Stirbt aus: Schmalbandinternet

Internet Eine Bitkom-Studie hat erstaunliche Tatsachen zu Tage gebracht. Das schmalbandige Internet wird aussterben. Die Fakten sprechen für sich: 121 Milliarden Einwahlminuten war der Höchststand 2001. Seither sinkt diese Zahl kontinuierlich. 2008 waren es nur noch 10 Milliarden Minuten – 70 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies ist dem schnellen Ausbau des Breitbandinternets zu verdanken.

Immerhin wissen wir, woran es liegt. Dass die Größe der Seiteninhalte deutlich zugenommen hat ist ja auch kaum relevant. Wer kommt heutzutage auch auf die Idee Videoportale, wie Youtube oder MyVideo zu besuchen. Nicht auszudenken, wie man die Massen der Bilder auf Webseiten mit ISDN oder Analogverbindung bewältigen soll – und dies nur, damit die Seite optisch mehr her macht.

Breitband-DSL bedeutet für Deutschland: alles was schneller ist als 128kbit/s. 128kbit/s ist eine gebündelte ISDN-Leitung. Nicht schnell, aber besser als nichts. DSL-Lite heißt das Produkt, welches in Deutschland als das schmalste DSL-Angebot gilt. Man zahlt den DSL 1000-Preis und bekommt genau ein Drittel der bezahlten Leistung.

Betrachtet man außerdem noch die Preise von Analog/ISDN im Vergleich zu DSL, so merkt man schnell, wo Preis/Leistung in einem vernünftigen Rahmen stehen.

Dank eigener Erfahrungen weiß ich: 60 Internetstunden im Monat sind nicht viel. Zumal ich seit dieser Zeit einiges mehr in den Weites des Webs mache als damals. Eines der günstigeren DSL-Angebote heißt Alice-DSL. Wahlweise mit oder ohne Mindestlaufzeit beträgt der monatliche Betrag für die maximal verfügbare Geschwindigkeit €24.- bzw. €29,-. Alles notwendige ist mit dabei: ein Modem und die Internetleitung. Man braucht keinen Telefonanschluss der Telekom oder sonstige Zusatzleistungen.

Möchte man Rüdiger Hoffmanns Motto “ich bin jung, ich kann warten…” nicht unbedingt gerecht werden, würde sich fast der Griff zu ISDN lohnen. Mit immerhin 64kbit/s galoppiert man dann durch das WWW.

Anders als bei DSL gibt es für ISDN keine Volumentarife, sondern ausschließlich Zeittarife. 50 Stunden langsames Internet für €20,- zzgl. des Anschlusses von ca. €24.-. Und dann ist am Ende von der Zeit der Monat immer noch so lange.

Mal ganz ehrlich? Selbst wenn man zu der Minderheit gehört, die in den 0,0001% des Bundesgebietes wohnen, wo noch kein DSL verfügbar ist (oder verfügbar gemacht werden will), so gibt es auch hier schon nette Lösungen zB per Funk (X-DSL), um an das Begehrte “Breite” dran zu kommen.

Aber wen bitte schön wundert es, dass das Schmalbandinternet ausstirbt?! Dazu brauch ich keine Studie, da reicht ein Blick auf die Preisliste und die Vorteile.

Übrigens: die Bitkom fand noch etwas anderes heraus: Das Datenvolumen stieg im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf fast 2,5 Milliarden Gigabyte. Für 2009 erwartet der Bitkom eine erneute Steigerung dieses Datenvolumens um rund 50 Prozent.

Und trotzdem vermisse ich die Einwahlgeräusche des Modems…

Den Vogel abgeschossen: vom Desktop aus mit Birdshot twittern

Birdshot ist eine kleine Applikation für jede Plattform, die auf Adobe Air aufsetzt. Wenn Adobe Air nicht vorhanden ist, bietet Birdshot an, es vorher selbst zu installieren.

Birdshot ist so übersichtlich gehalten und bringt nicht mehr oder weniger Funktionen mit, als es brauchen würde. Nach dem Setup einfach die Twitter-ID und das zugehörige Kennwort eingeben und schon kann’s losgehen; weitere Konten lassen sich nach der Installation auch noch hinzufügen.

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Google Wave – Die neue E-Mail?

