Wikipedia macht ernst

Aus Protest gegen den Gesetzesentwurf für SOPA überblendet die Wikimedia Foundation die englischsprachige Version der Wikipedia mit einem riesigen Banner.

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Für 24 Stunden soll am heutigen Tage (Ortszeit, US-Staaten) die Wikipedia nicht, beziehungsweise schwer erreichbar sein: Da die Änderung lediglich als Style umgesetzt wurde, werden Inhalte trotzdem übermittelt, nur eben durch ein “Layer” überdeckt. Dieses Layer wird erst am Ende der Seite geladen. Inhalte können trotzdem sichtbar gemacht werden, wenn man das Laden einer Seite abbricht. Alternativ dazu kann man JavaScript vorübergehend deaktivieren.

Das Thema wird auf Twitter mit dem Schlagwort #wikipediablackout diskutiert. Wikimedia verknüpft soziale Netzwerke, um einen einfachen Weg zu schaffen, seiner “Stimme Gehör zu verschaffen”.

Mit der Aktion erhofft man sich, den Druck auf den US-Kongress erhöhen zu können.

Auch in anderssprachigen Versionen weist die Stiftung mit kleineren Bannern auf SOPA hin.

Google für Chinesen unverzichtbar – zumindest bei den Wissenschaftlern

Nach all dem Zoff zwischen den USA, Google und China hat das Magazin “Nature” Umfrageergebnisse veröffentlicht, die verdeutlichen, wie wichtig die Suchmaschine Google und ihre ergänzenden Dienste für drei Viertel der chinesischen Wissenschaftler für Recherchearbeiten ist.

Fast die Hälfte der 784 befragten chinesischen Wissenschaftler befürchtet den Wegfall wichtiger Suchergebnisse durch, würde Google den Betrieb in China einstellen. Weitere 36 Prozent erwarten zwar Einschränkungen durch die fehlenden Recherchemöglichkeiten, hoffen aber auch auf Alternativen.

“Recherche ohne Google ist wie ein Leben ohne Elektrizität”,

sagte der Ökonom Xiong Zhengin zum Magazin Nature. Er und seine Kollegen haben durch Google einen Zugang zu wissenschaftlichen Dokumenten und können Informationen über mögliche Kooperationspartner sammeln.

Dabei nutzen sie nicht nur die Websuche von Google, sondern auch Dienste wie Google Scholar (in Deutschland noch kaum bekannt) und Google Books. Seltener verwendet, aber ebenfalls unverzichtbar, ist der sehr Fachbereich-gebundene Kartendienst “Maps”.

Den Markt überlassen

Packt Google die Koffer und verzieht sich aus China, überlässt der anderswo so erfolgreiche Internetgigant dem chinesischen Konkurrenten Baidu sein vergleichsweise kleines aber in sicheren Händen gehaltenes Territorium.

Von allen Chinesen nutzen über 60 Prozent den landeseigenen Dienst Baidu, den Rest teilt sich Google mit Yahoo. Unter den Wissenschaftlern sieht die Aufteilung ganz anders aus: hier nutzen über 92 Prozent Google, 60 gelegentlich Baidu und 13 sind Yahoo-Nutzer. Die meisten von ihnen würden nach einem Wegfall von Google übrigens auf Yahoo umsteigen.

Sehr wahrscheinlich wird Baidu, wie bereits von Analysten vermutet, von Googles Abzug profitieren.

Google, China und die Zensurpolitik

Mit dem Start eines China-basierten Suchdienstes erklärte der Google-Konzern, sich an die Zensuranweisungen der Regierung zu halten – ganz im Widerspruch zum Motto “Don’t be evil”, das sich Google auf die Flaggen geschrieben hat. Zuvor hatten die Chinesen keinen Zugang zu google.com, und genau diese verlorenen potentiellen Nutzer wollte Google für sich gewinnen. Deshalb eröffnete man 2006 einen eigenen Ableger innerhalb der “Firewall”.

Nach dem Abschalten der Google-Dienste in China befürchtet man nun, dass die Regierung wieder eine Sperre der .com-Domain veranlassen würde – genau das ist im vergangenen Juli geschehen. Die Sperre dauerte bis Ende 2009 an.

Sammelklage gegen Microsoft abgewiesen

Immerhin einen Gewinn kann Microsoft in diesen Tagen verzeichnen. Nach der Entdeckung schwerer Sicherheitslücken in Internet Explorer 6 und Windows NT ist das beim Konzern eine willkommene Abwechslung.

Die Sammelklage gegen Microsoft wegen der Einführung des WGA-Programms (WGA, Windows Genuine Advantage, “Vorteile für die Nutzung eines echten Windows”) mit dem Microsoft seit 2006 gegen die Nutzer unlizenzierter Windows XP-Betriebssysteme vorgeht, wurde zurückgewiesen. So entschied ein Bundesrichter.

Die WGA-Prüfung wurde per Windows Update nachinstalliert. Das Update, welches als “kritisch” eingestuft wurde, konnte sowohl automatisch als auch manuell installiert werden. Besitzer eines rechtmäßig lizenzierten Windows XP-Betriebssystems bekamen auf Wunsch nur ein paar zusätzliche Informationen über die Vorteile, die anderen wurden beim nächsten Neustart über den Missstand informiert und dauerhaft mit Hinweisen in der Taskleiste informiert.

Als Kläger hätte sich (zumindest in den USA) jeder melden können, der einen Computer mit Windows XP besitzt. Im vergangenen Herbst warfen Microsofts Anwälte ein, wie unverhältnismäßig hoch die Forderungen seien: “Würden etwa 10 Millionen Nutzer klagen, könnte das Microsoft 100 Millionen Dollar kosten” – also rund 100 Dollar für jeden Kläger.

Die Beschwerde lautete auf das Verteilen eines für den Betrieb unwichtigen Updates das als “kritisch” gekennzeichnet war. Daneben habe es Microsoft unterlassen, die Kunden darüber zu informieren, welche Daten bei der Nutzung des WGA an den Hersteller übertragen werden. Die erste Version der WGA-Prüfung telefonierte nämlich bei jeder Anmeldung nach Hause; dies wurde durch ein späteres Update reduziert.

Die WGA-Prüfung ist zu Microsofts wichtigstem Werkzeug geworden, um unlizenziert verwendete Produkte zu ermitteln. Bei dieser Ermittlung werden laut Microsoft zwar keine persönlichen Daten übertragen, jedoch Daten über den Computer, das Betriebssystem und ausgewählte Dateien, woran man vermutlich diagnostizieren möchte, auf welche Methode das Betriebssystem manipuliert worden ist.