Computersammlung: ISA-Erweiterungskarten


Laufwerkscontroller

Zu den wichtigsten Erweiterungskarten gehörten die Laufwerkscontroller – ohne sie wären weder Diskettenlaufwerke, noch Festplatten anschließbar gewesen. Hier ein SCSI-Controller von Adaptec. Der Hersteller ist auch heute noch einer der bedeutendsten im Controllerbereich.

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Laufwerkscontroller wurden normalerweise immer ab Werk in den Computern verbaut, darunter diese beiden hier:

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Links zu erkennen, die Markierungen für Floppy-Laufwerke und Winchester-Festplatten. Immerhin zwei Diskettenlaufwerke ließen sich an einem Kanal anschließen; der eone Winchester-Anschluss konnte auch von zwei Festplatten genutzt werden, allerdings war eine Trennung beider Laufwerke durch die "Device 0/1"-Leitungen nötig. Aber wer hatte damals schon mehr als eine Festplatte…? Rechts zu sehen, ein Controller, speziell für CD-Laufwerke mit IDE-Anschluss.

Parallel-Port-Controller

Fast jeder, der einen Computer hatte, hatte auch eien Drucker (das ist ja heute nicht mehr unbedingt so). Dazu gab’s Erweiterungskarten für die parallele Schnittstelle.

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Parallel-Port- und COM-Controller

Und hier zwei Controller mit parallelen und seriellen Schnittstellen:

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Grafikkarten

Immerhin konnten unsere Computer schon vor über zwanzig Jahren Daten auf einem Bildschirm ausgeben und mussten Ausgaben nicht mehr drucken. Auf dem Bild zu sehen: Eine VGA-Grafikkarte, die 256 Farben darstellen konnte.

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Soundkarten

Wenn das Betriebssystem mitspielte (erstmals tat das Windows 3), konnten Soundkarten in Computern eingesetzt werden. Hier ein Sondermodell, soweit für mich erkennbar offensichtlich mit Antennen- und Telefonleitungsanschluss. Was auch immer das ist – vielleicht ein früher Rundfunkempfänger für den Computer?

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Und dann noch eine ganz gewöhnliche Soundkarte:

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Spezielle Geräte

Soetwas wie USB gab es noch nicht. Wenn eine Schnittstelle einigermaßen universell einsetzbar gewesen wäre, dann die serielle. Aber sie war langsam und für Scanner beispielsweise nicht geeignet. 1988 stellte Logitech den Handscanner Scan-Man vor, der eine eigenen Controllerkarte benötigte.

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Der kleine Scanner wird sogar im Wikipedia-Artikel über Logitech erwähnt.


Computersammlung (klassische Computer)

Siemens SICOMP PC 16-15 mit DOS 3.22 und Windows 1.01

Das Glanzstück. Siemens SICOMP PC 16-15 von 1988, genauso alt wie ich; voll funktionsfähig, natürlich ist die BIOS-Batterie so schwach, dass man die Einstellungen vor jedem Start wieder anpassen muss, sonst findet der Computer die Festplatte nicht und startet nicht.
Bei dem System handelt es sich um die Luxusausführung mit 1024 Kilobytes RAM (für die Jüngeren: Das ist ein Megabyte – also weniger als auf eine Diskette passt), die Festplatte nimmt immerhin 30 Megabytes an Daten auf. Bei dieser handelt es sich um eine sogenannte Winchester-Festplatte (ein IDE-Vorläufer). Computer wie dieser haben auf dem Mainboard keinerlei Laufwerkscontroller, weshalb diese mit Steckkarten nachgerüstet werden mussten. Schon in den frühen Neunzigern begannen sich Onboard-Controller durchzusetzen, was gleichzeitig zum Ende der Winchester-Festplatten führte.
Das System besitzt einen 80286-Prozessor (oder kurz: "2-86er"), der mit 12 MHz läuft.
Rechts neben dem Computer: das externe Laufwerk für 5,25"-Disketten, natürlich musste es vor dem Einschalten angeschlossen werden und im BIOS angemeldet sein, sonst wäre es nicht brauchbar gewesen.

