Verweigerung wird bestraft


Bereits vor seiner Einberufung bei der Bundeswehr hatte der 21-jährige Silvio Walther angekündigt, jeglichen Gehorsam bei der Bundeswehr zu verweigern. Schon seinem Einberufungsbescheid war er nicht gefolgt und wurde von den sogenannten Feldjägern, die ihn auffinden und der Bundeswehr zustellen sollten, zunächst zu letzterer gebracht.


Nach einem Übergriff auf den Totalverweigerer war er vier Wochen lang auf der Flucht vor den Feldjägern und muss sich seit heute wegen “Fernhaltens von der Wehrpflicht” vor Gericht verantworten.

Vor etwa vier Wochen soll es laut Walther zu einem Übergriff auf ihn gekommen sein, als er während seines 37-tägigen Disziplinararrests unter Androhung von Waffengewalt zum Putzen eines Parkplatzes und zum Aufsammeln eines gebrauchten Tampons mit den bloßen Händen gezwungen worden war. Kurz darauf waren die Feldjäger ein zweites Mal hinter ihm her. Gegen Ende Juli 2008 wurde Walther aus dem Wehrdienst entlassen.

Silvio Walther, der schon vor dem Einzug durch die Bundeswehr angekündigt hatte, sich allen Befehlen zu verweigern, und erklärt auch weiterhin, dass seine Entscheidungen “nicht die leichtsinnige Tat eines Heranwachsenden, sondern der bewusste zivile Ungehorsam eines Erwachsenen” sei. Walther möchte nicht, dass sein Fall heruntergespielt und damit scheinbar unbedeutend gemacht wird.

Bislang steht Walther noch vor dem Jugendgericht, weil er zum Zeitpunkt der Verweigerungen noch unter 21 Jahre alt war. Würde er verurteilt, drohten ihm nur Sozialstunden. Walther selbst will den “Zwangs-Ersatzdienst irgendeiner Art” aber nicht akzeptieren und deutet an, als Erwachsener vor Gericht gestellt werden zu wollen. Würde er als Erwachsener verurteilt, drohten ihm bis zu fünf Jahre Haft, vorangegangene Urteile lassen aber vermuten, dass, sollte er zu einer Haftstrafe verurteilt werden, diese auf 6 Monate zur Bewährung lauten kann. Eine Geldstrafe ist ebenso möglich.