Stadt Stuttgart verbietet PC-Spiele-Wettbewerb


Die Stadt Stuttgart hat angesichts des Amoklaufs von Winnenden und imagedes offenen Briefs einiger der Familien der Opfer den diesen Freitag stattfinden sollenden ESL-Wettbewerb “Intel Friday Nicht Game” verboten.

Auf dem Plan standen unter anderem Titel wie “Warcraft” und “Counter Strike”.

Oberbürgermeister Wolfgang Schuster:

“Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren.”

ESL hat das Verbot offensichtlich selbst mit zu verschulden. Weder wollte man bei der Veranstaltung auf die beiden wichtigsten Spiele-Titel verzichten, noch eine Schweigeminute für die Opfer einlegen.


Auf der ESL-Website ist über die abgesagte Veranstaltung derzeit noch nichts zu sehen.

Die Veranstalter erklärten, man sei von der “schrecklichen Tat” mitgenommen, aber eine Absage die ESL Pro Series komme nicht infrage. Die ESL Pro Series gilt als Profiliga des sogenannten eSports und ist mit der Bundesliga im Fußball vergleichbar. Dem fügt man an:

“Bei klassischen Fußballspielen kommt es […] oft zu Ausschreitungen und vielen Verletzten. Bei den vielen Hundert eSport-Events, die wir durchgeführt haben, gab es nicht eine einzige handfeste Schlägerei.”

[Update:]

In besagtem offenen Brief forderten die Familien einiger Opfer des Amoklaufs von Winnenden unter anderem:

  • eingeschränkten Zugang zu Waffen für Jugendliche und Anhebung des Mindestalters für den Schießsport auf 21 Jahre sowie eine Kapazitätenbegrenzung für Schießsportwaffen
  • Generelle Gewaltfreiheit des Fernsehprogramms
  • Verbot von – wörtlich – “Killerspielen”, in denen es darum geht “möglichst viele Menschen umzubringen” und in denen “Darstellung[en] sehr realistisch sind” und bei denen “viel Blut fließt”
  • Wunsch nach mehr Jugenschutz in Chatrooms und Foren, Anonymes “Aufhetzen” soll nicht möglich sein
  • Keine Nennung des Namens des Amokläufers sowie kein weiteres Zeigen von Bildern von ihm, um eine “Heroisierung des Täters” zu vermeiden – Anonymisierung des Täters