Microsoft Polen: Rassismus-Vorwürfe werden an die Spitze getrieben

In dieser Woche veröffentlichte der Softwarekonzern Microsoft auf seiner US-Amerikanischen und seiner Polnischen Website ein Bild zu einer Kampagne.

Für die polnische Zielgruppe wurde das Bild mehr oder weniger professionell angepasst: Der Kopf eines in der Mitte sitzenden Schwarzen wurde gegen den eines Weißen ausgetauscht; seine Haltung wirkte auf der polnischen Version sehr unnatürlich.

Die beiden Bilder wurden zunächst nur als Vergleich veröffentlicht, um auf die zwei groben Fehler des Grafikers hinzuweisen: den unnatürlich angebrachten Kopf und die nicht eingefärbte Hand. Rassismus-Vorwürfe gab es erst kurz darauf, von wem und welcher Seite ist aber nur schwer feststellbar.

Microsoft reagierte schnell und wies die Vorwürfe zurück. Die Firma sei nicht rassistisch eingestellt und habe keinen Fehler gemacht. Wie das Bild auf die Website gelangen konnte, sei nicht mehr reproduzierbar – die Verantwortlichen seien nicht mehr bei Microsoft tätig, heißt es im Artikel bei Heise.de.

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Unverständlich sind die Vorwürfe auch für viele Leser der Artikel in den verschiedenen Nachrichtenportalen:

Zielgruppennahes Marketing

In Polen leben etwa 38 Millionen Menschen, nur 1,2 Millionen von ihnen gehören anderer Ethnischer Gruppen an. Damit stellen die Polen selbst mit einer Dichte von 96,7 Prozent einen außergewöhnlich hohen Anteil der Bevölkerung. Verständlich, so die fast durchgehende Meinung, dass Microsoft sein Marketing an die dort lebenden Menschen anpassen muss.

Andere Gründe sieht man auch in der vermutlich mangelnden Akzeptanz für andere ethnische Gruppen. So liest sich ein Kommentar in den Heise-Foren so:

“[…] existiert in Polen nur eine sehr geringe Anzahl von
Migranten, was ja bekanntlich auch dazu führt, das die wenigen als
besonders Störend angesehen werden. (In Deutschland ist der größte
Fremdenhass auch dort anzutreffen wo kaum Ausländer wohnen, z.b.
Ostdeutschland)
Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl das dort ähnlich starke
rassistische Einstellungen vorherrschen wie in manchen No-Go Areas in
DE.”

(Kommentar von “hefner” in den Heise-Foren)

“Das ursprüngliche Bild ist ungeeignet für den polnischen Markt. Mal
ganz ehrlich, welche Aussage kommt denn bei einem Bild rüber, auf dem
quasi nur Ausländer zu sehen sind?
Für dei USA passt es ja, dort ist besteht die Bevölkerung aus
Menschen mit jeder verstellbaren Herkunft, aber in Polen ist das
Aussehen der Bevölkerung (noch) sehr homogen. Selbst bei uns ist ein
Schwarzer eher ein "Hingucker" als ein Sinnbild für einen
"Ottonormal-Kollegen".
Man stelle sich gerade mal vor, was für einen Effekt es hätte, wenn
man z.B. in Kenia mit einem Bild, das einen Weißen, eine Asiatin,
einen Inder und eine Inuit zeigt, werben würde…”

(Kommentar von “Michael Jacob” in den Heise-Foren)

“Microsoft startet eine Kampagne. Parallel dazu werden Umfragen
gestartet, bei denen heraus kommt, daß die Zielgruppe in Polen
anstatt des farbigen Models lieber ein weißes sehen möchten. Man
stellt außerdem fest, daß der Katholizismus stark verankert ist und
freut sich, wenigstens nicht die heiße Braut gedruckt zu haben,
sondern ein männliches Model. Dem Wunsch der (eventuell sogar
representativen?) Mehrheit bzgl. der Hautfarbe wird alsdann auch
entsprochen, da schließlich zielgruppenorientiert geworben werden
muß. 
Auf einmal steht "man" als Rassist dar?! Immer wieder werden Dinge
(absichtlich?) fehlinterpretiert.”

(Kommentar von “meinsenftube” in den Heise-Foren)

Wie der Fall verarbeitet wurde

Es war abzusehen, dass der “Skandal” um Microsoft Polen in die Nachrichten gelangen würde. Nicht nur, dass sich die führenden IT-Portale dem Rassismusvorwurf widmeten, sondern auch, dass die er die Blogsphäre in beschlag nahm. (Ich habe bewusst abgewartet, was noch alles kommen würde.)