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Der Computer läuft mit DOS 3.22 – das war damals nötig, um die Speichergrenze von 320 Kilobytes zu durchbrechen. Installiert ist neben Windows 1.01 auch Word.

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Auf Wiedersehen!

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Den Computer habe ich von einem anderen Sammler über eBay für schlappe EUR 130,- erworben. Der musste seine Sammlung aus Platzgründen verkleinern und merkte an, dass er den Computer in sicheren händen wissen möchte – hoffentlich kann ich das erfüllen. Zum Kauf gab’s übrigens noch Erweiterungskarten, Software und viele Disketten, sowohl mit mit 786 Kilobytes, 1,2 und 1,44 Megabytes. Danke an "weltenbumler25".


IBM PS/2 Model 56

Hier noch einer der Personal Computer, der Geschichte geschrieben hat: IBMs Personal System/2, Model 56. Wie man vermuten kann, führte IBM damit erfolgreich die PS/2-Stecker für Tastaturen und Mäuse ein.
Der Computer lässt sich einschalten und bootet von Diskette. Leider ist auch hier die BIOS-Batterie so schwach, dass die Festplatte nicht mehr angemeldet ist und der Computer nicht mehr davon starten kann. Und wie man das BIOS aufruft, habe ich leider noch nicht herausgefunden. (Falls es jemand weiß, bitte melden!!).

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Danke an Ulrich.

Targa Series II mit 80486-CPU

Zum Abschluss eine wahre "Maschine". In diesem Big Tower befindet sich keine andere CPU als der 80486 DX2 mit 66 MHz. Das Mainboard bietet sogar Platz für zwei verschiedene RAM-Typen: SIM und SIMM. Verbaut sind derzeit insgesamt 64 Megabytes, was damals schon fast übertrieben war. Zu kaufen gab’s den Rechner mit Windows 3.1, verbaut war eine Festplatte mit etwa 480 Megabytes, ein 3,5 Zoll-Diskettenlaufwerk, ein CD-Laufwerk mit doppelter Geschwindigkeit und ein Bandlaufwerk con Colorado. Nachgerüstet habe ich dann noch ein 5,25 Zoll-Diskettenlaufwerk und das CD-Laufwerk musste getauscht werden, vermutlich war die Linse schon trüb (eine typische Alterserscheinung).

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Den Computer besaß ich sogar schon einmal, allerdings ging der nach einem halben Jahr Verwendung kaputt. Es war mein zweiter PC nach einem 286er, der hier nicht genannt ist und bekam von mir Windows 95 verpasst. Auf der Rückseite: Ja, Onbaord-Geräte gab es damals nicht. Alles, was nach außen sollte, musste mit Steckkarten ralisiert werden. Unten sogar zu sehen: Eine Dual-Netzwerkkarte mit Ethernet- und Token Ring-Anschluss. Eine Soundkarte ist übrigens auch verbaut. Mit Windows 3 kam nämlich die Unterstützung für Sound.

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Blick ins Geschehen: Links zu sehen, die RAM-Module, oben die damals neueren SIMM-Riegel. Rechts, aber von den breiten Kabeln verdeckt, die CPU, ohne aktiven Kühler. Unten links: Erweiterungskarten für Grafik und Sound; rechts oben: die Festplatte (war schon ein IDE-Gerät).

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Der Computer lief bei seinen Vorbesitzern noch als Firewall unter SuSE Linux 7 – zwar brauchte Linux etwa 5 Minuten, bis es gestartet war, im Betrieb war es aber zufriedenstellend schnell. Nach dem Besitzerwechsel wurde der Computer wieder in seinen Urzustand mit DOS 6.22 und Windows 3.1 zurückversetzt.

Vielen Dank an Michael und seinen Vater.