Bestätigt: Snow Leopard am Freitag, 28.


Was kürzlich aufgekommene Gerüchte vermuten ließen, hat Apple jetzt bestätigt: das neue Betriebssystem OS X “Snow Leopard” soll diesen Freitag erscheinen.

Der Verkaufsstart soll an diesem Tag in den Apple-eigenen “Stores” beginnen, Vorbestellungen werden schon jetzt aus dem Web entgegengenommen. Bestellte Kopien sollen am Freitag bei den Kunden ankommen.

“Snow Leopard basiert auf unserem besten Betriebssystem [Leopard] und wir können es nun früher als geplant an unsere Kunden herausgeben.” (Bertrand Serlet)

OS X 10.6, so die Versionbezeichnung für “Snow Leopard”, wurde erstmals im Juni erwählt. Apple kündigte an, das Betriebssystem zu Preisen von umgerechnet rund 20 Euro (29 US-Dollar) anbieten zu wollen – zwar als Upgrade und erst ab September verfügbar, aber viel günstiger als Konkurrent Microsoft. Damit das Upgrade klappt, setzt Apple “Leopard” voraus. Man wolle, dass die Käufer des 129 US-Dollar-teuren Betriebssystem auf die neueste Version umsteigen können.

Leopard-SchachtelSnow Leopard wird eher als eine Verbesserung hinsichtlich Geschwindigkeit und Stabilität angesehen denn eine Erneuerung des Betriebssystems.

Die neue Version lässt von Apple angebotene Software schneller ausführen können, zudem ist man stolz, dass Mail Nachrichten nun doppelt so schnell wie der Vorgänger herunterladen können und dass Time Machine um 80 Prozent beschleunigt werden konnte.

Welche Neuerungen trotz des “Stabilitätsupdates” in OS X 10.6 gelangt sind, hat Apple schon im Juni auf der WWDC gezeigt, darunter:

Unterstützung für Microsoft Exchange Server 2007: Synchronisation mit Mail, dem Kalender und dem Adressbuch von Snow Leopard.

Implementierung von OpenCL, um etwa die Rechenleistung des Grafikprozessors auszunutzen.

Zudem ist das Betriebssystem schlanker geworden, auf der Festplatte soll es um die 7 Gigabytes belegen, statt wie vorher zwischen 13 und 14.

Kunden, die sich seit dem 8. Juni einen neuen oder rundumerneuerten Mac gekauft haben, sind berechtigt, gegen eine Versandkostenpauschale von 9,95 US-Dollar am kostenlosen Upgrade-Programm teilzunehmen. Dieses Upgrade kann bis zum 26. Dezember angefordert werden.

Snow Leopard setzt einen Intel-Mac voraus, es ist nur noch für x86-kompatible Rechner zu haben.

Die Lizenzen kosten umgerechnet 20 Euro beim Upgrade von Leopard, 35 Euro für die Familienlizenz in Kombination mit Upgrade (Snow Leopard darf dann auf drei Computern installiert werden) und 120 Euro beim Kauf der Vollversion für den Einzelplatz.


Die Preise sind umgerechnet und gerundet und können von Apple für den europäischen Markt angepasst werden.


WWDC: Einblicke in Snow Leopard

Auf der Entwicklerkonferenz gelangen einige Einblicke in das kommende Mac OS X 10.6 “Snow Leopard”, das Apple möglicherweise Anfang des Jahres 2010 herausgeben will.

Statt auf neuen Funktionen lag der Fokus bei der Entwicklung der Version 10.6 auf der Verbesserung der Leistung und Stabilität. “Um weiterhin das am weitesten entwickelte Betriebssystem mit der besten Usererfahrung anbieten zu können, konzentrieren wir uns auf die Perfektionierung statt neue Funktionen zu entwickeln.”, sagte Apples Senior Vice President Bertrand Serlet.

Neu in OS X 10.6

Ein paar neue Funktionen gibt es aber trotzdem: So verstehen Mail, das Adressbuch und iCal jetzt den Microsoft Exchange Server 2007 und bringen volle Unterstützung für E-Mail, Kontakte und den Kalender mit.

QuickTime wird in die nächsthöhere Version gehoben und bekommt einen Neuen Name: QuickTime X. Technisches ist über QuickTime aber noch kaum bekannt. Apple nennt es die “Plattform der nächsten Generation” und verweist auf die Unterstützung von Internetstandards bei Medien. QuickTime X dürfte wohl auch durch die zahlreichen Updates der vergangenen Monate den Sprung auf die nächste Version geschafft haben.

Drei weitere Änderungen beziehen sich auf das System und sind zukunftsrelevant. Snow Leopard nutzt jetzt seine 64-Bit-Architektur, um die Größe des maximal verwendbaren Arbeitsspeichers auf 16 Terabytes zu heben – bislang liegt die Grenze bei 32 Gigabytes. Wie nötig diese Änderung ist, kann man derzeit schwer abschätzen. Die größten Speicherchips fassen heute 4 Gigabytes RAM, das macht in einem Computer mit 4 Slots 32 GiB.

Eine weitere systemnahe und für die Zukunft wichtige Änderung ist die Einbettung von Grand Central, das darauf angepassten Anwendungen eine optimale Ausnutzung von Mehrkernprozessoren ermöglichen soll.


Dann wäre da noch die Unterstützung für die Open Computing Language, womit Entwickler die Rechenleistung der 3D-Grafikkarte ausnutzen können. Moderne Grafikkarten können als eigenständige Computer angesehen werden, die auch für Anwendungen genutzt werden können, die nichts mit Grafikberechnung zu tun haben. Damit bestehende Anwendungen OpenCL nutzen können, muss der Programmcode allerdings angepasst werden.