Verwendet man in diesen Tagen die Blogsuche von Google und fragt nach “Microsoft Polen”, ist unter wirklich jedem der auf den ersten Seiten genannten Suchergebnisse irgendetwas mit dem Reizwort “Rassismus” zu lesen – diesem Artikel wird es nicht anders gehen, aber es zeigt doch, welches Gespinst da durch das Internet und die Köpfe geht.

Sogar Blogbeiträge, die nur aus einem Satz bestehen, werden von Google gelistet.

Immerhin zeichnet sich ab, dass fast alle die Rassismus-Vorwürfe für unangebracht halten.

Bei einem Nachrichtenportal hat man das aber noch nicht so verstanden:

Eine Gegenstimme

Sommerlochfüllend wird der Fall ganz offensichtlich bei den “Besser-Wissern” (sie nenne sich so) von news.de ausgenutzt: Zwar stellt Redakteur Sebastian Haak fest, dass Microsoft international handelt, aber zugleich, dass die Ableger der einzelnen Länder in eben diesen national handeln.

Trotz und gerade wegen der Globalisierung ist es für Haak unverständlich, weshalb Microsoft Polen den Schwarzen gegen einen Weißen ersetzte. Haak schreibt, man müsse das Vorgehen von Microsoft Polen “ganz klar als rassistisch motiviert begreifen”, schon im Vorwort seines Kommentars wirft er mit dem Rassismus-Vorwurf um sich.

Dass die Vermutung “wenn die PR-Leute nicht das Gefühl gehabt hätten, damit den Vorstellungen der Menschen zu entsprechen, hätten sie den Schwarzen nicht durch den Weißen ersetzt” durchaus zutreffen kann sieht man auch

  • wenn Weiße auf Plakaten und Bannern für Östliche Regionen ersetzt werden
  • wenn Weiße gegen asiatisch Aussehende ersetzt werden.

Im Internet kursieren zahlreiche dieser Vergleiche. Wahrscheinlich schrecken die Unternehmen schon vor den möglichen Reaktionen zurück und setzen für die Fotos lieber gleich eine neue Session an, damit ihnen bloß keiner Rassismus unterstellen kann.

Das Meme

Die Vorwürfe sind vor allem zweierlei: unangebracht und lächerlich. Und zwar so lächerlich, dass sich das “Photoshoppen” an Microsofts Banner noch zu einem Internetphänomen (“Meme”) entwickeln kann.

Alle sind aufgerufen, das Bild nach dem eigenen Geschmack an verschiedene Themen anzupassen. Für Deutschland gibt es eine Version mit den Köpfen von Wolfgang Schäuble und Ursula von der Leyen.

SWR3 (wieder mal),

Marketing ist eine Wissenschaft für sich, aber das weißt du ja. Oder doch nicht? Den Eindruck könnte man in diesen Tagen haben, da Gunter Sachs für dich ein gerade-noch-so jugendfreies Plakat für das alljährliche New Pop Festival entworfen hat.

Wie viel Zeit hast du Herrn Sachs dafür gegeben? 2 Stunden? 90 Minuten? Wurden das Foto und und der Rest des Plakats gar zur gleichen Zeit erstellt?

Aus Urheberrechtlichen Gründen zeige ich das Plakat nicht, wer es sehen will, der lache klicke jetzt bitte hier.

Dank Kunst-“Leistungskurs” (es heißt offiziell nicht mehr so) fühle ich mich in der Lage, ein Schema von diesem Bild anzufertigen:

1. Hintergrund. Es gelingt deinem Grafik-Profi, dafür drei Farben zu verwenden, die auf einer nahezu Horizontalen keinerlei Bewegung aufweisen. Da Profis nicht einfach GIMP herannehmen können, zollt dieser Leistung schon großer Respekt.

2. Motive. Über den aus einer Fläche bestehenden Hintergrund werden eine entblößte Blondine und Notenlinien mit wuchtigem Violinschlüssel gelegt. Die Dame dürfte schon für Ungunst gesorgt haben. Assoziationen:

  • Notenlinien = Musik = Gut gemacht.
  • Nackte Blondine = Softporno = Ziel verfehlt.

3. Schrift als Motiv. Links oben schwebend, in den beiden dominierenden Farben “blassrosaorange” und schwarz" platziert der Profi die Schrift. Das letzte Bild der Analyse zeigt bei unscharfem Betrachten, wie mies die Bildaufteilung durchgeführt wurde.

