Google will Chrome zur Plattform für 3D-Spiele machen


(PT) Der Chromium-Programmierer Greg Spencer gab heute im Blog “Chromium-dev” bekannt, dass man an der Implementierung der Grafikschnittstelle O3D begonnen hat. Das quelloffene Chromium-Projekt liegt dem Google-Browser Chrome zugrunde, die O3D-Schnittstelle stammt von Google und befindet sich derzeit in einem frühen Entwicklungsstadium. Sie kann derzeit nachträglich für den Browser installiert werden.

Durch das Einbinden der Schnittstelle als native API in den Browser erhoffen sich die Entwickler, Chrome als Umgebung für 3D-Spiele brauchbar machen zu können. Das Internet, beziehungsweise der Webbrowser soll sich, so der Wunsch der Google-Entwickler, von einem starren Medium in ein interaktives und vielseitiges ändern, sodass in dieser Umgebung auch andere Formen von Software lauffähig werden.


Damit 3D-Anwendungen, die die O3D-API ansprechen, noch schneller laufen, soll es ihnen sowie der Umgebung (also Chrome) erlaubt sein, direkt auf die CPU zuzugreifen.

Googles derzeitiges Problem ist: Der Browser Chrome hat derzeit sehr geringe, aber immerhin stabile Marktanteile. Google könnte seine Marktmacht weiter ausspielen, um den Browser stärker zu verbreiten. Daneben besteht das größere Problem, dass die O3D-API von Google selbst stammt. Sie ist also eine Eigenentwicklung und kein offener Standard. Google will jedoch genau das erreichen. Gelingt es dem Konzern, wichtige Spielehersteller für die Zusammenarbeit zu gewinnen, kann O3D dem Ziel, Standard zu werden, näher kommen. Sobald eine API Standard geworden ist, stehen die Chancen gut, andere Entwickler zur Mitarbeit zu gewinnen.

Googles Konkurrent im Bereich “3D im Browser” ist derzeit – Überraschung – Microsoft. Mit DirectX und Internet Explorer hat die derzeit eine sichere Position im Segment inne – auch wenn sie kaum nicht aktiv genutzt wird, das Potenzial ist da, um Google Paroli bieten zu können.

Ein vergleichbares Ziel hat übrigens das Industriekonsortium Khronos: Zusammen mit Mozilla (Hersteller von Firefox) und Google will man bis März 2010 erste Ergebnisse der Zusammenarbeit vorstellen. Geplant war zum Zeitpunkt der Ankündigung die Nutzung der schon bestehenden API OpenGL ES, um damit beschleunigte 3D-Grafik im Browser anzeigen zu können.

Wie sich Google das 3D-Web vorstellt, erfahren Sie auf der O3D-Website.