Filtersoftware für jeden Computer in China


(SZ) Die Chinesische Regierung schreibt ab dem 1. Juli die Installation der Filtersoftware “Gründer Damm” für jeden neuen Computer vor. “Gründer Damm” muss von chinesischen und ausländischen von Herstellern auf den Computern vorinstalliert werden, wenn diese ihre Produkte in China verkaufen.

Die chinesische Regierung begründet diesen weiteren Schritt, der weltweit als ein Ausbau der bestehenden Zensurmaßnahmen aufgefasst und kritisiert wird damit, dass die Bürger vor “ungesunden Inhalten” wie Pornografie schützen wolle.


Die Kritiker befürchten jedoch, dass die Regierung die Inhalte der PCs ausspionieren und den Datenverkehr noch besser kontrollieren kann. Die Regierung blockiert seit mehreren Jahren den Internetverkehr sowie Suchanfragen zu politischen Themen wie dem Tibet-Konflikt oder dem Massaker am Tiananmenplatz.

Die Schulen in China werden sogar gezwungen, die Filtersoftware auf bereits vorhandenen Computern zu installieren. Dies führte möglicherweise dazu, dass die Software bereits 3 Millionen Mal heruntergeladen wurde.Grüner Damm mal anders - Bild von pjmorse, 2005, Flickr

Geschönter Name: Grüner Damm (Bild von pjmorse, 2005, Flickr, Creative Commons)

Einige vermutete Funktionen dürften Kritikern des deutschen  Kriminalamtes bekannt vorkommen: das Überwachen von Computersystemen, die Möglichkeit des Änderns von Daten, das Sperren von Inhalten aus dem Internet und die Möglichkeit, das SUrfverhalten nachvollziehen zu können sind Dinge, die auch in Deutschland mit der Erwartung des Bundestrojaners, der Vorratsdatenspeicherung und den DNS-Sperren befürchtet wurden und werden.


Bundestrojaner im Ausland im Einsatz

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat laut Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven Computer im Kongo und in Afghanistan unter Zuhilfenahme des “Bundestrojaners” ausgespäht. Die Angriffe richteten sich hauptsächlich gegen politische Einrichtungen, zehn Prozent auch gegen Privatpersonen. In mindestens 2 500 Fällen seien E-Mail-Konten ausspioniert worden, heißt es bei Golem.de.