  • Aufteilung des Farbgewichts: Mist.
  • Hervorhebung wichtiger Objekte: nö.
  • Schrift als wichtigstes Objekt: Mist.
  • Gesamteindruck: unruhiger, ablenkender Rahmen, kein Objekt im Zentrum, bzw. Zentrum fehlt.

4. Vor allem aber will ich wissen: Wer? Wo? (Steht ja nicht drauf)

5. Und aus Neugier: Was hat Gunter Sachs für dieses Kunstwerk verlangt?

Käufer von Vista Ultimate verärgert – Billig-Pakete für Home- und Businessanwender

Wer Windows Vista Ultimate gekauft hat, ist jetzt der Trottel

Seit einigen Tagen ist es möglich, Windows 7 vorzubestellen. Möglich ist die Bestellung von Windows 7 Home Premium für rund 50 Euro und Windows 7 Professional für rund 100 Euro.

windows7Zahlreiche Käufer von Windows Vista Ultimate sind jetzt verärgert: sie haben das absolut teuerste Windows Vista gekauft und müssen jetzt zusehen, wie Heim- und Unternehmensanwender das neue Betriebssystem zu Dumpingpreisen bekommen können. Wem Home Premium oder Business/Professional nicht reichen, der braucht Ultimate und genau diese Betriebssystemausgabe kann man nicht zum vergünstigten Preis vorbestellen.

Windows Home Premium soll ab dem Oktober für rund 120 Euro Professional für 285 Euro erhältlich sein. Da lohnt es sich, bei Bedarf und bei diesem Angebot zum Vorbestellen, zuzuschlagen.

“Ultimate hat sich nicht gelohnt”, so der O-Ton

Viele griffen damals auch zu Vista Ultimate, weil sie sich eine Fülle zusätzlicher Funktionen gegenüber den Ausgaben Home (Premium) oder Business erhofften – dies blieb aus. Bis auf die für Profis und Entwickler wichtigen Unterschiede zwischen Home Premium und Business gab es nichts Besonderes, das das teure Upgrade gerechtfertigt hätte. Man kann Windows auch ganz gut ohne Ultimate Extras nutzen.

Die erhofften zusätzlichen Funktionen, die sich die Käufer bei der Zahlung eines mehr als doppelt so hohen Preises beim Upgrade von Home Premium auf Ultimate erhofft haben, gab es also nicht, oder nur geringfügig, wenn man die “Ultimate-Spielereien” mag.

Wer eine höhere Vista-Ausgabe benötigte, war besser darin beraten, einfach eine neue Lizenz zu kaufen statt das Anytime-Upgrade in imageAnspruch zu nehmen. Oft war das Upgrade teurer als der Kauf eines Systembuilder-Windows.

 

Rechts: Ein bisschen mehr ausgeben für ein Media Center, PC-Sicherung und erweiterte Netzwerkfunktionen? Microsoft listet die Unterschiede auf dieser Seite auf.

Von der Preissenkung unberührt

Microsoft hat die Preise für Windows gesenkt. Aber auch hinter dieser Ankündigung steckt ein Haken: Nur Home Premium wurde gegenüber seinem Vista-Vorgänger je nach Angebot (Normalpreis oder Vorverkaufspreis) zwischen 8 und 17 Prozent günstiger. Windows 7 Professional und Ultimate blieben von dieser Preisänderung unberührt.

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Links: Native DVD-Wiedergabe, Tinker und bewegte Hintergrundbilder mit DreamScene: Sollen das die exklusiven Vorteile von Vista Ultimate gewesen sein?

Angesichts dieses Ärgers der Ultimate-Käufer fordern Analysten und Microsoft-Beobachter wie Michael Cherry (Directions at Microsoft) jetzt: “Gebt den Vista Ultimate-Käufern ein kostenloses Upgrade!” Microsoft könne so ganz elegant ihren Guten Willen gegenüber den Kunden ausdrücken und sie quasi für die oft als “lausig” beschriebenen Ultimate Extras, die man anstatt der “innovativen und exklusiven Anwendungen” erhalten habe. Zu allem Überfluss gab Microsoft Anfang des Jahres dann auch noch bekannt, sich zunächst auf die Entwicklung von Windows 7 konzentrieren zu wollen und dass es vorerst keine weiteren Ultimate Extras geben werde.

Die Forderungen der Kunden sind nicht ganz so extrem wie Cherry sie stellt. Ein günstiges Upgrade von Windows Vista Ultimate auf 7 Ultimate wäre ganz OK – und dem kann auch ich mich als Besitzer dieser Vista-Variante anschließen.