Yahoo: Bartz fliegt raus

Carol Bartz, die bei Yahoo Anfang 2009 das Steuer übernahm, muss gehen. Das hat der Verwaltungsrat des Internet-Konzerns beschlossen und ihr über Roy Bostock telefonisch mitteilen lassen.

"Ich rief ihn um 18:06 Uhr an." Bostock habe gleich angefangen, ein von Anwälten vorbereitetes Schreiben vorzulesen.

Sie habe ihn unterbrochen: "Roy, ich denke, das ist eine Vorlage." Dann habe sie gesagt: "Warum hast Du nicht die Eier, es mir selbst zu sagen?" Nachdem Bostock fertig mit Vorlesen gewesen sei, habe sie gesagt: "Ich hab’s kapiert." Nur um ihm dann entgegenzuschleudern: "Ich dachte, Du hättest mehr Klasse."

von Heise.de: Gefeuerte Yahoo-Chefin: "Diese Leute haben mich verarscht"

Bartz selbst gab später mit viel Wut im Bauch Interviews, deren Abdrucke bei den US-amerikanischen Zeitungen oft als Lückentexte erschienen sind – wegen zu vieler böser Wörter.

Die Anleger haben übrigens positiv auf den Rauswurf reagiert. Zwar ist es Bartz in den vergangenen zwei Jahren durch Stellenabbau gelungen, Kosten zu senken, der Konzern verlor aber weiterhin Kunden an Konkurrenten wie Google. Zuletzt setzte Yahoo eine schrumpfende Nachfrage von Werbeflächen für grafische Anzeigen zu – einer “der” Stärken des alten Konzerns.

Im ersten Jahr in ihrem Amt gelang es Bartz zwar nicht, die Übernahme durch Microsoft in die Wege zu leiten, jedoch eine Suchallianz mit Microsoft einzugehen.

iAds für Japan

Mit iAds möchte Apple Werbung in interaktiven Formaten, einer Kombination aus Videos und von Websites bekannten Elementen, auf Mobilgeräte wie das iPhone und den iPod (beide auf Basis von iOS 4) bringen.

In Japan steht Apple jetzt Dentsu, eine dort ansässige Werbeagentur, zur Seite. Dentsu wird zu den größten Branchenmitgliedern gezählt. Bisher war die Agentur vor allem für Werbung in Printmedien und dem Fernsehen bekannt.

Laut einer Pressemitteilung werde sich Apple um die Auslieferung der Werbung ans passende Ziel kümmern, während Dentsu den Verkauf übernimmt.

Eigenen Angabe zufolge erwartet Apple allein für dieses Jahr Gewinne in Höhe von 60 Millionen US-Dollar – dabei nahm der Dienst seinen Betrieb erst im zweiten Halbjahr 2010 auf.

Guerilla-Marketing im Hörsaal

Der Mobilfunknetzbetreiber O2 wirbt mit Handymonstern und Monster-Fängern, die die Hörsäle mindestens dreier deutscher Universitäten gestürmt und Vorlesungen gestört haben sollen.

Seit einigen Wochen wirbt O2 damit, Monstertarife bezwingen zu können: Handys mit Plüschmonster-Ummantelung verwandeln sich nach Einlegen der O2-Sim-Karte in normale Mobiltelefone. Doch damit nicht genug.

Beauftragt von der United Ambient Media AG stürmten in Köln als “Handymonster” verkleidete Personen die Hörsäle; ihnen folgten Monsterfänger in T-Shirts mit O2-Aufdruck. Sie sollen angetäuscht haben, einen Dozenten einfangen zu wollen.

Andere von ihnen waren in Magdeburg und München mit Badehosen bekleidet und trugen Surfbretter, die den Surfstick des Anbieters bekannt machen sollten. In Magdeburg wurden sie der Bibliothek verwiesen.

Die Aktion, die von den Universitäten nicht genehmigt worden war, wird scharf verurteilt. Vorlesungen wurden vorsätzlich gestört, um Produkte anzupreisen. Bisher war von der Agentur über eine Mitarbeiterin nur in Erfahrung zu bringen, dass “Vorlesungen ja meistens nicht so spannend” seien und sich vermutlich niemand durch die Aktionen gestört haben dürfte. (Süddeutsche)

Die Aktionen sollen auch gefilmt worden sein, nur ohne Genehmigung.

Wegen der Vergehen hat die Agentur unter Umständen mit einer Anzeige zu rechnen.

Die Website monsterkommando.o2online.de ist derzeit nicht erreichbar. Auch die Facebook-Seite ist nicht mehr zu sehen.

Eine ähnliche peinliche Werbeaktion hat o2 bereits vor einem Monat in Berlin durchführen lassen: