SWR3 über Ego-Shooter – Jetzt hör ich baden.fm


Wie ich eben bei Stigma Videospiele nachlesen konnte, hat “mein” Radiosender der Region, SWR3, heute einen – wie soll man sagen – stigmatisierenden Bericht über die Egoshooter, pardon, Killerspiele gesendet.

Wie schon bei Stigma Videospiele zitiert, ist unter anderem davon die Rede, dass Spiele wie Counter-Strike von der US-Army eingesetzt würden, um die Hemmschwelle zum Töten zu senken. Ich selber kenne nur die Variante, dass mit den Spielen die Tatik geübt werden soll und mit eben diesem Argument widerspricht auch Stigma Videospiele:

“Die US-Armee setzt seit 15 Jahren Ego-Shooter-Spiele wie Counter-Strike ein um den GIs die menschliche Tötungshemmung abzutrainieren. Counter-Strike oder World of Warcraft ist auf Millionen Rechnern – es ist Teil der Jugendkultur.”

Mehr oder weniger, aber eher weniger elegant gelingt der Verweis auf World of Warcraft: Dieses Spiel ist nun wirklich keines, mit dem amerikanische GIs irgendetwas trainieren könnten.


Adolf Gallwitz:

“Bei jedem unserer ‘Schulamokläufer’ […] haben wir […] dass diese […] sich mit diesen Spielen beschäftigen”

12% der bisher bekannten Täter spielten solche Spiele.

Der Spielekonsum führe in der Praxis nicht automatisch zu erhöhter Gewaltbereitschaft, so Gallwitz. Es sei aber ein Zusammenhang (*an dieser Stelle spricht Herr Gallwitz sehr undeutlich*) …? Was wollte er sagen? Hat er sich nicht getraut, es im Radio zu sagen?

In dem Bericht ist die Rede vom “21jährigen Abiturienten”, für den das gesponserte Spielen zum Geldverdienen “höchst verlockend” sei. Schon 16jährige würden fünf Stunden am Tag spielen, um dieses Ziel zu erreichen.

Wie kann einer, der sein Abitur machen will, fünf Stunden am Tag vor dem Computer sitzen und nichts Produktives tun?

Manfred Spitzer, Hirnforscher, hat zu sagen:

“Das Gehirn ist […] eine Hardware, die sich dauernd an die Software [Erfahrungen] anpassen muss.”

Ausgerechnet dieser Vergleich von einem, der Computer (grob gesehen) für extrem schädlich hält.

Er meint, die Spiele würden einen “gemütlich dumm gegenüber Gewalt” machen.

Dem SWR habe ich immer ein hohes Maß an Kompetenz zugetraut – jetzt scheint sich jedoch ein Wandel abzuzeichnen: Genau wie vor drei Jahren einige Fernsehsender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sehr gefärbte Berichte über die Spiele zeigten, tut das jetzt SWR3 – ein Sender, zu dessen Zielgruppe auch jene gehören, die möglicherweise ihre Freizeit mit dem wahllosen Töten, Draufhalten und Metzeln verbringen.

Mit dem heute gesendeten Bericht hat SWR3 eine gequirlte Kacke losgelassen, dass es mir mit diesem Sender vergangen ist. Ich habe da noch einige andere Begegnungen mit einem Moderator des Senders gemacht. Man legt wohl keinen Wert darauf, wie man Minderheiten oder Einzelnen begegnet.

Ich hör jetzt baden.fm. Adios.

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