1 Million G1-Smartphones

G1Die Deutsche Telekom hat bis jetzt eine Million Smartphones des Typs “G1” oder auch “HTC Dream” mit dem quelloffenen Google-Betriebssystem Android verkauft. Das gab die Telekom in einer Mitteilung bekannt.

Der Verkauffstart liegt nun etwa ein halbes Jahr zurück, für das neue Betriebssystem mussten noch zahlreiche Patches nachgeliefert werden, “bis man es verwenden konnte”, aber jetzt soll Android problemlos v erwendbar sein.

Das auf der einen Seite erfreuliche Ereignis löste aber auch Kritiken aus: Wenn Google und die Telekom nun derart hohe Verkaufszahlen erreicht haben, kann es nicht mehr lange dauern, bis Google in den USA auch AT&T und Verizon als Partner gewinnt: dann kann es passieren, dass bestehende Systeme nicht mehr lange unterstützt werden und das Hauptaugenmerk auf Android liegt. Danach müsste Google all seine Bemühungen in die Weiterentwicklung von Android stecken, um Apple einholen zu können.

Einen wichtigen Indikator für den Erfolg von Android sieht man in Motorola: Motorola verkauft immer noch Millionen von Handys pro Jahr, würde der Hersteller auf Android umstellen, kann man dem Google-Betriebssystem gute Chancen einräumen.

Google: “Das G1 war nicht ausgereift”

Der Chef der Handy-Sparte von Google, Andy Rubin, gestand ein, dass der Start mit dem eigenen Handy und dem eigenen Betriebssystem Android nicht so glatt verlaufen war. Die mit dem G1 ausgelieferte Betriebssystemversion sei bestenfalls eine 0.8 statt eine 1.0 gewesen und musste erst durch mehrere Software-Updates verbessert werden.

Ein Problem, das dazu führen kann, dass die Verbreitung von Android verlangsamt losgeht, ist, dass die Hersteller das Betriebssystem an ihre Hardware anpassen müssen. Dennoch bietet Android einen wichtigen Vorteil: für die Verwendung des quelloffenenbssystems fallen keine Lizenzkosten an. Nach einer Rechnung von Google könne man somit 20 Prozent der Kosten einsparen, die bei der Verwendung anderer Betriebssysteme anfallen würden.

Ein anderes, ebenfalls und insbesondere mit dem G1 aufgetretenes Problem ist das Gerät an sich: Einige Besitzer beschweren sich über Knarzgeräusche, die aufträten, wenn man Display nach vorn schiebe. Es ist zu befürchten, dass das die ersten G1-Geräte dauerhaft an Verschleißschäden leiden werden.

Googles G1 mit Android stellt in gewisser Hinsicht eine Alternative zu Apples iPhone dar. Mit den mitgelieferten Browsern und Datentarifen (in der Regel der Telekom) eignen sich beide für das Surfen im Internet und begegnen einander hier bereits jetzt als Konkurrenten.

Nur so ein Gerücht: Android auf dem Netbook

Gestern erschienen bei mehreren Nachrichtenseiten, darunter Heise und Computerworld, Meldungen, laut denen einige Hersteller, darunter auch HP, ihre kommenden Notebooks angeblich mit Googles Smartphone-Betriebssystem Android ausrüsten wollen. Fast-Namensvetter Dan Ackerman deckt Gründe auf, weshalb das wahrscheinlich nicht gehen wird.

Die Netbooks der ersten Generation liefen mit einem angepassten Linux, weil es einerseits auf die schwache Rechenleistung, die geringe Kapazität des Arbeitsspeichers und der Festspeichermedien (oft Flash-Speicher, jetzt häufiger echte Festplatten) angepasst werden musste. Andererseits mussten die Bedienoberflächen auf dem extrem kleinen Bildschirm gut darstellbar sein.

Kurz nach den “Experimenten” mit den modifizierten Linux-Varianten entschied man sich doch, Windows XP auf Netbooks einzusetzen. Die Entwicklung der Kleingeräte war schließlich in vollem Gange und innerhalb weniger Monate war ihre Leistung gut genug für ein vollwertiges Windows- oder Linux-Betriebssystem, das nicht zurechtgestutzt werden musste.

Android ist als Smartpfhone-Betriebssystem bestens für die Darstellung auf kleinen Bildschirmen geeignet. Für die Arbeit auf schwachen Plattformen offensichtlich weniger, was sich in vielen Fällen an der geringen Akkulaufzeit des G1 äußert (aber das ist eine andere Sache).

Besonders erschwerend allerdings: Android ist weder ein x86-kompatibles Betriebssystem, noch ist es in seiner Bedienung in irgendeiner Weise mit den stark verbreiteten Betriebssystemen vergleichbar. Unter einem vollwertigen Windows oder Linux beispielsweise lässt sich zusätzliche gewünschte Software einfach nachinstallieren. Bei den Geräten mit modifiziertem Linux ist das schon schwieriger. Genauso müssen die gewünschten Anwendungen zuerst einmal für die neue Plattform verfügbar sein. Auch hier stehen Linux und Windows wieder im Vorteil, selbst für das iPhone OS gibt es inzwischen zahlreiche beliebte Anwendungen, nur für Android noch nicht. Android ist noch nicht alt genug, als dass es dafür ein interessantes Angebot gäbe.

Ganz andere und wesentlich größere Probleme könnten auch mit der Hardware zusammenhängen. Während Android derzeit auf nur einem einzigen Smartphone – nämlich dem G1 – läuft, funktionieren Linux und Windows auf fast allen x86-Plattformen. Bei Android sind ferner Probleme wegen fehlender Treiber, etwa für WLAN- oder Bluetooth-Adapter, absehbar, was die Vorfreude auf Android auf dem Netbook im Moment noch trüben dürfte.