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Bing macht Google StreetView Konkurrenz – und bindet Nutzer ein
Microsofts anfangs unterschätzte Suchmaschine Bing holt zum nächsten Schlag gegen Google aus. Ein besseres “StreetView” will man den Benutzern bieten. In die Bing Maps Beta wurde der schon seit längerem bekannte Dienst “PhotoSynth” integriert, den ich an dieser Stelle vor einiger Zeit schon beschrieben habe. Hinzu kommt das vermutlich auf derselben Technik basierende “Streetside”.
Photosynth in Bing Maps: Gebäude in 3D sehen
PhotoSynth fügt Fotos von ein und demselben Objekt zu einem 3D-Modell zusammen; wenn die Bilder nach dem Zusammenfügen besonders “synthie” sind, kann man zwischen verschiedenen Blickwinkeln wechseln, ohne den Bildersatz wechseln zu müssen. Im Idealfall werden alle Fotos zu einem einzigen Synth zusammengefügt. “Synths” von Objekten wie Gebäuden oder Monumenten baut Microsoft jetzt in den Kartendienst Bing Maps ein. (Falls Sie nach dem Klick auf den Link nicht in Washington D. C. landen suchen Sie selbst nach der Stadt).
Traditionell und standortbedingt beginnt Microsoft die Arbeit am erweiterten Bing Maps in Nordamerika. Zurzeit werden Sie vermutlich dort die meisten Empfehlungen für Synths bekommen. Etwas Glück hatte ich jedoch bei der Suche nach der nächsten Großstadt in meiner Nähe: Freiburg. “Basmeh” hat sich die Mühe gemacht, das sehr ländliche Föhrental als Synth bereitzustellen.
Klickt man auf das zum Suchergebnis passende Synth, beginnt Bing Maps mit einer Animation: zuerst fällt der Blick auf die Karte, dann wird hinein gezoomt, anschließend kippt sie langsam um fast 180° nach hinten und dann erscheinen die Fotos.
Streetside
Für Bauchschmerzen dürfte allerdings “Streetside” bei Google sorgen: Streetside versucht ein besseres “StreetView” zu werden. Microsoft freut sich über nahtlose Übergänge zwischen den Einzelbildern, verschweigt aber die schlechtere Qualität. “Microsoft muss sich (deshalb) […] nicht […] die Mühe machen, Gesichter und Nummernschilder unkenntlich zu machen […]” spöttelt André Vatter.
Wie bereits bei der Integration von Photosynth erwähnt gilt auch hier: in den USA beginnt der Ausbau. Streetside ist zunächst nur in großen Städten der USA verfügbar, aber das was zu sehen ist, ist beeindruckend. Hier etwa eine wahllos ausgesuchte Straße in Washington, D. C.:
Dass Herr Vatter mit der schlechten Qualität und dem Nicht-Erforderlichsein einer Unkenntlichmachung von Kennzeichen Unrecht hatte, ist hier besonders schön zu sehen (vor allem in Originalgröße).
Eine über der Karte neben dem Mauszeiger erscheinende Figur zeigt mögliche Ansichten an, etwa führt diese hier:
zu diesem Blick auf die rechte Straßenseite…
… der zwar um einige Meter nach vorn verschoben ist, prinzipiell aber funktioniert.
Probleme scheinen der Beta bewegliche Anhaltspunkte wie die Fahrzeuge zu bereiten. Ein roter Bus etwa führte dazu, dass der Anhaltspunkt während der Fotoserie nach vorn bzw. hinten (je nach Blickwinkel) wanderte. Platziert man die blaue Figur vor diesem Bus, erwartet man eigentlich, genau davor zu “stehen” – stattdessen befindet man sich scheinbar wieder im selben Abstand zum Bus. Trotzdem leidet die Qualität der Aufnahmen nicht: abgeschnittene Gegenstände sind auf stehenden Bildern nicht zu sehen. Beim “gehen” durch die Aufnahmen ist besonders an den Rändern erkennbar, dass hier mit drei Dimensionen gearbeitet wird. Graue Flächen zwischen herausstehenden Bäumen oder Gebäudefassaden kennzeichnen nicht ausgefüllte Räume im 3D-Modell, verschwinden aber gleich, wenn die “Laufbewegung” zum Stehen kommt.
Zu einem vollwertigen Ersatz für StreetView ist es aber noch ein weiter Weg, Bing fehlt hierzu einfach noch das Material. Es ist denkbar, dass Microsoft beim Sammeln von Fotomaterial auch die eigenen Nutzer einbinden wird, die etwa durch das Hochladen von Synths von Straßen oder Gebäudefassaden ihre Beiträge leisten können.
Google zieht nach
Fast fünf Monate nach Microsofts Angriff mit Bing auf dem Suchmaschinen-Markt zieht Google nach und beginnt mit einer zeitgemäßen Anpassung der Oberfläche der gleichnamigen Suchmaschine.
Die bewährte und einfach gehaltene Google-Startseite mit dem bunten Logo, dem Texteingabefeld und den beiden Buttons “Google-Suche” und “Auf gut Glück!” (letztere ist offensichtlich sehr schädlich für den Konzern) soll aufgegeben werden und durch eine offensichtlich an den Konkurrenten Bing angenäherte ersetzt werden.
Hier zur Erinnerung die erst kürzlich überarbeitete Google-Startseite:
Und das bekommt man zu sehen, wenn man auf die englische Seite wechselt, den gleich folgenden Code hinter die Adresse kopiert und die Seite neu lädt:
Das ist ja fast wie vorher. Geändert wurde das Logo, das von seinen Schatten befreit wurde sowie die Schaltflächen. Den “Glücksbutton” gibt es aber immer noch.
