Die Kehrseite: „Billiger Schrott“ auf der CES in L. A.


Die Ausstellerflächen sind voll von „billigem Müll“ und „Imitaten“. Das klingt schon ganz anders als das, worüber in den vergangenen Tagen so fleißig berichtet wurde. Neben den großen Marken wie Samsung, Intel, Microsoft, Sony und ein paar anderen Bekannten tummeln sich auf den kleineren Flächen zwischen den Großen zahllose kleinere Firmen die durch ihre Platzierung versuchen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Klappt das nicht, gibt’s ja immer noch die Hostessen.

Angepriesen werden Hüllen für Smartphones, billiges Bluetooth-Zubehör und Fernseher, die sich vermutlich nicht in die Reihe der „Smart TVs“ stellen lassen, Fitnessgeräte.

Auffällig ist auch das Überangebot an Gadgets. So gibt es zum Beispiel eine kleine Fernbedienung mit Controller, der ins Auto verbaut werden kann. Die Fernbedienung wird am Band einer Armbanduhr platziert, das ganze als „007 Remote Alarm“ vorgeführt. Alarm zum Selbstauslösen? Wer’s mag, kann die Fernbedienung auch mit Touchscreen bekommen.


Ladestationen für bis zu vier iPads, Silikon(?)schalltrichter fürs iPhone, Hüllen für Apple-Geräte… die überwiegend chinesischen Anbieter solcher Gadgets scheinen sich in Apple-Produkte verschossen zu haben.

Alles in allem scheinen die Billiganbieter die Flächen nutzen zu wollen, um Abnehmer für ihre Waren zu finden. Solche „Gadget-Händler“ kennen wir auch in Deutschland. Auch bei denen scheint die Vorliebe für iPhone und iPad groß zu sein. Warum Besitzer dieser Geräte (die ja nicht billig sind) auf billiges Zubehör zurückgreifen wollen? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass Spielinstinkte geweckt werden, für die man nicht viel ausgeben will.

Und wer genug von dem Lärm um Smartphones hat, der kann doch mal „Hau den Lukas“ in der Variante „Hau das Smartphone“ spielen – mit echten Smartphones und einem Gummihammer.


Steve Ballmers Austrittsjahr steht fest – und Microsoft verabschiedet sich vorerst von der CES

Nach dem Rücktritt von Bill Gates übernahm Microsoft-Mitbegründer Steve Ballmer die Tagesgeschäfte, ersucht den „Chairman“ aber regelmäßig um dessen Rat. Bereits 2008 gab er bekannt, dass er sich 2017 oder 2018 zurückziehen möchte, sobald sein jüngstes Kind mit dem College beginnt. Zwar wurde er in der Vergangenheit sogar von Investoren gedrängt, den Posten zu räumen, für Gates kommt aber nur Ballmer für die Unternehmensführung in Frage. Der Zeitpunkt seines Rückzugs steht nun in etwa fest, es bleibt in etwa beim Jahr 2017 oder 2018.


Zudem verabschiedet sich Microsoft erst einmal von der CES, der Customer Electronics Show. Damit wird es auch vorübergehend keine Keynotes auf einer der wichtigsten Elektronikmessen für den privaten Sektor geben. Die CES wird fast nur von Journalisten und geladenen Gästen besucht und gilt damit als wichtiger Zugang zum Markt. Bei Microsoft bedauert man diesen Entschluss, hofft aber, künftig durch Facebook und Twitter den Kontakt zu potenziellen Kunden und Nutzern halten zu können. Der Grund sei übrigens, dass das Timing im Moment schlecht passe: Windows 8 zum Beispiel soll erst in den wenigen Monaten nach der CES fertig werden.