portsmouth detaillierte Verhaltensprofile von Verbrauchern, so berichtet Technology Review.

Dank mehreren Milliarden Datensätzen, die sich über 3 Jahre hin angehäuft haben lassen sich Bewegungsmuster von Millionen von Menschen entwickeln, bevorzugt aus den US Ballungsräumen New York, Houston, Chicago und San Francisco.

Laut Alex Pentland, Informatiker am Massachusetts Institute of Technology und einer der Gründer von Sense Networks, reicht es aus, die Signale, die Menschen an ihrer Umgebung abgeben, auswerten. Dabei muss man die Menschen nicht kennen, aber es lässt sich erstaunlich treffsicher Vorhersagen, ob jemand etwas kaufen wird oder nicht, oder wieviel Authorität er in einer Gruppe besitzt.

Inzwischen wird ihre Analyse als Dienstleistung für Eisenbahn und Fluggesellschaften sowie Banken an. Langfristig sei, laut Pentland, ein Super-Telefonbuch geplant, mit dessen Hilfe Unternehmen ihr Marketing anhand der “Verhaltens-Postleitzahlen” kundengenau automatisieren können.