LAN-Party der Politiker

Um die Berührungsängste der Bundestagsabgeordneten abzubauen, planen drei junge Medienpolitiker der FDP und CSU einen Computerspiele-Wettbewerb, bei dem die Politiker die Spiele kennen lernen sollen, mit denen sich ein Großteil der Jugendlichen heutzutage befasst.

In der Meldung bei Heise stand kurze Zeit folgendes Zitat, welches inzwischen entfernt wurde:

"Wir wollen auch die Fraktionen gegeneinander antreten lassen."

Wie muss ich mir das vorstellen? Vielleicht so?

- Spieler führen das Kürzel ihrer Partei als "Clan-Tag”

- Spieler motzen ihre Namen mit Leetspeak und Wortspielen auf: "CDU | Fr!3dr1ch M3rz", "SPD | 0tt0 Ch!lly", "FDP | Aitch-Pee Hau-Stein", "Die <– | Werner 3-Bus"

- Erste Runde, Counter-Strike. Man spielt auf vip_belowthetilia. Mission: der VIP Deckung geben und ihr zur Flucht verhelfen (Rot) beziehungsweise sie daran hindern (Schwarz).

- Aus irgendeinem Grund tauchen plötzlich zwei weitere Mannschaften, eine gelbe und eine rosafarbene, auf.

- Ein Spieler des schwarzen Teams hat den Spielmodus noch nicht begriffen und rast ohne Deckung seiner Mannschaft auf einem zweirädrigen Fahrzeug durch die rote Front in ein kleineres Nebengebäude.

- Das rote Team bespricht sich, teilt sich in viel zu kleine Gruppen auf und stürmt das Objekt.

- Die schwarze Mannschaft zerschlägt die viel zu kleinen Zweiergruppen der Gegner und lässt Spieler, die nur noch wenige HP haben lebend zurück.

- Ein Spieler des rosafarbenen Teams dreht plötzlich durch und eröffnet das Friendly Fire. Er wird gekickt.

- Das rote Team kann keinen geschlossenen Kern mehr aufbauen, die getroffenen Spieler trauen sich nicht mehr ins Geschehen, weil sie die Runde überleben wollen. Stattdessen campen sie und lauern vorbeilaufenden Gegenspielern auf.

- “FDP | Gi:d0 Wester~” vom gelben Team ist sich des Sieges sicher und stürmt mit nur 18 HP und ungeladener Primärwaffe die Mitte der Map, wo ihn ein Camper aus dem roten Team erst nach 15 Sekunden bemerkt und aus dem Hinterhalt mit dem Messer fraggt.

- Das schwarze Team drängt die Roten schrittweise zusammen, letztere können aber unter der Deckung umstehender Kisten (wer hat die da hin gestellt?) noch eine Minute vor Ende der Runde Punkte gutmachen und das schwarze Team dezimieren.

- Die Runde ist fast entschieden. Rot steht mit nur 2 Kills in Führung vor Schwarz.

- Das kam unerwartet: Die Gelben schließen sich dem schwarzen Team an und metzeln Rot sowie die im Weg stehenden vom Rosa-Team nieder.

- Die Runde ist beendet. Schwarz hat gewonnen. “Die <—| Greg’Gy” beginnt einen Framewar und schimpft auf die schwarzen “Cheater” und die “WT-Joiner” von Gelb.

Ballern in Open Source

Wirklich neu ist es, da bereits 2002 mit der Programmierung begonnen und es 2005 veröffentlicht wurde, schon lange nicht mehr. Obwohl es sich um etwas besonderes handelt, nämlich den erfolgreichsten Open-Source-Shooter, mangelt es ihm an Bekanntheit, welche hiermit ein wenig erhöht werden soll.

Nexuiz, DarkPlaces

Die Rede ist Nexuiz, das von Alientrap auf der Basis des Quake-Engine-Abkömmlings “DarkPlaces” entwickelt wurde. Ja, richtig: Nexuiz ist irgendwie mit Quake verwandt, wenn auch inzwischen entfernt. Je weiter sich das Spiel und die Engine entwickeln, desto weiter entfernt es sich vom (noch erkennbaren) Quake-ähnlichen Aussehen, teilt mit ihm jedoch das gemeinsames Genre der Deathmatch-Shooter im futuristischen Design.

Nicht nur die Plattform teilt sich Nexuiz mit Quake, auch einige Maps wurden für den Neffen portiert. In ihrem Aufbau sehen die in ihrer Struktur, das muss man sagen, einfach aus. Ebenen, Wände und Stufen bestehen aus aneinandergefügten “Blöcken”. Aufgrund der Methode, wie Teile von Karten erschaffen werden, fehlen auch Effekte wie eingebrochene Wände, Unebenheiten in Flächen oder einfach nur Gegenstände, die man als Werkzeuge oder Waffen einsetzen könnte (Vergleiche: Half-Life 1 und 2).

Grafik-Engine von 1996

Um auf der Höhe der Zeit zu sein, brachten die DarkPlaces-Entwickler der elf Jahre alten Quake-Engine zeitgemäße Effekte wie Bloom, Shader, Koronas und sogar Spiegelungen bei – letztere wirken meiner Meinung ScreenShot049nach aber nicht sehr lebhaft, auch sind Spiegelungen oft nicht rechnerisch korrekt, was sich insbesondere darin äußert, dass gespiegelte Objekte um einige Grad gedreht werden.

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Kontrollsystem gegen Computerspiele-Konsum

In China gibt es ein staatliches Kontrollsystem, das erreichen soll, dass Jugendliche weniger Zeit mit dem Spielen von Online-Spielen verbringen und so einer Sucht vorbeugen. Die Zahl der Spieler ist seit dem vergangenen Jahr um sieben Prozent gesunken, schreibt der Deutsche Blog. Die tägliche Spieldauer ist auf drei Stunden begrenzt, bevor Punkteabzüge drohen.

“Wenn der jugendliche Spieler die maximale Spielzeit überschreitet, droht ihm die Halbierung seiner erspielten Punkte. Wer länger als fünf Stunden pro Tag spielt, verliert alle Punkte.”

Um in China online spielen zu dürfen, muss man sich mit seinem Name und der Personalausweisnummer registrieren lassen.

Als Basis für die umgesetzte Spiele-Kontrolle könnte Chinas “Great Firewall” dienen, die es den Chinesen zum Beispiel gar nicht ermöglicht, der Regierung unliebsame Inhalte aufzurufen. China hat eines der am besten ausgebauten Zensursysteme für das Internet, das in letzter Zeit aber zunehmend zu bröckeln droht.

Auch in Deutschland umsetzbar?

Theoretisch wäre ein vergleichbares System zur Überwachung der Online-Spielzeit auch in Deutschland leicht über zentralisierte Anmeldesysteme umsetzbar.Die von Valve genutzte Steam-Plattform stellt das am meisten genutzte Anmeldesystem für Online-Spiele dar. Gemeinsam mit den Anmeldedaten verwaltet sie auch die gekauften Spiele und dazugehörigen Lizenzen. Um Systeme wie Steam zu einem Zensurapparat umzufunktionieren, bräuchte man nur noch eine Nutzerverifikation, die in China derzeit über die Personalausweisnummer umgesetzt wird.

Dass ein ähnliches System für und in Deutschland vorgeschlagen wird, ist denkbar. Unsere Bundesregierung hat bereits die Internet Service Provider zu funktionierenden Sammelstellen für die Vorratsdatenspeicherung umfunktioniert, warum auch nicht populäre Plattformen wie Steam?