Archive für die Kategorie ‘Kultur’
Google für Chinesen unverzichtbar – zumindest bei den Wissenschaftlern
Nach all dem Zoff zwischen den USA, Google und China hat das Magazin “Nature” Umfrageergebnisse veröffentlicht, die verdeutlichen, wie wichtig die Suchmaschine Google und ihre ergänzenden Dienste für drei Viertel der chinesischen Wissenschaftler für Recherchearbeiten ist.
Fast die Hälfte der 784 befragten chinesischen Wissenschaftler befürchtet den Wegfall wichtiger Suchergebnisse durch, würde Google den Betrieb in China einstellen. Weitere 36 Prozent erwarten zwar Einschränkungen durch die fehlenden Recherchemöglichkeiten, hoffen aber auch auf Alternativen.
“Recherche ohne Google ist wie ein Leben ohne Elektrizität”,
sagte der Ökonom Xiong Zhengin zum Magazin Nature. Er und seine Kollegen haben durch Google einen Zugang zu wissenschaftlichen Dokumenten und können Informationen über mögliche Kooperationspartner sammeln.
Dabei nutzen sie nicht nur die Websuche von Google, sondern auch Dienste wie Google Scholar (in Deutschland noch kaum bekannt) und Google Books. Seltener verwendet, aber ebenfalls unverzichtbar, ist der sehr Fachbereich-gebundene Kartendienst “Maps”.
Den Markt überlassen
Packt Google die Koffer und verzieht sich aus China, überlässt der anderswo so erfolgreiche Internetgigant dem chinesischen Konkurrenten Baidu sein vergleichsweise kleines aber in sicheren Händen gehaltenes Territorium.
Von allen Chinesen nutzen über 60 Prozent den landeseigenen Dienst Baidu, den Rest teilt sich Google mit Yahoo. Unter den Wissenschaftlern sieht die Aufteilung ganz anders aus: hier nutzen über 92 Prozent Google, 60 gelegentlich Baidu und 13 sind Yahoo-Nutzer. Die meisten von ihnen würden nach einem Wegfall von Google übrigens auf Yahoo umsteigen.
Sehr wahrscheinlich wird Baidu, wie bereits von Analysten vermutet, von Googles Abzug profitieren.
Google, China und die Zensurpolitik
Mit dem Start eines China-basierten Suchdienstes erklärte der Google-Konzern, sich an die Zensuranweisungen der Regierung zu halten – ganz im Widerspruch zum Motto “Don’t be evil”, das sich Google auf die Flaggen geschrieben hat. Zuvor hatten die Chinesen keinen Zugang zu google.com, und genau diese verlorenen potentiellen Nutzer wollte Google für sich gewinnen. Deshalb eröffnete man 2006 einen eigenen Ableger innerhalb der “Firewall”.
Nach dem Abschalten der Google-Dienste in China befürchtet man nun, dass die Regierung wieder eine Sperre der .com-Domain veranlassen würde – genau das ist im vergangenen Juli geschehen. Die Sperre dauerte bis Ende 2009 an.
Grüne und Piraten in der EU planen “Bill Of Rights” für das Internet
Wie der schwedische Europaabgeordnete der Piratenpartei Christian Engström heute in seinem Blog (engl.; schwed.) bekanntgab, plant die Fraktion der Grünen und Piraten im Europaparlament, eine Verfassung für das Internet aufzustellen. Diese soll unter Einbeziehung der Internetgemeinschaft entstehen und letztendlich eine Mehrheit des Europäischen Parlaments überzeugen.
Engström schlägt in seinem Blog drei Punkte vor, die die Verfassung in jedem Fall beinhalten sollte:
1. Die Grundrechte in Form der Europäischen Menschenrechtskonvention
2. Netzneutralität: sprich keine Zugriffsbeschränkungs- bzw. Zensurmaßnahmen
3. “Reine Leitungen” (mere conduit): Anbieter von Netzinfrastruktur sollen nicht für über sie übertragene Informationen haftbar gemacht werden können.
Die Netzgemeinde ist also aufgerufen, sich mit ihren Ideen an der Verfassungsbildung zu beteiligen.
Als Diskussionsplattform scheint zur Zeit nur Engströms Blog zu dienen, dies wird sich aber sicherlich noch ändern.
Ein Video zu Halloween
Ich weiß, Freitag war gestern, aber weil unsere Nation plötzlich ein neues Fest hat, benehme ich mich auch ganz eigenartig.
Viel Spaß mit diesem Halloween-Video!
SWR3 (wieder mal),
Marketing ist eine Wissenschaft für sich, aber das weißt du ja. Oder doch nicht? Den Eindruck könnte man in diesen Tagen haben, da Gunter Sachs für dich ein gerade-noch-so jugendfreies Plakat für das alljährliche New Pop Festival entworfen hat.
Wie viel Zeit hast du Herrn Sachs dafür gegeben? 2 Stunden? 90 Minuten? Wurden das Foto und und der Rest des Plakats gar zur gleichen Zeit erstellt?
Aus Urheberrechtlichen Gründen zeige ich das Plakat nicht, wer es sehen will, der lache klicke jetzt bitte hier.
Dank Kunst-“Leistungskurs” (es heißt offiziell nicht mehr so) fühle ich mich in der Lage, ein Schema von diesem Bild anzufertigen:
1. Hintergrund. Es gelingt deinem Grafik-Profi, dafür drei Farben zu verwenden, die auf einer nahezu Horizontalen keinerlei Bewegung aufweisen. Da Profis nicht einfach GIMP herannehmen können, zollt dieser Leistung schon großer Respekt.
2. Motive. Über den aus einer Fläche bestehenden Hintergrund werden eine entblößte Blondine und Notenlinien mit wuchtigem Violinschlüssel gelegt. Die Dame dürfte schon für Ungunst gesorgt haben. Assoziationen:
- Notenlinien = Musik = Gut gemacht.
- Nackte Blondine = Softporno = Ziel verfehlt.
3. Schrift als Motiv. Links oben schwebend, in den beiden dominierenden Farben “blassrosaorange” und schwarz" platziert der Profi die Schrift. Das letzte Bild der Analyse zeigt bei unscharfem Betrachten, wie mies die Bildaufteilung durchgeführt wurde.
- Aufteilung des Farbgewichts: Mist.
- Hervorhebung wichtiger Objekte: nö.
- Schrift als wichtigstes Objekt: Mist.
- Gesamteindruck: unruhiger, ablenkender Rahmen, kein Objekt im Zentrum, bzw. Zentrum fehlt.
4. Vor allem aber will ich wissen: Wer? Wo? (Steht ja nicht drauf)
5. Und aus Neugier: Was hat Gunter Sachs für dieses Kunstwerk verlangt?
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