Na dann halt doch. Dann werde ich halt über Google Wave schreiben.

Was Google damit vorhat, ist bereits gestern auf der I/O in San Francisco bekannt geworden und ich habe es ignoriert. Vorhin hat mich Mikey angehauen, warum ich darüber noch nicht geschrieben habe. Das will ich hiermit nachholen.


IT-Szene in Aufruhr

Eine kleine Meldung hat gereicht und die Szene war in Aufruhr. Die Meldung raste durch Heise Online, Golem, Winfuture und Trashlines.net ;-) Der erste Eindruck von Googles Vorhaben hat wahrscheinlich die Ankündigung von Bing – einem Produkt, mit dem Microsoft erneut mit Google in Konkurrenz treten will – übertönt.

Google überraschte mit der Ankündigung, es werde eine komplett neue Plattform für Kommunikation und Teamarbeit geben. Im Grunde genommen etwas, von dem wir längst alle unsere Favoriten haben und keinen Bedarf für etwas Neues sehen. Oder etwa doch?

Das neue Produkt soll quelloffen sein. Google braucht die Unterstützung vieler Entwickler, um es “vollenden” zu können. Der geplante Start für Wave ist das Jahresende 2009.

Die E-Mail neu erfunden

Wave soll die Möglichkeiten, die Webbrowser derzeit bieten, an die Spitze treiben. Wave lässt sich in bestehende Websites einbinden und erweitern. Die Plattform stellt neben einer API auch ein eigenes Protokoll bereit – das sich ebenfalls Wave nennt.

Wave will unter anderem Microblogs wie Twitter, Chatrooms und sogar imagedie E-Mail ablösen. "Die E-Mail wurde vor etwa 40 Jahren erfunden – ohne die Erfahrung über die Möglichkeiten, die uns das Internet heute bietet." (Lars Rasmussen) Man stellt sich also die Frage: "Wie würde E-Mail funktionieren, wenn man es heute erfunden hätte?"

In dem mehr als eine Stunde langen Video von der Vorstellung wird die E-Mail-Funktion von Wave ansatzweise vorgestellt, also unbedingt reinschauen! Mein Lieblings-Feature ist schon jetzt die Funktion, die das Antworten im fließenden Text erlaubt. Im Bild rechts ist so eine Zwischenantwort zu sehen – sogar mit Avatarbildern der Verfasser. Hier kann man deutlich mit STRG+C und STRG+V sparen, wenn man seine Antworten direkt nach der Frage abgeben möchte.

Zusammen arbeiten

Die Basis für die Zusammenarbeit stellt Google Docs, in Deutschland als Google Text&Tabellen bekannt: Mehrere Autoren sollen an einem Dokument arbeiten können, ohne einander in die Quere zu kommen. Die Dokumente können aus Text&Tabellen importiert werden, weiterbearbeitet und natürlich verschickt werden.

Internationale Kommunikation

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Google seinen Übersetzungsdienst interaktiv einsetzt. Mit der Chat-Funktion von Wave ist es möglich, mit einem beliebigen Menschen auf der Welt zu chatten, auch wenn man seine Sprache gar nicht versteht. Google übersetzt in Echtzeit.

Mit der englischen Sprache mag das recht gut funktionieren, mit deutsch eher nicht: fast alle Überstzungsmaschinen können Deutsch nur in zwei oder drei Sprachen übersetzen. Pech gehabt.

Twitter ärgern – Bedrohung durch Google

Der Newcomer Twitter, der als Microblog bekannt wurde, hat jetzt möglicherweise Konkurrenz bekommen. Google Wave erlaubt das erstellen von Miniblogs, die später – der Wave-API sei Dank – in eine Website eingebunden werden können. So dient Wave als Hintergrundsystem und die Website als Präsentierteller. “Sieht gut aus und lässt sich einfach verwalten” ist sicherlich nicht der letzte Eindruck davon. Neue Einträge und Änderungen werden sofort und ohne ein neues Laden der Website angezeigt.

Von Googles neuem Potenzial ist aber nicht nur Twitter betroffen, sondern auch Plattformen wie Facebook und andere Sozialnetzwerke sowie Chatrooms und –Plattformen (etwa ICQ) und die klassischen E-Mail-Anbieter können nun Kunden an Google verlieren.