Die Suchergebnisseiten präsentieren sich jetzt jedoch auf eine ganz neue Weise:
Und? Klingelt’s? Die Anordnung zusätzlicher Suchergebnisse, Dienste, Links für Einstellungen, die Sucheingabemaske und natürlich die der Suchergebnisse dürfte einigen Lesern bekannt vorkommen.
Google hat also ganz frech beim neuen Konkurrenten abgeschaut. Hält Google daran fest, gesteht der Suchmaschinenriese nicht nur ein, dass des Konkurrenten Lösung besser ist, sondern auch, dass man sich reichlich Zeit mit diesem Schritt gelassen hat.
Googles neue Website selbst testen
Besuchen Sie google.com und wechseln Sie gegebenenfalls über den Link “Google.com in English” auf die US-Version der Seite. Kopieren Sie folgenden Code und fügen Sie ihn hinter dem abschließenden Schrägstrich (/) in die Adresszeile ein:
javascript:void(document.cookie="PREF=ID=20b6e4c2f44943bb:
U=4bf292d46faad806:TM=1249677602:LM=1257919388:S=odm0Ys-53ZueXfZG;path=/; domain=.google.com");
Drücken Sie die Eingabetaste und dann F5, um die Seite neu zu laden. Jetzt erlaubt Ihnen ein Cookie, die neue Seite anzusehen.
Das wird einfacher
Mit den Neuerungen will Google vor allem die Suche nach unterschiedlichen Medientypen vereinfachen. Über ein Menü, dass man erst aufklappen muss, kann man leicht zu Bildern, Videos, Nachrichten und anderen Ergebnisgruppen wechseln.
Besonders einfach klappt das Suchen nach Bildern mittels fertiger Filter. Ähnlich wie in Bing erlauben sie das Suchen von Abmessungen (Symbole, klein, mittel, groß) und Abbildungen (Zeichnung, Foto, Clipart) oder auch nach Farben.
die Filter standen Google-Nutzern schon vorher zur Verfügung, waren jedoch
unter dem Menüpunkt “Optionen” verborgen.
Jetzt werden die passenden Suchfilter links neben den Ergebnistypen angezeigt.
Was mit Bildern funktioniert, klappt in sinnvoller Weise auch mit Nachrichten, Blogs und Foren (ordnen nach Erscheinungsdatum), mit Videos (Dauer, Qualität) und Karten von Google Maps; das Menü “Shopping” erlaubt das Sortieren nach Preis und Kategorien.
Bing bekommt Hilfe von Wolfram Alpha
(TC/CN) Microsofts neu aufgelegte Suchmaschine Bing bekommt offensichtlich bald Unterstützung von der wissenschaftlichen Suchmaschine Wolfram Alpha. Dies geht aus Meldungen von TechCrunch und Cnet hervor.
Demnach sollen die Betreiber von Wolfram Alpha in den verganenen Wochen mit Microsoft verhandelt haben, um Technologien für die Verwendung in Bing zu lizenzieren.
Bei den beiden Konzernen will sich derzeit niemand zu den Gerüchten äußern.
Wolfram Alpha konnte bei seiner Veröffentlichung zwar einen guten Eindruck erzeugen, dürfte vom gemeinen Nutzer aber kaum in Anspruch genommen werden. Bei Alpha handelt es sich um eine wissenschaftliche Suchmaschine, die zum Beispiel gut genutzt werden kann, um statistische Daten zu suchen oder zu vergleichen.
Im Vergleich dazu erging es Bing, dem neu gestarteten Live Search, erheblich besser: die Suchmaschine legte dank gutem Marketing und Medienpräsenz einen erfolgreichen Start hin und seit der Zusammenarbeit mit Yahoo dürfte ihr Anteil auf schätzungsweise 14 Prozent ansteigen.
Sollte es wirklich zu einer Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Wolfram kommen, ist noch nicht geklärt, unter welchem Name Suchergebnisse dann ausgegeben werden – Ergebnisse mit der Anmerkung “Unterstützt durch Wolfram|Alpha” sind denkbar.
Fraglich ist dann aber auch, wie Alpha befragt werden soll. Bing ist international verfügbar und wird in dementsprechend vielen Sprachen angeboten. Alpha hingegen versteht derzeit nur englisch als EIngabesprache, zudem müssen Fragestellungen (besonders mathematische) einer gestimmten Grammatik folgen – und diese Regeln müssen die Benutzer von Bing mit Alpha-Technologie verstehen.
Die Beteiligten schweigen sich über das Gerücht aus.
Stephen Wolfram, der Gründer der wissenschaftlichen Suchmaschine gibt als Grund für misslungene Anfragen an, dass die Hälfte davon falsch gestellt seien.
Yahoo-Microsoft-Deal: Yahoo beginnt mit dem Re-Design
Nach dem Deal sind auf den Websites von Yahoo schon erste Änderungen zu sehen. Basic Thinking berichtet von der Verlagerung des Serch Pad auf die linke Seite sowie einer deutlichen Hervorhebung des Sucheingabefeldes. Damit nähert sich Yahoo schon einmal dem Design von Bing an.
Sobald Bing zur Suchmaschine unter der Yahoo-Suche geworden ist, soll darunter “Powered by Bing” stehen. Das eigene Logo soll Yahoo aber behalten dürfen.
Annäherung an Bing: Neu gestaltete Yahoo-Suche (oben) und Bing (unten).









































