Wie überlebt Twitter ohne Werbung?


Der Twitter-Mitbegründer Biz Stone hat die Werbung auf der Microblogging-Plattform abgeschafft – aber wie kann Twitter Inc. ohne Werbeeinnahmen überleben?

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Stone, dass Twitter weiterhin auf Werbefreiheut setze, für die Zukunft aber die Einführung kostenpflichtiger Funktionen und Dienste vorsieht.

Beobachter bemängeln seit langem die Popularität des Online-Dienstes, dem kein Businessplan zugrunde liegt – langfristig müsse Twitter Geld verdienen, um sich halten zu können. Das Potenzial dazu allein reiche nicht aus. Stone entgegnet, dass Twitter einen Produkt-Manager eingestellt hat, der herausfinden soll, wie und wo bezahlte Dienste eingesetzt werden können.

Werbung ist kein Allheilmittel, mit dem Twitter das Geld verdienenimage könnte, das es wert ist, meint der Illuminata-Analyst Gordon Haff. Das eigentliche Geschäftmodell bestünde aus Diensten und Werkzeugen und funktioniert, obwohl es zahlreiche kostenlose Programme wie etwa Clientprogramme gibt. Werbefrei zu bleiben, sei eine gute Entscheidung – aber es stellt sich immer noch die Frage, was man stattdessen zum Geldverdienen verwendet.


Der Computerworld sagte Stone vor wenigen Wochen, dass derzeit kein Businnesplan notwendig sei – man habe genügend Geld angehäuft und könne sich Zeit lassen. Twitter ziele zunächst darauf ab, seine Plattform zu erweitern, mehr Benutzer zu gewinnen und der Plattform neue Funktionen zu verpassen. “Wenn wir jetzt Profit machen wollen, würden unsere Nutzer den Block für die Features verlieren.”

Obwohl es ja angeblich keinen Businessplan gibt, plauderte Stone aus, suchen die Geschäftsführer nach unterschiedlichen Geldquellen, die bis zum Jahresende genutzt werden sollen. Einen konkreten Plan möchte Twitter derzeit übrigens nicht bekanntgeben.

Es ist gilt als sicher, dass Twitter derzeit mit Firmen Geld verdient, die sich selbst zwitschernd präsentieren: zum Beispiel bezahlen Starbucks oder Zappos für die kommerzielle Nutzung.

Twitter ist es möglicherweise gelungen, das Gleichgewicht zwischen Kommerz und freiem Nutzen gefunden: So kann die Plattform ohne Werbung aber dank bezahlter Premium-Dienste überleben, die übrigens höchstens 10, aber eher 5 Prozent der Nutzer in Anspruch nehmen.

Twitter hat das Potenzial, seine Dienste kostenpflichtig anzubieten – etwa als repräsentative Plattform für Unternehmen wie in einem der derzeit bekanntesten Fälle eben Starbucks. An dieser Stelle sollte ein echter Businnesplan ansetzen.

Quellenangaben
Bild: Twitter-Mitgebründer Biz Stone, Bild von “Joi” unter CC-BY-SA
Inhalte: Computerworld und Reuters